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München Geschichte: Zehn Orte, die man in Nymphenburg kennen sollte!

Auf einer gut zweistündigen City-Segway-Tour hatte der Münchner Stadtführer Dagobert Benz gemeinsam mit dem Architekten Prof. Ludwig Wappner die geschichtsträchtigen Orte im Münchner Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg unter die Lupe genommen. Grund: Als Tor zum neuen Wohn- und Geschäftsquartier Am Hirschgarten entsteht FRIENDS inmitten des städtebaulichen Spannungsfeldes zwischen den Bahngleisen einer Metropole, den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten im Grün des Hirschgartens, dem urbanen Flair rund um Rotkreuzplatz und Volkartstraße sowie der Geschichte von Schloss Nymphenburg mit seinem Kanal und seinen Parkanlagen. Zehn Orte, welche man in Nymphenburg kennen sollte!  

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Biergarten ‚Königlicher Hirschgarten‘. Foto: LBBW Immobilien, Sorin Morar


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Schloß Nymphenburg. Foto: LBBW Immobilien, Sorin Morar


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Amerikablock in Nymphenburg. Foto: LBBW Immobilien, Heinz von Heydenaber


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Herz Jesu Kirche in Nymphenburg. Fotocredit: LBBW Immobilien, Heinz von Heydenaber


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Herz Jesu Kirche in Nymphenburg. Fotocredit: LBBW Immobilien, Heinz von Heydenaber


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Haus der Architektur in Nymphenburg. Foto: LBBW Immobilien, Heinz von Heydenaber


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Hubertusbrunnen in Nymphenburg. Foto: LBBW Immobilien, Heinz von Heydenaber


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Schloss Nymphenburg. Foto: LBBW Immobilien, Heinz von Heydenaber


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Schloss Nymphenburg, Fotocredit: LBBW Immobilien, Sorin Morar


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Nymphenburger Kanal. Foto: LBBW Immobilien, Sorin Morar

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1. Fasane, Seidenraupen, Edelhirsche, Bier und Skater: Der Hirschgarten

Der heutige Hirschgarten geht auf eine 1720 angelegte Fasanerie zurück. Seit 1767 wurde hier Hopfen für die kurfürstlichen Brauhäuser angebaut. Dieser musste knapp 20 Jahre später allerdings einer Seidenraupenzucht weichen, für die 17.000 Maulbeerbäume gepflanzt wurden. 1780 beauftragte Kurfürst Karl Theodor seinen Oberstjägermeister damit, auf dem Areal ein etwa 45 Hektar großes Jagdrevier für den Adel anzulegen. Ein Teil des Gebietes wurde eingezäunt, 100 Dam- und Edelhirsche wurden ausgesetzt. Bald darauf stellte der Kurfürst die Parkanlage den Münchner Bürgern zur Verfügung. Das 1791 erbaute Jägerhaus diente als erste gastronomische Einrichtung. In den Jahren 1958 und 1959 wurde der nordöstliche Teil des Parks zum städtischen Erholungsgebiet umgestaltet. 1968 bis 1970 erfolgte der Ausbau zur öffentlichen Parkanlage mit Erweiterung nach Süden. Heute ist der Hirschgarten ein beliebtes Ausflugs- und Freizeitziel mit zum Teil über 150 Jahre altem Baumbestand, Spielplätzen, Wiesenflächen, Grillarealen, einem Skatepark sowie einem Biergarten mit 8.000 Plätzen. Südwestlich des Biergartens befindet sich noch immer ein zwei Hektar großes Gehege mit Dam- und Muffelwild. Jedes Jahr im Juli findet hier zudem das Magdalenenfest statt.

