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Wissenwertes über Fleisch

Beim Terra Madre Salone del Gusto, welcher vom 22. bis 26. September 2016 in Turin (Italien) stattfand, spielt die Frage nach Fleischproduktion und -konsum in den diversen Debatten, Begegnungen und öffentlichen Besuchen des interaktiven Stands Slow Meat eine zentrale Rolle. Fakt ist: Fleischproduktion und -konsum im Übermaß belastet unsere Umwelt und Gesundheit.

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Laut Slow Food braucht es eine Bildungskampagne, die sich an Konsumenten richtet und diese ermutigt, Fleisch nicht zu einem Spottpreis zu kaufen, da dieser ein Indikator für niedere Qualität ist. Fotocredit: M. Pugli, GettyImages

Im Laufe der letzten siebzig Jahre hat sich der weltweite Fleischkonsum versechsfacht und ist von 45 Millionen Tonnen im Jahre 1950 auf aktuell 300 Millionen Tonnen angestiegen. Bis zum Jahr 2050 wird ein weiterer Anstieg auf 500 Millionen Tonnen erwartet, was eine Verzehnfachung seit 1950 und eine Verdopplung von heute an darstellen würde. Was bedeutet ein verantwortlicher und nachhaltiger Fleischkonsum heute? Wie kann man die wertvollen Tierarten schützen, die sich im Laufe von Jahrtausenden zu Nutztieren entwickelt haben und eine wesentliche Rolle für viele Völker in den ländlichen Regionen spielen? Welchen Einfluss hat die industrielle Tierhaltung auf unsere Umwelt und Gesundheit? Dies sind die Fragen, die Kampagne von Slow Meat zu beantworten versucht und dabei die wahren Kosten für ein Steak, das auf unseren Tellern landet, analysiert. Auf der Suche nach der richtigen Wahl stoßen zwei Welten aufeinander – die der industriellen und die der nachhaltigen Fleischproduktion.

‚Den Fleischkonsum in den für den Westen gewohnten Mengen beizubehalten ist nicht nachhaltig.‘ sagt Serena Milano, Generalsekretärin der Stiftung Slow Food für Biodiversität. ‚Überfüllte Massenzuchtbetriebe, unnatürliche Lebensbedingungen, Stress und Qual, Tierfutter von schlechter Qualität, Monokulturen, Abholzung und ein enormer Verbrauch von Wassermengen sind der Preis der Industrialisierung traditioneller Tierzucht. All dies hat schwerwiegende Folgen für die Umwelt, die Gesundheit der Menschen, das tierische Wohlergehen und die soziale Gerechtigkeit. Durch eine bessere Wahl können diese Sachen verändert werden.‘

Der Slogan von Slow Meat – weniger Fleisch von besserer Qualität – ist eine dringende Notwendigkeit, nicht nur für die Gesundheit der Menschen, sondern auch für den Schutz natürlichen Rohstoffe, die für die Fleischproduktion benötigt werden. Laut Slow Food braucht es eine Bildungskampagne, die sich an Konsumenten richtet und diese ermutigt, Fleisch nicht zu einem Spottpreis zu kaufen, da dieser ein Indikator für niedere Qualität ist. Dahinter verbergen sich Tierzüchter, die kein Interesse an dem Wohlergehen der Tiere haben, diese mit schlechtem Futter versorgen und zusätzlich noch die Umwelt belasten. Ein verminderter Fleischkonsum bei erhöhter Qualität führt hingegen langfristig zu einem Rückgang von sogenannten Wohlstandskrankheiten, was sich wiederum positiv auf das öffentliche Gesundheitssystem auswirkt.

Eine tolle Alternative zu Fleisch sind Hülsenfrüchte: Terra Madre Salone del Gusto hat dem Netzwerk Slow Beans einen eigenen Stand gewidmet und informiert über die zahlreichen Nährwerte der Hülsenfrüchte. Es gibt über 40 verschiedene Bohnen-Aussteller und weltweit rund 188 gefährdete Arten, die in der Arche des Geschmacks von Slow Food gelistet sind.

Richard McCarthy, Vorstandsmitglied von Slow Food USA hat ein Slow Meat Manifest vorgestellt: ‚Die industrielle Fleischproduktion hat uns von der Vielfalt aller Spezies isoliert und uns stattdessen in eine Kultur der Gefangenschaft befördert. Tiere werden unter qualvollen Lebensbedingungen gefangen halten, Dollarnoten sind in den Händen nur weniger gefangen und Konsumenten sind in der Falle von unappetitlichen Optionen gefangen. Es ist Zeit, auszubrechen.‘

Das Netzwerk von Slow Food Asien berichtet vom Problem der Fettleibigkeit, welches exponentiell zum Fleischkonsum ansteigt, insbesondere in jenen Gebieten, wo ursprünglich seit Jahrtausenden wenig Fleisch gegessen wurde. Demnach ist es notwendig, Alternativen zu erwägen und die Ernährung unserer Vorväter zu überdenken, die reich an pflanzlichem Protein war und heute insbesondere innerhalb der indigenen Gemeinschaften erhalten geblieben ist.

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