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Gedeon Burkhard: Warum ist es um den Münchner so ruhig geworden?

Er war das Herrchen von Kommissar Rex und ging in Wien mit seinem vierbeinigen Freund auf Verbrecherjagd: der Münchner Schauspieler Gedeon Burkhard. Heute fährt er mit Käpt’n Kasi alias Tobias Kasimirowicz in seiner Wahlheimat Berlin Go-Kart und heuerte auf Kasis Hausboot an. Dort hat er mit uns nicht nur über diesen Dreh und das internationale Filmprojekt ‚The Key‘ gesprochen, wo er u.a. auch Regie führt, sondern auch über das Älterwerden! Ein Schicksal, mit welchem wir alle umgehen müssen.

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Ab Mitte November flimmert Gedeon Burkhard wieder über die Bildschirme. Fotocredit: Clemens Bilan für Getty Images

Mit Kasi drehte der 46-Jährige Gedeon Burkhardt eine Episode für die neue Doku-Soap ‚Käpt’n Kasi – Auf hoher Spree‘, einer Eigenproduktion des TV-Senders History (zu sehen ab 16. November 2015 immer montags um 22 Uhr). Wir haben den Schauspieler anlässlich der Dreharbeiten zum Interview getroffen.

Wie kamen Sie mit Käpt’n Kasi zusammen?

Gedeon Burkhard: ‚Ich habe seit zehn Jahren ein Go-Kart im Keller stehen, das ich endlich mal wieder in Gang bringen wollte. Und da konnte ich nach so langer Zeit ein bisschen mechanische Unterstützung gebrauchen. Käpt‘n Kasi kam mir da gerade recht (lacht). In der Folge meldet er sich auf eine Anzeige, die ich geschaltet habe, denn er braucht Geld, um den Motor seines neuen Hausboots zu reparieren. Wir haben also mein Kart ausgegraben, repariert, und dann ein Rennen zusammen gemacht. Später haben wir dann auch noch auf seinem Hausboot gegrillt. Kasi ist ein Überlebenskünstler mit vielseitigen Fähigkeiten, wie zum Beispiel ein Kart wieder zum Leben zu erwecken. Ich bin früher in Wien damit gefahren. Das Rennkart war ein Jugendtraum, den ich mir erfüllt habe. Als Kind konnte ich mir diesen Traum nicht leisten. Aber als ich dann in Wien für ‚Kommissar Rex‘ gedreht habe, bot sich mir endlich die Möglichkeit, diesen Jugendtraum zu erfüllen. Es gab dort eine fantastische Rennstrecke und dort bin ich regelmäßig gefahren.‘ 

Warum haben Sie das Kartfahren an den Nagel gehängt?

Gedeon Burkhard: ‚Wenn man zwei, drei Jahre damit herum gedüst ist und irgendwann feststellt, das 12-Jährige einem locker um die Ohren fahren, dann lässt man das irgendwann (lacht).‘

Sie sind in München geboren, haben lange Zeit in Wien gelebt und sind seit einigen Jahren in Berlin daheim. Fühlen Sie sich dort zu Hause?

Gedeon Burkhard: ‚Ich war lange genug in Wien und wollte einfach mal wieder etwas Neues. Außerdem war meine Tochter unterwegs. Insofern bin ich mittlerweile in Berlin sehr verwurzelt. Da kann man nicht mehr einfach so die Koffer packen und sagen: Jetzt lebe ich woanders.‘

Sie sagten vorhin, Kasi sei ein Überlebenskünstler. Wie viel Überlebenskünstler steckt in Ihnen?

Gedeon Burkhard: ‚Wenn ich ehrlich bin: Ich weiß nicht genau, wie sich das ausdrückt. Aber bislang habe ich es auf jeden Fall geschafft zu überleben.‘

Ist man als Schauspieler nicht generell Überlebenskünstler?

Gedeon Burkhard: ‚Ich bin mir nicht sicher, ob das zusammenpasst. Aber wahrscheinlich muss man als Schauspieler auch Überlebenskünstler sein, ja. Da es kein sicherer Beruf ist. Man weiß nie, ob und wann der nächste Job kommt. Trotzdem sind für mich Überlebenskünstler eher Menschen, die bunt durchs Leben gehen und die verschiedensten Dinge machen, um zu überleben. Ich hingegen bin hauptsächlich einer, der im Filmgeschäft arbeitet.‘

Also bodenständig?

Gedeon Burkhard: ‚Wenn Sie die Schauspielerei als bodenständig bezeichnen wollen, dann gerne. Ich bin der normalste Mensch der Welt. Aus meiner Sicht ist die Schauspielerei auf jeden Fall etwas Bodenständiges.‘ 

Welche neuen Projekte gibt es außer Käpt’n Kasi?