2. Amerikanerblock und Steubenplatz

Der Amerikanerblock am Steubenplatz wurde als letztes Gebäude am westlichen Ende der Siedlung Neuhausen nach den Plänen der Architekten Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert errichtet. Das markante Gebäude gilt als bedeutendes Beispiel der Neuen Sachlichkeit. Seinen Namen verdankt der Bau Krediten aus den Vereinigten Staaten. Diese hatte der damalige Oberbürgermeister Karl Scharnagl zur Finanzierung des Gebäudes ausgehandelt. Der Amerikanerblock ist deutlich markanter gestaltet als die übrigen Bauten der Siedlung. Zudem ist er mit seinen fünf Geschossen ein Stockwerk höher als die angrenzenden Gebäude. In der Mitte der vierflügeligen Anlage befindet sich ein großer Innenhof. Die Ecken des Amerikanerblocks sind teilweise abgerundet, Eingänge und Balkone sind durch dunkle Klinker hervorgehoben. Die über den Eingängen angebrachten Figuren stammen von Erwin Kurz. Der angrenzende Steubenplatz ist wie der Amerikanerblock nach einem Deutsch-Amerikaner benannt: Friedrich Wilhelm von Steuben spielte als General eine entscheidende Rolle im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

3. Zwischen Residenz und Schloss: Der Rotkreuzplatz

Im 19. Jahrhundert zählte das Dorf Neuhausen kaum 30 Anwesen. Schon damals aber war der Ort der Mittelpunkt des Verkehrs zwischen Residenz und Schloss Nymphenburg. Die heutige Nymphenburger Straße (früher Fürstenweg) verband Schloss und Residenz, die Donnersbergerstraße (früher Kirchweg) führte zur Sendlinger Kirche, da Neuhausen bis 1871 zur Pfarrei Sendling gehörte. Am Schnittpunkt der beiden Straßen entstand am südlichen Ende des Dorfes eine Kreuzung, die 1903 in Anlehnung an das nahegelegene Rotkreuzkrankenhaus zum Rotkreuzplatz benannt wurde. Nahezu die gesamte ursprüngliche Bebauung des Platzes wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Dazu zählte auch das Jagdschlössl. Heute steht an dessen Stelle das höchste und damit markanteste Gebäude am Rotkreuzplatz: das 1949 von Bruno Biehler entworfene Schwesternwohnheim des Roten Kreuz. Früher als Neuhauser Stachus bezeichnet, sind der Rotkreuzplatz und seine Nebenstraßen auch heute noch das pulsierende Zentrum Neuhausens mit zahlreichen Cafés, Bars, Restaurants und Geschäften. Zudem finden hier kulturelle Veranstaltungen wie das Bluesfest statt. Den Platz selbst zieren zwei Brunnen: Der Winthirbrunnen wurde 1955 nach einem Entwurf von Ursula und Rudolf Wachter als Ersatz für den im Krieg zerstörten gleichnamigen Brunnen von Theodor Fischer und Jakob Bradl neu erbaut. 1984 folgte das von Prof. Klaus Schultze entworfene Steinerne Paar.

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Die Herz-Jesu-Kirche in Nymphenburg. Fotocredit: LBBW Immobilien, Sorin Morar

4. Außergewöhnlich, viel diskutiert, identitätsstiftend: Die neue Herz-Jesu-Kirche Die katholische Pfarrkirche Herz Jesu ist eines der modernen Wahrzeichen Neuhausens – und ganz Münchens. Sie wurde auf Basis eines Wettbewerbs zwischen 1997 bis 2000 nach den Plänen des renommierten Münchner Architekturbüros Allmann Sattler Wappner neu errichtet. Die alte gleichnamige Kirche war 1994 einem Brand zum Opfer gefallen. Die architektonische Besonderheit des Neubaus bildet ein räumlich einfacher, lichtdurchlässiger Glaskubus mit einer künstlerisch bearbeiteten blauen Torfront sowie transparenten und semitransparenten Seitenverglasungen. Die Tageslichtwahrnehmung durch diese äußere Fassadengestaltung und eine innere raumhohe Holzlamellenwand ist im Altarbereich am diffusesten und kontemplativsten und wird zum Eingang hin außen immer transparenter und im inneren Kirchenraum gedeckter. Durch über 2.000 senkrecht stehende Lamellen fällt je nach Sonnenstand unterschiedlich gefiltertes Licht. Wegen der speziellen Ausrichtung der Lamellen nimmt die Helligkeit zum Altar hin kontinuierlich zu. Gegenläufig verhält sich die Transparenz der Außenwände, die im Verlauf mehr und mehr opak erscheinen und so den Altarraum vor direkten Einblicken schützen, während sie im Eingangsbereich direkte Einblicke gewähren. Um den eigentlichen Kirchenraum herum führt ein künstlerisch gestalteter Kreuzweg der auch traditionelle Einzüge in der Liturgie ermöglicht. Eine weitere Besonderheit ist zudem die große silberfarbene Orgel aus der Werkstatt des Marburger Orgelbauers Gerald Woehl im massiv betonierten Orgelkasten über dem Zugang des eigentlichen Kirchenraums. Dieses Bauteil verbessert die Akustik und schützt den Kirchenraum im Süden vor direkter Sonneneinstrahlung. Das große Portal der Herz-Jesu-Kirche gilt als größtes Kirchentor der Welt und wird nur an hohen Feiertagen vollständig geöffnet. Ansonsten bilden zwei maßstäbliche Doppeltüren den Eingang zur Kirche.

