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Christiane Brammer: Interview über ihr neues Theater München

Theater-Blut bekam Schauspielerin Christiane Brammer in die Wiege gelegt, hatten ihre Eltern ein kleines Theater, mit welchem sie sieben Mal um die Welt gereist sind. Doch die Bretter, welche die Welt bedeuten mit der dazugehörigen Szene haben sich verändert. Und weil Christiane Brammer diese typische Münchner Theaterszene von Anno Dazumal wieder aufleben lassen will, hat sie die Seiten gewechselt, um die ‚feinste‘ Theaterbühne der Stadt ins Leben zu rufen: das Hofspielhaus! Parallel zur geschäftigen Maximilianstraße hat sie in der unscheinbaren und kleinen Falkenturmstrasse ein Domizil gefunden, welches sie als Theater München versteht, es aber auch als Ort der Kunst und der Begegnung etablieren will. Das Programm wartet mit sechs Genres auf  und so findet man in den ersten drei Monaten von Theater, Kabarett, Chanson über Lesungen bis zum Konzert viel Programm mit namhaften Künstlern. Christiane Wolff traf sie zum Interview!

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Schauspielerin Christiane Brammer schenkt München ein neues Theater.

Es gibt ja schon sehr viele kulturelle Angebote in München. Braucht es in München wirklich noch ein Theater? Wenn ja, warum?

Christiane Brammer: ‚Es braucht ein neues Theater, natürlich! Kunst und Kultur sollen ja vielfältig sein, aber leider gibt es in München sehr viele große Häuser und immer weniger kleine. Die Szene ist verschwunden. Es gab Zeiten in München, da gab es diese Szene. Der Höhepunkt war in der Zeit von Rainer Werner Fassbinder in den 70er und 80er Jahren. Jetzt ist einfach Zeit für etwas Neues!‘

Was ist Deine Vision für das Hofspielhaus?

Christiane Brammer: ‚Theater soll ein Treffpunkt für alle Menschen werden! Ich möchte, dass meine Gäste für zwei oder drei Stunden hier eine schöne Zeit verbringen, eine Auszeit vom normalen Leben nehmen und sich einfach wohlfühlen. Und hinterher sollen sie entspannt und erfrischt wieder auftauchen und für den Alltag gewappnet sein. Das fände ich großartig! Deshalb bieten wir das Theater auch als Eventlocation an, Unternehmen und Privatleute können also auch für ihre Veranstaltungen die inspirierende Atmosphäre nutzen.‘

Wo nimmst du den Mut her, ein Theater zu bespielen und zu leiten?

Christiane Brammer: ‚Theater ist einfach meine Leidenschaft. Mut brauche ich deshalb nicht so viel und Angst kenne ich nicht. Angst habe ich höchstens, dass vielleicht das Internet nicht funktionieren könnte. Oder dass Termine nicht klappen. Ich bin auf so viele wunderbare Menschen und Freunde getroffen, mit denen ich zusammenarbeiten darf. Ich glaube, der Mut kommt bei mir aus der Leidenschaft für das Projekt und das Theater. Daher mache ich es einfach!‘

Wer soll vom Hofspieltheater angesprochen werden – die ganze Familie?

Christiane Brammer: ‚Ja, wir machen zum Beispiel einen weihnachtlichen Salon für die ganze Familie. Unser Programm ist sehr vielseitig und abwechslungsreich.‘

Wie sieht das Programm aus und welche weiteren Pläne hast Du für die neue Spielstätte?