Gedeon Burkhard: ‚Ich habe bei meinem ersten Spielfilm Regie geführt, einem Low Budget Horrorthriller. Wir haben in Berlin gedreht, aber mit amerikanischen Schauspielern in den Hauptrollen. Wir sind gerade dabei, diesen Film zu verkaufen. Es sieht sehr gut aus, dass wir ihn zuerst in den USA an einen Verleih bringen – was für uns natürlich ein riesengroßer Erfolg wäre. Und dann schauen wir weiter. Ich bin da sozusagen reingestolpert, aber es macht wahnsinnig viel Spaß. Wir haben schon zwei Jahre hart an diesem Film gearbeitet, ich habe am Drehbuch mitgeschrieben und den Film auch geschnitten. Die Postproduktion dauert etwas länger, aber das ist bei Low-Budget-Produktionen ganz normal. Im Moment schreibe ich gerade an einer deutschen Komödie. Und dazwischen habe ich zum Glück auch immer wieder gedreht.‘

Sie werden auch nach Jahren immer noch mit ‚Kommissar Rex‘ in Verbindung gebracht. Nervt das manchmal?

Gedeon Burkhard: ‚Nein, das freut mich. Aber, ‚Kommissar Rex‘ ist weit über 15 Jahr her, und seitdem hat man mich ja auch in anderen Rollen sehen können. Zum Glück, sonst hätte ich ja nicht überleben können. Aber klar: Kommissar Rex ist immer noch vorhanden und sicherlich auch die populärste Figur, die ich je verkörpert habe. Mich freut es generell, wenn Leute mich ansprechen, weil das, was ich im Kino oder im Fernsehen gemacht habe, ihnen gefallen hat. Ob das nun wegen, ‚Kommissar Rex‘, ‚Kleine Haie‘, ‚Inglourious Basterds‘ oder einem Liebesfilm im deutschen Fernsehen ist, ist mir eigentlich völlig egal.‘ 

Träumen Sie den Traum von Hollywood? Würden Sie für die Karriere in die USA gehen?

Gedeon Burkhard: ‚Ach, wissen Sie, diese Sichtweise erschließt sich mir nicht wirklich. Ich hatte das Glück bei einem großen Hollywood-Film dabei zu sein, aber gedreht wurde er in Berlin. Im Endeffekt übt man seinen Beruf aus, kommt mit Leuten aus aller Welt zusammen und manchmal ergibt sich daraus wieder etwas Neues. Mit großartigen Leuten Filme zu machen, dass macht Spaß. Wo das nun passiert, ist eigentlich nicht relevant.‘

Sind Sie ruhiger geworden? Das Go-Kart-Fahren haben Sie schließlich an den Nagel gehängt.

Gedeon Burkhard: ‚Na ja, Go-Kart fahren ist ja jetzt nicht so wild. Aber ich bin jetzt Mitte 40 und ich habe eine Tochter. Da ist die Disco oder der Nachtclub natürlich nicht mehr das Hauptinteresse in meinem Leben. Heute haue ich mir nur noch die Nächte um die Ohren, um zu schreiben oder zu drehen. In den Clubs läuft aber, ehrlich gesagt, auch nicht mehr meine Musik.‘ 

Haben Sie sich vom Partyleben verabschiedet?

Gedeon Burkhard: ‚Partys waren viele Jahre lang ein großer Bestandteil meines Lebens, aber jetzt ist das doch sehr an den Rand gerückt. Ich habe mittlerweile einfach andere Interessen.‘

Welche zum Beispiel?

Gedeon Burkhard: ‚Filme machen! Allein die Vorstellung, etwas auf die Beine zu stellen, genügt: ein Drehbuch zu schreiben und dann alles am Set zu schmeißen und diesen ‚Sandkasten für Erwachsene‘ finanziert zu bekommen. Die Arbeit am Set, das eigentliche Drehen, das empfinde ich schon als sehr aufregend. Das ist mittlerweile meine Party. Heute mache ich lieber 30 Nächte beim Drehen durch als zwei Nächte im Club. Man schläft zwar kaum, läuft aber trotzdem die ganze Zeit mit einem Grinsen durch die Gegend. Genau wie früher bei den Partys.‘

Klingt nach Workaholic.

Gedeon Burkhard: ‚Nein, das bin ich gar nicht. Natürlich bedarf es viel harter Arbeit und langwieriger Vorbereitungen, bis man endlich am Filmset steht. Aber, das ist es mehr als wert. Ich arbeite eben nicht ’nine to five‘, sondern so lange, bis die Szene im Kasten ist. Oder, solange man das Team motivieren kann (lacht).‘

Was sagt Ihre Freundin dazu? Macht die das ohne Murren mit?

Gedeon Burkhard: ‚Klar. Ich komme, wenn ich in Berlin drehe, ja irgendwann nachts nach Hause. Außerdem geht meine Freundin ja auch jeden Tag zur Arbeit.‘

Text: Andrea Vodermayr

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