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Die exklusivsten Perserteppiche der Welt: Bis Ende Dezember in München

Für die derzeit außergewöhnlichste und wertvollste Verkaufsaustellung in Sachen Perserteppiche musste sich böhmler im Tal vom international anerkannten Orientteppichexperten Peter Renz nicht lange überreden lassen, sind es Meisterwerke, welche jedes Heim erstrahlen lassen. Die Farbbrillanz edler Ghom-Seide, das kontrastreiche Kolorit und die vollendete Dessinierung der vielfachen Musterungen der handgeknüpften Perserteppiche sind perfekt für zeitlosen Wohn-Luxus. Was die Teppiche so einzigartig macht? Wir haben Peter Renz für ein Interview getroffen. 

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‚Diese einzigartige Teppich-Verkaufsausstellung ist für Europa einzigartig‘, ist Kurator Peter Renz sich sicher. Fotocredit: Marcus Hassler

Was macht diese Teppichausstellung so einzigartig?

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Orientteppichexperte Peter Renz

Peter Renz: ‚Auf ungefähr 450 qm zeigen wir über 100 exquisite Seidenteppiche mit der höchsten Qualität an Knüpfkunst. Es gibt hier keinen Teppich unter einer Million Knoten pro Quadratmeter und welchen man noch einmal auf der Welt finden wird. Viele der Teppiche sind aus der Zeit vom Schah. Diese Ausstellung ist damit nicht nur einzigartig für München bzw. Deutschland, sondern in ganz Europa hat man solche wertvollen Teppiche an einem Ort noch nicht gesehen. Und das ist ja auch genau die Prämisse der Firma Böhmler, den höchsten Standard auszustellen und zu zeigen. Den Mut für so eine Ausstellung muss man außerdem aufbringen, nicht nur wegen des Aufwandes, sondern auch weil der Ruf der Teppichbranche durch schlechte Nachknüpfungen und schlechte Qualitäten sehr gelitten hat.‘

Wie haben Sie die Auswahl der bei Böhmler im Tal gezeigten Teppiche getroffen?

Peter Renz: ‚Wir zeigen hier die gesamte Kollektion des langjährigen böhmler-Geschäftspartners A. Maktabi aus Isfahan und damit eine einzigartige Fülle an persischen Teppichen, welche es wahrscheinlich so in Europa nicht mehr zu sehen gibt. Eine Auswahl mussten wir zum Glück nicht treffen, weil wir im Münchner Einrichtungshaus genug Platz für diese Ausstellung finden konnten. Vor zwei Jahren hatte ich schon einmal die Ehre, hier einzigartige Teppiche zu zeigen. Damals lag die Prämisse auf antike Teppiche.

Wie erkennt man die Echtheit der persischen Teppiche?

Peter Renz: ‚Jeder der Teppiche hat oben ein Signum und ist damit als Original gekennzeichnet. Alle Teppiche, welche aus der Teppichmanufaktur des Scheichs stammen und mittlerweile von unschätzbaren Wert sind, haben eine Königskrone in der Signatur. Oft haben hier Knüpfer mehrere Jahre an einem dieser exklusiven Teppiche gearbeitet, was für uns heute unvorstellbar ist. Außerdem sind alle Teppiche aus purer Naturseide. Heutzutage findet man viele Teppiche aus Zuchtseide, welche von der Farbe und Anmutung überhaupt nicht zu vergleichen sind.‘

Hatten die Teppiche einen Vorbesitzer, speziell die Unikate aus dem Besitz des Schahen?

Peter Renz: ‚Nein, denn der Schah hat die Teppiche als Geschenke für Staatsbesuche in Auftrag gegeben. Deshalb findet man auch wenig typisch orientalische Muster. Man hat sich sehr von Gemälden inspirieren lassen und man erkennt sehr gut die Einflüsse von Frankreich um die Jahrhundertwende. Herr Maktabi aus Isfahan hat als Teppichdynastie-Händlerfamilie die Teppiche für den Verkauf erworben und über die Jahre fachmännisch aufbewahrt.‘

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Wie pflegt man eigentlich solche exklusiven Teppiche richtig?

Peter Renz: ‚Da nur Steinchen den Flor kaputt machen ist die beste Pflege von allen Teppichen das Absaugen. Kein Mensch wird mehr wie früher den Teppich über eine Teppichstange legen und ausklopfen, was auch nachweislich nicht gut für die Teppichpflege ist. Der große Vorteil dieser Seidenteppiche ist die Abstinenz von Motten, welche nur in Wollteppiche gehen. Außerdem sind die Perserteppiche weniger empfindlicher sind als Licht, weil die Seidenoberfläche weniger dazu neigt zu verbleichen.‘

Welchen SOS-Tipp haben Sie, wenn das Rotwein-Glas als klassischer Teppichunfall einfach umkippt?

Peter Renz: ‚Was sich als einfaches Hausmittelchen anhört, ist meistens am effektivsten und im Fall Seidenteppich ist das Wasser mit Seife. Man sollte den Fleck partiell mit Seife (bevorzugt Kernseife) einfach auswaschen und am besten die Stelle trocken föhnen, damit der Teppich keine ungewollten Wellen schlägt. Die weitläufig bekannten Farbaufhellungen passieren nur bei schlechten Teppichqualitäten.‘

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Sechs Jahre lang arbeiteten die Knüpfer an diesen Teppich, dessen Verlaufspreis bei 106.300 Euro liegt. Fotocredit: Marcus Hassler

Wo liegen wir preislich bei den Perserteppichen aus der Ausstellung?

Peter Renz: ‚Mal davon abgesehen, dass heutzutage solche Teppiche nicht mehr hergestellt werden, weil sich die Arbeitszeit und die edlen Materialien gar nicht mehr in Wert ausdrücken lassen, errechnet sich der Preis immer nach den Knotenfeinheiten pro Quadratmeter. Bei unserem größten Teppich liegen wir bei knapp über 100.000 €, man findet aber auch Perserteppiche ab 400 €. Als vereidigter Sachverständiger habe ich mit meinem ganzen Kollegium eine Wertbestimmung der Teppiche mittels Zertifikat festgelegt, welches der Käufer mitbekommt. Dieser liegt meistens 30 bis 40 Prozent über dem Verkaufspreis, welchen wir hier ausloben.‘

Öffnungszeiten Perserteppiche Ausstellung

Mo bis Fr 10 bis 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr und So 13 bis 18 Uhr (nur Besichtigung) im Böhmler Einrichtungshaus, Tal 11, 80331 München

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