5. Verbindung zwischen Neubau und Barock: Die Bayerische Architektenkammer

Der Sitz der Bayerischen Architektenkammer befindet sich in der neobarocken Postvilla des Architekten Littmann von 1924. Auf demselben Grundstück entstand mit dem 2002 eröffneten ‚Haus der Architektur‘ ein neues Veranstaltungs- und Seminargebäude. Den von der Kammer ausgelobten Wettbewerb entschied das Büro Drescher Kubina für sich. Der klar strukturierte Neubau bildet einen konsequenten aber zurückhaltenden Kontrast zu dem historischen Nachbargebäude. Seine Materialauswahl wird durch Sichtbeton für alle tragenden Teile sowie die horizontal strukturierte Verglasung bestimmt. Im Innenbereich befinden sich in allen Bereichen Gussasphaltböden.

6. Markante Sichtachse: Nymphenburger Kanal und Hubertusbrunnen

Der Nymphenburger Kanal beginnt unter dem Namen Pasing-Nymphenburger Kanal im Stadtteil Pasing als Abzweig der Würm. Nach seinem Eintritt in den Schlosspark speist der Kanal das gesamte Wassersystem des Parks einschließlich des Großen und Kleinen Sees. Der Pasing-Nymphenburger Kanal wurde 1701 bis 1703 von Kurfürst Max Emanuel im Zusammenhang mit der Erweiterung von Schloss Nymphenburg angelegt, um Schloss und Park mit Wasser zu versorgen. Der Nymphenburger Kanal gehört auch heute zu den markantesten Sichtachsen Münchens und ist beiderseits von Auffahrtsalleen flankiert. Ein Teil des Nymphenburger Kanals, der sogenannte Schlosskanal, verbindet das Schloss am östlichen Kanalende direkt mit dem Hubertusbrunnen. Dieser stand ursprünglich vor dem Bayerischen Nationalmuseum. Dort wurde er zwischen 1903 und 1907 nach einem Entwurf Adolf von Hildebrands als überdachter Tempel errichtet. 1937 wurde er an seinem ursprünglichen Standort abgetragen und 1954 an seinem heutigen Standort wiedererrichtet. Im Inneren des Tempels befinden sich der eigentliche Brunnen sowie das Standbild eines Hirsches. Eine Figur des heiligen Hubertus steht auf dem Dach. Der Legende nach wurde Hubertus von Lüttich, der Namensgeber des Brunnens, auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt. Hubertus gilt seither als Schutzpatron der Jagd.

7. Königliche Anfahrt: Nördliche und Südliche Auffahrtsallee

Die Nördliche und Südliche Auffahrtsallee verlaufen entlang des Nymphenburger Schlosskanals. Hier verkehrten ursprünglich die Kutschen und Pferdegespanne des kurfürstlichen Hofes, der im Sommer die Stadtresidenz verließ und seine Aktivitäten nach Schloss Nymphenburg verlegte. Das spektakuläre an der Anfahrt: Schon lange vor der Ankunft taucht der massive Schlossbau zwischen den Bäumen auf, verschwindet wieder, wird größer und größer, bis sich die Kulissen auftun zur Einfahrt in die Weite des Schlossrondells.

