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Münchner Kaffeehaus-Tradition seit 1888: Das Luitpold

1888 öffnete eines der mondänsten Kaffeehäuser Europas seine Pforten: das Café Luitpold in München. Über die Jahrzehnte hat es die Münchner Geschichte mit geschrieben. Doch erst jetzt wurde dem Café ein Buch gewidmet. Viele Geschichten, fast 40 Original-Rezepte und über 640 Fotos fangen das Lebensgefühl ganzer Generationen von Genießern ein. 

Zu Münchens traditionellsten Kaffeehaus gibt es jetzt das Buch ‚Das Luitpold‘ – ein ‚Coffee Table Book‘ für alle Genießer und Anhänger exquisiter Lebenskultur. Nur einer Handvoll der berühmten europäischen Grand Cafés ist es gelungen, gute, alte Traditionen ins 21. Jahrhundert zu übersetzen. 300 Seiten, Dort-Hagenhausen-Verlag, 39,90 €

Nur einer Handvoll der berühmten europäischen Grand Cafés ist es gelungen, gute, alte Traditionen ins 21. Jahrhundert zu übersetzen und ihre klangvollen Namen auch heute mit Kaffeehausleben zu füllen. Das Caffè Greco in Rom gehört dazu, das Gijón in Madrid, das Procope in Paris, das Central in Wien – und das Cafe Luitpold in München.

1888 öffnete das Cafe Luitpold seine Pforten als eines der größten und mondänsten Kaffeehäuser Europas, welches den Namen des Regenten tra­gen darf. ‚Hier trafen sich Fabrikanten ebenso wie Damenkränzchen, Handwerkszünfte und Vereine, aber auch die Redaktion der Satire-Zeitschrift Simplicissimus und die Künstler der Münchner Moderne – mit anderen Worten: alle Welt‘,  schreibt Münchens Oberbürgermeister Christian Ude in sein Vorwort, welcher zur Buchpräsentation schwor: ‚Die 300 Seiten sind so kurzlebig zu lesen, dass das Buch selbst ein Genuss ist‘, und er gestand: ‚Ich habe als Münchner viel Neues über München erfahren!‘

Nach der Neueröffnung im Jahr 1962 führten die Besitzer Paul und Marika Buchner das modern gestaltete ‚Cafe Luitpold‘ zu neuem Ansehen. Die hochwertigen Konditoreiwaren brachten auch Vicco von Bülow alias Loriot in seinem Essay ‚Pralinen für den Sündenfall‘ ins Schwärmen (1968). Die Historie des Luitpold ist heute im hauseigenen Museum dokumentiert. Der neue Pächter (seit Juli 2009) Dr. Stephan Meier erfüllte sich mit der Übernahme des Cafes einen ‚Lebenstraum‘ und erführte mit einer Renovierung das Cafes perfekt ins 21. Jahrhundert.

Die historische Natursteinfassade wurde aufwändig wiederhergestellt, so dass in diesem Bereich das Cafe Luitpold mit seiner Fassade von 1888 wieder zu sehen ist. Die rote Bestuhlung im Außenbereich wurde entsprechend dem historischen Vorbild der 30er Jahre nachgebaut und nimmt auch hier die alte Tradition des Cafe Luitpold auf.

Kochkultur und Konditorenhandwerk wird in der neuen ‚offenen Küche‘ live inszeniert, das heißt, die Gäste können den Köchen fortan bei der Arbeit zusehen und miterleben, wie Frische à la minute produziert wird. Wie in allen großen Kaffeehäusern gibt es ein reiches Angebot, das vom Frühstück über das Mittagsessen bis hin – und das ist neu – zur Abendgastronomie reicht. Dementsprechend ist das Cafe Luitpold nun von 8 Uhr morgens bis 23 Uhr abends geöffnet. An Sonn- und Montagen nur bis 19.00 Uhr.

Zehn Fakten aus dem Buch, welche Sie über München garantiert noch nicht wussten:

  • 1899 Im Oktober findet der Erste Bayerische Frauentag im Café Luitpold statt. Die Frauen diskutierten über den Sinn von Mädchengymnasien und fordern in einer Resolution eine Verordnung zum Schutz der Kellnerinnen. Die Veranstaltung gilt als Initialzündung für die Emazipationsbewegung in Bayern
  • 1911 Der Prinzregent feiert im Café Luitpold seinen 90. Geburtstag. Neben englischen Langousten wurden ‚Japanische Kackis‘ und ‚Norweger Hummer‘ kredenzt
  • 1912 Künstler Wassily Kandinsky und Franz Marc präsentieren ihre Ausstellung ‚Schwarz-Weiss‘ im ersten Stock des Luitpoldblocks
  • 1929 eröffnet im Luitpoldblock Münchens größtes Kino. Die Luitpold-Lichtspiele haben 1368 Sitzplätze.
  • 1932 Schriftsteller Klaus Mann (Sohn von Thomas Mann) beobachtet Adolf Hitler beim maßlosen Verzehr von Erdbeertörtchen mit Schlagrahm. Leider was das Café auch zum Treffpunkt der SA und SS geworden, was für Mann besonders tragisch war, ging er so gern in sein Luitpold
  • 1944 In der Nacht vom 18. Dezember 1944 gehen nach einem 45-minütigen Bombardement die Lichter im Café Luitpold aus. Der Betrieb im Keller geht erst einmal weiter.
  • 1945 werden im Luitpold-Theater wieder Filme gezeigt. Weltstars wie Ingrid Bergmann und Maximilian Schell kommen zu Premieren nach München
  • 1960 Luitpold-Ausverkauf: Bevor Marika und Paul Buchner den Luitpoldblock samt Kaffeehaus von der Staatsbank erwerben, wird alles im Café versteigert
  • 1962 Re-Opening des Cafe Luitpold mit American Grillroom mit hoher Theke und Barstühlen
  • 2004 Das kleine, feine Museum Sammlung Café Luitpold wird eröffnet. Bis heute sind hier Artefakte, Bilder und Literatur rund um die Geschichte des Cafés ausgestellt, welche das Ehepaar Buchner jahrzehntelang zusammengetragen hat. Wer mag, kann durch ein Fenster die Konditoren bei der Arbeit beobachten

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