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HORST P. HORST: ICONS OF FASHION AND BEAUTY bei Bernheimer Fine Art Photography

In über sechs Jahrzehnten seines künstlerischen Schaffens avancierte Horst P. Horst zu einem der bedeutendsten und stilbildenden Mode-, Gesellschafts- und Aktphotographen des 20. Jahrhunderts. Die ausgestellten schwarz-weiss Photographien, welche man bis Januar 2013 in der Galerie Bernheimer Fine Art Photography in der Brienner Strasse bewundern und kaufen kann, stammen alle direkt aus dem Nachlass des Künstlers, wobei es sich ausnahmslos um Abzüge handelt, die zu seinen Lebzeiten hergestellt wurden. Gezeigt werden Silbergelatin-Abzüge sowie einige seltene Platinabzüge.

Photographien von Horst P. Horst: links – Nina De Vogh, 1981, Silver Gelatin Print 50 x 60 cm. rechts – Mainbocher Corset, 1939 Silver Gelatin Print, 60 x 50 cm. Fotocredit: Horst Estate / Courtesy of Bernheimer Fine Art Photography

Nach 2009 ist dies die zweite Ausstellung in Kooperation mit dem Horst Estate, Miami/Florida. Wie der aktuelle Ausstellungstitel Horst P. Horst: Icons of Fashion and Beauty verrät, liegt der Schwerpunkt der diesjährigen Ausstellung auf Mode-, Porträt- und Aktphotographie. Gezeigt werden rund 35 Photographien, die Horst von den 30er bis in die 80er Jahre aufnahm.

Horst begann seine Karriere 1931 in Paris bei der französischen Vogue. Die klassischen Modephotographien des deutsch-amerikanischen Photographen offenbaren ein meisterhaftes Gespür für die Komposition mittels Licht und Schatten, sowie einen ausgeprägten Sinn für Geometrie und Linienführung. In der Ausstellung führt dies der weltbekannte Rückenakt mit dem Titel Mainbocher Corset (Bild rechts) beispielhaft vor Augen: Das dramatische Studiolicht der streng graphischen und klaren Komposition fällt von rechts oben ein, wirft ausgedehnte Schatten und betont das hochgesteckte Haar des Modells. Der nach vorne gebeugte Torso ist in ein helles Korsett gekleidet, dessen locker drapierte Bindfäden die vorwiegende Strenge der Komposition auflösen. Im Kanon der Kunstgeschichte fügt sich das Mainbocher Corset von 1939 in eine Reihe weltberühmter Rückenakte von Ingres bis Man Ray.

Aber Horst P. Horst hat auch einen Faible für den Surrealismus. Wenn Sie die Ausstellung besuchen, schauen Sie sich unbedingt Photographie Dali Costumes an, für die der Photograph in Zusammenarbeit mit Salvador Dali phantasievolle Kostüme entwarf und anschließend in seinem Studio in Szene setzte.

Für seine Aufnahmen bevorzugte Horst P. Horst Rolleiflex und Hasselblad Kameras. Vorzugsweise arbeitete Horst P. Horst im Studio, da er die Inszenierung im künstlichen Licht besonders schätze.

Biographie Photograph Horst P. Horst

Horst Paul Albert Bohrmann (Künstlername Horst P. Horst) wurde am 14. August 1906 in Weißenfels an der Saale geboren. Ende der 1920er Jahre begann Horst mit einer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Hamburg zum Möbeldesigner.
1930 reiste er nach Paris, wo er kurzzeitig als Praktikant im Atelier von Le Corbusier tätig war. In Paris lernte Horst den Vogue-Photographen Baron George von Hoyningen-Huene kennen, der ihn in die Kreise der Pariser Modemacher, Künstler, Intellektuellen, Schauspieler und Aristokraten einführte. Horst wurde sein Assistent, Modell und Reisegefährte. Ab 1931 photographierte Horst auf Vermittlung von Dr. Mehemed Fehmy Agha, dem Art Director der amerikanischen Vogue, erstmals für das Modemagazin. Ein sechsmonatiger Arbeitsaufenthalt in den USA auf Einladung von Vogue-Verleger Condé Nast endete vorzeitig.

Horst kehrte nach Paris zurück, wo er 1935 die Stelle als Vogue-Chefphotograph von Hoyningen-Huene übernahm.

1937 zog Horst nach New York, und beantragte die amerikanische Staatsbürgerschaft. Nach seiner Musterung im Jahre 1942 und anschließender Grundausbildung arbeitete Horst ab 1943 als Photograph für die US Army. In diesem Zusammenhang photographierte er 1945 Präsident Harry S. Truman und avancierte zum offiziellen Photographen der folgenden Präsidenten bis Gerald R. Ford.

Nach seiner Entlassung aus der Armee arbeitete er erneut für die Vogue in Paris und New York. Neben der Vogue arbeitete Horst ab 1952 verstärkt auch für House&Garden; Arbeitsreisen führten ihn nach Venezuela und Portugal (1967), nach Guadeloupe und auf die Bahamas (1970), Mexiko, die Türkei, Spanien und Rumänien (1972) sowie Santo Domingo, Deutschland, Marokko und Frankreich (1979).

Angeregt von der damaligen Chefredakteurin der amerikanischen Vogue, Diana Vreeland, widmete sich Horst von Anfang der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre in großen Photoserien dem Lebensstil der internationalen High Society. 1968 erschien das von Valentine Lawford und ihm herausgegebene Vogue’s Book of Houses, Gardens, People, darüber hinaus arbeitete er an seinem Buch Salute to the Thirties, das Porträts amerikanischer Filmschauspielerinnen der 1930er Jahre von ihm und Hoyningen-Huene enthält und 1971 erschien.

In den 1980er Jahren intensivierte Horst seine Publikations- und Ausstellungstätigkeit: Neben Aufträgen für die englische, italienische und spanische Ausgabe der Vogue übernahm er auch Arbeiten für Vanity Fair; 1984 veröffentlichte sein langjähriger Freund und Ex-Karrierediplomat Valentine Lawford die Biografie Horst – His Work and his World, und nach einer großen Retrospektive im International Center of Photography in New York (1984) folgten bis Ende der 1980er Jahre Einzelausstellungen in Venedig (1985), London (1986), München und Bremen (1987), London, Frankfurt und Hamburg (1988), London, Los Angeles und New York (1989), Houston, Toronto und Atlanta (1990). Horst P. Horst verstarb am 19. November 1999 in Palm Beach Gardens, Florida, USA.

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