8. Vom italienischen Landhausstil zur königlichen Fassade: Die Schlossfront

Das Nymphenburger Schloss diente ursprünglich als Sommerresidenz des bayerischen Kurfürstenpaares Ferdinand Maria und Henriette Adelheid von Savoyen. Es wurde 1664 vom Kurfürsten als Geschenk an seine Frau zur Geburt des lang ersehnten Thronerben Max Emanuel in Auftrag gegeben. Max Emanuel selbst hatte später wesentlichen Anteil an der Erweiterung des Schlosses. Zunächst war das Schloss von Agostino Barelli als einfacher kubischer Pavillon im Stil eines italienischen Landhauses geplant und wurde 1675 fertiggestellt. Als Baumaterial diente Kehlheimer Kalkstein, der später unter anderem auch als Baustoff für die Feldherrnhalle und die Ruhmeshalle an der Theresienwiese diente. Erst in der Regierungszeit Max Emmanuels erhielt das Schloss seine heutige Form. Max Emmanuel ließ es um die beiden Galerien neben dem Hauptschloss und vier Pavillons erweitern. 1716 veränderte der Architekt Joseph Effner die Fassaden des Hauptbaues nach französischem Vorbild. In der Mitte der einzelnen Geschosse entstanden je drei große rundbogige Fenster. Diese werden durch kannelierte Pilaster eingerahmt, die bis ans Dach reichen.

9. Brotzeit im Grünen: Der ‚Königliche Hirschgarten‘

Heute ist der ‚Königliche Hirschgarten‘ mit 8.000 Plätzen Bayerns größter Biergarten. Seinen Adelstitel erhielt der Biergarten wegen der engen Verbindung zum Hause Wittelsbach. Noch heute fließt das Bier aus 200 Liter großen Holzfässern, sogenannten ‚Hirschen‘. Deren Name geht auf die Jagdgesellschaften König Ludwig I. zurück. Der Monarch ließ die Fässer stets zur Verköstigung seiner Gäste im königlichen Hirschgarten deponieren. Die Geschichte des Gasthauses reicht sogar noch weiter zurück: 1791 bekam der Oberjäger, der mit der Hege des ausgesetzten Edelwilds betraut war, vom Kurfürsten Karl Theodor die Erlaubnis, im Jagdhaus eine Wirtschaft zu betreiben. Dieses so genannte ‚Jägerhaus‘ wurde bald auch auf den Garten ausgedehnt. Erst in der Regierungszeit Max Emmanuels erhielt das Schloss seine heutige Form. Max Emmanuel ließ es um die beiden Galerien neben dem Hauptschloss und vier Pavillons erweitern. 1716 veränderte der Architekt Joseph Effner die Fassaden des Hauptbaues nach französischem Vorbild. In der Mitte der einzelnen Geschosse entstanden je drei große rundbogige Fenster. Diese werden durch kannelierte Pilaster eingerahmt, die bis ans Dach reichen.

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Das forum am Hirschgarten wird bald Mittelpunkt des neuen Stadtquartiers Am Hirschgarten sein. Fotocredit: LBBW Immobilien, Heinz von Heydenaber

10. Im Herzen des neuen Stadtquartiers: Das forum am Hirschgarten

Das Stadtquartier selbst entsteht seit 2007 auf einem stillgelegten Bahn-Areal zwischen Hauptbahnhof München und Pasing. Auf einer Gesamtfläche von 270.000 Quadratmetern sollen künftig 3.400 Menschen wohnen und 3.100 arbeiten. Das Besondere an dem Quartier: Es liegt in einem der urbansten Stadtteile Münchens, in Neuhausen-Nymphenburg. So sind etwa der 40 Hektar große Landschaftspark Hirschgarten, Bayerns größter Biergarten, das Nymphenburger Schloss mit seinen Parkanlagen sowie kleine Boutiquen, Bars, das Kulturzentrum Backstage und zahlreiche namhafte Restaurants fußläufig zu erreichen.

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