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Foto-Kunst in München: Diese Ausstellung sollten Sie nicht verpassen!

Vom 20. September bis 31. Oktober 2013 zeigt Bernheimer Fine Art Photography in der Brienner Strasse 7 in München eine Gruppenausstellung von musealem Charakter. Vorgestellt werden herausragende Photographiekünstler des 20. und 21. Jahrhunderts, deren Werke in der speziellen Technik der Platinum-Handabzüge gefertigt wurden. Zu sehen sind u.a. Arbeiten von Irving Penn, Horst P. Horst, Herb Ritts, Mark Seliger und Gregor Törzs.

George Tice-Bild ‚HUDSON RIVER PIER‘ von 1979. Fotocredit: Bernheimer Art Photography

Ein Platinum Abzug unterscheidet sich wesentlich von anderen schwarz-weiß Handabzügen: Zunächst ist die Beständigkeit der Abzüge im Vergleich mit allen sonstigen Arbeiten auf Papier unerreicht. Ein solcher Abzug verliert mit der Zeit nicht an Intensität oder nimmt Schaden durch das Einwirken von Licht. Die Chemikalien werden für einen Platinum-Abzug mit einem Pinsel auf ein handgemachtes Papier eingearbeitet und liegen nicht, wie bei herkömmlichen schwarz-weiß Bildern, in einer Emulsion auf dem Papier auf. Das Papier wird für jeden einzelnen Abzug von Hand bearbeitet. Das heißt auch, dass ein solcher Abzug einen Unikatcharakter erhält, selbst wenn von einem Negativ mehrere Bilder gemacht werden. Auch in einer Edition trägt jeder einzelne Abzug gewisse unterschiedliche Feinheiten, denn ein so aufwändig hergestellter Handabzug kann niemals mit einem anderen identisch sein.

Zudem ist die Tonalität in den Grauabstufungen eines Platinum Abzugs im Vergleich zu einem Silbergelatine-Abzug um ein vielfaches reicher; in diesen sind die Graustufen so fein, dass selbst in dunklen Bereichen noch eine Zeichnung erkennbar ist. Gerade im Zeitalter der digitalen Photographie werden diese Merkmale der Platinum-Abzüge bei Kennern und Sammlern aufs Höchste geschätzt.

Das Verfahren der Platin-Abzüge wurde 1873 von William Willis entwickelt und war für viele der bekanntesten Photographen des 19. Jahrhunderts lange Zeit die beliebteste Art ihre Bilder zu entwickeln. Platin war jedoch sehr teuer und später kaum noch zu bekommen, da es zur Zeit des 1. Weltkrieges nur noch für die Herstellung von Waffen gebraucht werden durfte. Bald wurde diese Technik von günstigeren und weniger zeitaufwändigen Verfahren ersetzt und geriet immer mehr in Vergessenheit. Erst in den 1960er Jahren wurde Irving Penn auf die Methode der Platinum-Abzüge aufmerksam und erlernte anhand alter Aufzeichnungen von William Willis den Prozess autodidaktisch. Er war fasziniert von der unvergleichlichen Qualität, ästhetischen Schönheit und Besonderheit der Ergebnisse dieser Arbeit und machte diese wieder populär. Seinem Beispiel folgend, veredelten einige der großen Modephotographen des 20. Jahrhunderts ihre herausragenden Arbeiten in dieser speziellen Technik.

Horst P. Horst wählte seine bekanntesten Bilder aus und ließ diese in Platin entwickeln, ebenso wie in späteren Jahren Mark Seliger und Barry Lategan, die ihren Motiven als Platinum Abzug einen neuen Kunstcharakter verliehen. Der große Modephotograph der 80er Jahre Herb Ritts wählte nur wenige Beispiele seiner wichtigsten Werke, um diesen in Platin eine weichere, subtilere Ästhetik zu geben. Erstmals werden in dieser Ausstellung seine Werke bei Bernheimer zu sehen sein. Die Herstellung von Platinum-Abzügen ist eine eigene Kunst und wird von den Photographen meist für ihre besonderen, ihre besten oder liebsten Bilder gewählt, wie ein Schmuckstück, das man veredelt. Dennoch gibt es weltweit nur noch wenige Photolabore, die dieses aufwändige Verfahren noch beherrschen und für einige wenige Künstler arbeiten. In der Ausstellung der Galerie Bernheimer werden Werke gezeigt, die bei den renommiertesten zeitgenössischen Spezialisten in New York und London eigens gefertigt wurden. In den letzten Jahren haben sich auch ein paar junge Künstler von dieser besonderen Technik inspirieren lassen, um sich ganz bewusst von den digitalen Medien abzuwenden und die Handarbeit dieser Photographietechnik wieder selbst zu erlernen.

Gregor Törzs etwa, hat sich in seinem Berliner Studio auf diese Technik spezialisiert, die er ebenso wie das jeweiligevPapier, das er für seine Arbeiten wählt, als einen ganz wesentlichen Teil seiner Kunst versteht. Seit Anfang diesen Jahres ist Gregor Törzs exklusiv bei Bernheimer Fine Art Photography vertreten und in der Ausstellung PLATINUM werden seine Werke erstmals in der Galerie vorgestellt.

All diesen Photographen geht es nicht nur darum, ein gutes Motiv aufzunehmen, sondern Sie veredeln durch diesen Prozess ihre eindrucksvollsten Bilder. Platinum stellt in besonderem Maße die künstlerischen Aspekte der Motive in den Vordergrund und bewahrt sie für die Ewigkeit.

In der Galerie Bernheimer in München werden diesen Herbst Platinum-Bilder von Irving Penn, Horst P. Horst, Herb Ritts, Mark Seliger, Len Prince, George Tice, Brigitte Carnochan, Mirella Ricciardi, Nick Brandt, Silke Lauffs und Gregor Törzs gezeigt.

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