Christiane Brammer: ‚Theater liegt im Herzen der Stadt, genau zwischen Hofbräuhaus und Oper. So unterschiedlich wie diese beiden Institutionen in der Nachbarschaft, so groß ist auch das Spektrum des Hofspielhauses: Bei uns gibt es Ernstes und Aufregendes, Streitbares und Lustiges, Intellektuelles und Bodenständiges, Münchnerisches und Weltstädtisches. Ich freue mich sehr auf die Eröffnung Mitte Oktober, vor allem auf das Premierenstück Die Sphinx von Giesing, das Stefan Kastner extra für unser Theater und die Eröffnung geschrieben hat. Ab 13. November zeigen wir dann ein Theaterstück, ‚Schwestern‘, das sich mit einem wichtigen und ernsten Thema, dem  Tod, auf so einfühlsame Weise auseinandersetzt, dass es für die ganze Familie geeignet ist, für Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene. Ansonsten treten bei uns wunderbare Künstler wie zum Beispiel Veronika von Quast und Michaela May, Heio von Stetten, Sepp Schauer, André Hartmann und Hasemanns Töchter auf. Und ach ja, für die, die gerne langfristig planen: Es gibt auch eine ordentliche Silvestersause bei uns!‘

Welche kulturellen Angebote nutzt Du in München?

Christiane Brammer: ‚Ich gehe in jede Form von Theater und auch sehr gerne in die Oper. Ich liebe es, wenn Stücke an besonderen Orten und in einer ungewöhnlichen Umgebung gespielt werden. Wir haben früher beispielsweise einmal das Stück ‚Isarathen‘ in der Armenküche vom Kloster St. Anna aufgeführt, um es interessanter und aufregender zu machen! Das liegt mir.‘

Und wo lässt Du Dich in München und Umgebung für neue Ideen inspirieren?

Christiane Brammer: ‚Ich bin gerne im Wald. Dort erfahre ich Inspiration, da die Natur so perfekt unsere Systeme abbildet. Ich gehe dort ganz viel mit unserem Hund spazieren. Und auch im Botanischen Garten – besonders jetzt im Herbst, da ist der Senkgarten voller Dahlien und Spinnenblumen! Oder wenn ich in Baden-Baden bin und meine Fernsehserie ‚Die Fallers‘ drehe. Da verbringe ich sehr viel Zeit und auch dort ist die Natur ganz wunderbar.‘

Welchen Schauspieler und welchen Regisseur würdest Du gerne mal im Haus haben?

Christiane Brammer: ‚Da hätte ich gerne den Heiner Lauterbach, den finde ich ganz toll. Der darf bei mir gerne etwas ganz Verrücktes tun. Das ist sowieso das Prinzip des Hauses, das was mich reizt: dass die Menschen sich bei mir ausprobieren, etwas ganz anderes machen dürfen und sollen! Und das reizt auch die ganz bekannten Schauspieler! Zum Beispiel Heio von Stetten, der ganz viel Fernsehen macht, macht bei mir wieder Theater. Und die Jutta Speidel, die hätte ich gerne!‘

Deine Mutter spielt auch noch – liegen bei Euch Kunst und Kultur in der Familie?

Christiane Brammer: ‚Ja, mein Vater, Dieter Brammer, war auch Schauspieler. Deswegen sind wir ja nach München gekommen. Meine Eltern hatten ein Theater und sind damit sieben Mal um die Welt gereist. Das hieß ‚Die Brücke‘ in den 60er Jahren. Mein Vater wurde dann  nach München ans Residenztheater berufen – und deswegen sind wir hier! Und meine Mutter, Inge Rassaerts spielt ja in der ‚Sphinx von Giesing‘ mit. Mein Bruder Philipp, der leider letztes Jahr gestorben ist, war auch Schauspieler!‘

Wo geht Ihr mit der Familie essen und wo gehst Du mit beruflichen Kontakten aus?

Christiane Brammer: Ich gehe sehr gerne Asiatisch essen. Und ich gehe unheimlich gerne ins Mandarin Oriental zum Tee trinken. Da kann man stundenlang im Sessel sitzen und schauen und denken. Oder ins Literaturhaus, das mag ich auch gerne. Und den Italiener beim Prinzregentheater um die Ecke. Und natürlich die wunderbar urbane Goldene Bar im Haus der Kunst.‘

Wenn Du mal Zeit für Dich hast: Wie und wo entspannst Du Dich in München?

Christiane Brammer: ‚Im Garten arbeiten, das ist mein schönstes Hobby. Und da kann ich einfach am allerbesten entspannen!‘

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