Home / Kunst & Kultur / 52masterworks macht Kunst bezahlbar

52masterworks macht Kunst bezahlbar

Kunsthungrige zog es am Donnerstag in die Münchner Maximilianstraße 54. Im ‚Kunsthaus Maximilian‘ feierte ein neues und zukunftsweisendes Art-Projekt Premiere. Nämlich ’52masterworks‘ des gleichnamigen Münchner Start-up Unternehmens. Unter dem Motto ‚Be Part of Art‘ wurde dort die erste Online-Plattform für das gemeinschaftliche Sammeln von Kunst ins Leben gerufen. Kurzum: Kunst für alle und für jeden Geldbeutel – denn Kunst ist hip, Kunst ist in, aber nicht jeder hat das nötige ‚Kleingeld‘, in eine eigene Sammlung zu investieren.

Andreas-von-Chrzanowski-aka-CASE-Fotocredit-Brauerfotos
Andreas von Chrzanowski aka CASE kreierte das erste Kunstwerk von 52masterworks, Fotocredit: BrauerPhotos

Ziel ist die Demokratisierung des Kunstmarktes, indem einer breiten Öffentlichkeit der Zugang zu hochwertigen Werken zeitgenössischer Künstler geboten wird. ‚Wir möchten der breiten Masse Kunst zugänglich machen. Kunst, die sich eine Einzelperson nicht leisten könnte‘, so Gastgeber und 52masterworks-Geschäftsführer Tobias Ledermann, der am Donnerstag gemeinsam mit den Co-Gründern Andreas Unseld, Björn Jopen und Christian Utz den Startschuss für das zukunftsweisende Projekt gab. ‚Wir wollen die Kunst aus dem Elfenbeinturm holen und sie einer großen Gemeinschaft zugänglich machen‘, so Tobias Ledermann weiter. Darin liegt in seinen Augen die Zukunft: ‚Wir treffen damit den Zeitgeist. Früher haben die Leute in Autos oder in den Hausbau investiert, jetzt beteiligen sie sich an Kunst. Man investiert nicht in irgendeine Sache, sondern in etwas sehr Anspruchsvolles. Eine schöne Weiterentwicklung.‘

Jede Woche werden neue Objekte zum Kauf angeboten – 52 Meisterwerke in 52 Wochen: ‚Darauf bezieht sich auch der Name unserer Plattform‘. In drei Kategorien, vom Newcomer bis zum etablierten Spitzenkünstler, investieren die Freunde von 52masterworks und bauen so gemeinsam eine einzigartige Sammlung Zeitgenössischer Kunst auf. Ein erstes Gemeinschaftskunstwerk entstand an diesem Abend vor Ort: bei der großen ’52masterworks Launch Party‘ schuf der angesagte, aus Frankfurt stammende Street-Art-Künstler Andreas von Chrzanowski aka CASE im Rahmen einer Live Performance unter freiem Himmel ein großflächiges Kunstwerk: 6 x 3 Meter groß, bestehend aus 98 kleinen Leinwänden, das Tauben und Hände zeigt. Titel: ‚To many chiefs‘. Dieses Kunstwerk zerlegte der renommierte Künstler dann in die 98 jeweils 40 x 30 Zentimeter großen Einzelteile und überreichte diese dann den Teilnehmern der Veranstaltung als exklusives Eröffnungsgeschenk. ‚Eine gute Idee, nicht nur ein Bild zu malen und es dann in eine Ecke zu stellen, sondern jedem einen Teil davon zurückzugeben. Es ist eine Steigerung und auch eine Integration des Betrachters. Und: Teilen liegt im Trend‘, so der Künstler, der damit einen kleinen Ausblick auf seine nächste Ausstellung an der Isar gab: ‚Im Mai zeige ich eine Retrospektive hier in München. Der Schwerpunkt liegt auf der Hände-Thematik.‘ Vertreten wird Andreas von Chrzanowski aka CASE übrigens von Galerist Christian Utz, der wiederum Mitbegründer von ’52masterworks‘ ist. In seinem ‚Kunsthaus Maximilian‘, wo die Veranstaltung stattfand und welches auch die hauseigene Galerie m|u|c|a beherbergt, können die ’52masterworks‘-Werke vor dem Kauf bewundert werden. ‚Das unterscheidet uns von Online-Galerien. Man kann sich die Kunst vor dem Kauf hier in München ansehen. Das ist wichtig, denn Kunst nur online funktioniert nicht. Man will das Original sehen.‘

Kunst teilen  – liegt in seinen Augen darin die Zukunft? ‚Es ist ein weiterer Weg. Und es ist ein absolutes Novum. Wir gehen damit mit der Zeit – und nicht hinterher. Eine Stadt wie München hat sich ein solches zukunftsweisendes Projekt verdient. Die Münchner sind ein bisschen verstaubt und dürfen ruhig ein bisschen peppiger werden.‘ ‚Das Thema Crowding ist in aller Munde. Ein Thema, das auch perfekt in den Bereich Kunst passt‘, so Björn Jopen. ‚Und wenn man beispielsweise 250 Euro investiert, dann geht man keinerlei Risiko ein.‘ Eine Frage, welche die Gäste beschäftigte: Kann man mit diesem Art-Projekt als Investor reich werden? Wertsteigerungen werden natürlich angestrebt und sind durchaus realistisch, denn die Kunstwerke – im Angebot ist zum Beispiel ein Werk von Top-Künstler Robert Longo sowie eines des  britischen Street-Art-Künstlers Banksy – werden von einem professionellen Kunstgremium ausgewählt. Wer nur die Dollar-Zeichen vor sich sieht, der ist bei ’52masterworks‘ allerdings an der falschen Adresse: ‚Wer Kunst nur aus dem finanziellen Aspekt heraus betreibt, der wird keinen Spaß daran haben. Es bedarf einer Leidenschaft für die Kunst‘, so Andreas Unseld. Weitere Infos unter: www.52masterworks.com

Text: Andrea Vodermayr

LESETIPP

BMW Advents-Benefizkonzert: Diese Promis verkauften Lebkuchen!

In insgesamt 21 Jahren wurde mit dem BMW Advents Benefizkonzert rund 2.6 Mio. Euro gesammelt. Auch 2016 verkauften Prominente Lebkuchen für den guten Zweck!

Gehört München zu den Smart Light Cities ? SuperLux Symposium im Vorhoelzer Forum

SuperLux Symposium in München analysiert Smart Light Cities. Smart Light Art und die intelligente Beleuchtung von Städten. Was glaubt Ihr: Gehört München zu dem Smart Light Cities?