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Münchens neue Oldtimer Rallye: Interview mit Initiator Marcus Görig

Wer nutzt eine Oldtimer Rallye nicht auch als Networking-Event? Marcus Görig hat daraus ein Business-Modell gemacht und veranstaltet seit sieben Jahren Classic Car-Rallyes als reine Incentive-Events. 2014 gibt es eine Münchner Rallye-Premiere, denn zum ersten Mal starten am 10. Oktober 2014 Classic Car-Liebhaber aus Wirtschaft, Kultur und Politik zu einer einzigartigen Fahrt ab Anzing bei C.F. Mirbach über das Hotel InterContinental Resort Berchtesgaden zurück nach München, wo im Ristorante Perazzo das Galadiner mit Siegerehrung stattfinden wird. Ein Interview über Oldtimer als ‚mobile Besprechungskabinen‘ und die Nachhaltigkeit von Incentive-Events!

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Marcus Görig lädt zum ersten Mal in München zur ‚Executive Rallye‘. Fotocredit: gpm – Agentur für Marketing GmbH

Ist es in Zeiten von Nachhaltigkeit noch angesagt, Autorallyes zu veranstalten?

Marcus Görig: ‚Ich habe meinen Classic Car Rallyes den Namen ‚Zeitreise‘ gegeben. Diese Veranstaltungen sind Incentive-Events zum Selber-fahren. Anstatt einem Golfturnier oder einem sonstigen Firmen-Event verbringen die Gäste der Zeitreise einen Tag in ‚mobilen Besprechungskabinen‘. Nach wenigen Kilometern wird der Fahrer und Beifahrer zum Team und am Ende eines Rallye-Tages ist man meistens beim Du. Besser kann eine Kundenbeziehung nicht aufgebaut oder vertieft werden. Wir stellen die Autos zur Verfügung, suchen die Route aus und stellen Fragen zum Unternehmen, sodass am Abend ein Gewinner der Rallye gekürt werden kann. Die Zeitreise Rallyes sind sanfte touristische Ausfahrten ohne die Absicht der Erzielung der Höchstgeschwindigkeit. Die Umweltbelastung die durch 10 Classic Cars verursacht wird, findet als 10te Digitale hinter dem Komma statt , ist aber nicht weg zu diskutieren. Aber unser Thema heißt auch nicht Vernunft sondern Emotion!‘

Sie veranstalten seit über 10 Jahren Oldtimer Rallyes. Was fasziniert sie an dem Thema ‚Oldtimer Rallyes?

Marcus Görig: ‚Ehrlich gesagt: Mich fasziniert einfach alles an Classic Cars. Das Aussehen und das Design der Wagen, die Geschichten der Vorbesitzer, die Technik, der Geruch (meistens zumindest). Bei besonderen Wagen wie alten Sport- oder Rennwagen kommt natürlich noch die Renngeschichte mit dazu. Eine Rallye ist dann eine wundervolle Gelegenheit, Menschen kennen zu lernen und das ohne Einschränkung! Bei einem Golfturnier als Corporate Event kann beispielsweise nicht jeder mitmachen. Einen Führerschein Klasse 3 hat jeder! Und fast jeder hat einen Bezug oder eine Kindheitserinnerung zu einem alten Auto – und wenn es der VW Käfer von Onkel Otto war. Dieses Thema ist einfach hoch emotional, breit aufgestellt und es hat ein sehr positiv gefärbtes Image.‘

Wie sind Sie persönlich auf das Thema Auto gekommen?

Marcus Görig: ‚Als 15-jähriger habe ich mich beim Schulsport verletzt und musste eine Woche ins Krankenhaus. Meine Mutter versorgte mich ausreichend mit Schulbüchern, aber ich bat sie, zum lokalen Porsche-Händler zu gehen und mir einige Prospekte mitzubringen. So lernte ich anstatt Matheformeln und Lateinvokabeln die technischen Daten sämtlicher Porsche Modelle auswendig. Später habe ich diesen Porschehändler persönlich kennenlernen dürfen. Es war Paul Ernst Strähle, der in den 50er und 60er Jahren ein bekannter Porsche Rennfahrer war. Ich saugte quasi seine Geschichten über die Mille Miglia, die Targa Florio und anderer Rennen auf! Seither hat mich diese Leidenschaft nicht mehr losgelassen.

Nun machen Sie zum ersten Mal in München eine solche Rallye. Wie darf man sich denn solch ein Event vorstellen? Und wohin geht die Reise dieses Mal?

Marcus Görig: ‚Die Executive Rallye am 10. Oktober ist eine reine Networking-Veranstaltung. Hier treffen sich Vertreter aus Wirtschaft, Presse und Sport, um sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen und sich besser kennen zu lernen. Unser Hauptsponsor Maserati stellt Fahrzeuge zur Verfügung, die die Teilnehmer ohne eigenen Classic- oder Sportscar zu Sonderkonditionen für die Rallye anmieten können. Die Executive Rallye startet morgens in Anzing beim Classic Car Händler C.F. Mirbach und führt über das Hotel InterContinental Resort Berchtesgaden zurück nach München, wo im Ristorante Perazzo das Galadiner mit Siegerehrung stattfinden wird.

Was unterscheidet Ihre Rallye von ‚Mille Miglia‘?

Marcus Görig: ‚Zum Unterschied zu öffentlichen Veranstaltungen wie der Mille Miglia, der Ennstal Classic oder der Kitzbüheler Alpenrallye kann dort jeder der ein Auto hat, das den Ausschreibungskriterien entspricht an der Rallye teilnehmen. Bei der Mille Miglia zum Beispiel muss das Fahrzeugmodell an der original Mille Miglia zwischen 1927 und 1957 teilgenommen haben. Meine Zeitreise Rallyes sind ‚On-Invitation-Only Events‘. Man kann nur durch das veranstaltende Unternehmen eingeladen werden. Somit sind sie sehr exklusiv.‘

Welche Oldtimer in welchen Kategorien dürfen bei Ihnen antreten?

Marcus Görig: ‚Bei der Executive Rallye sind Oldtimer und Sportscars aus allen Epochen zugelassen. In der Vergangenheit waren automobile Legenden wie der Alfa Romeo 6C GS Zagato oder Mercedes Benz 300 SL, aber auch Brot und Butter Autos wie der VW Käfer Cabrio dabei. Es geht aber vielmehr um die Teilnehmer selbst! Sie sind handverlesen und müssen in die Veranstaltung hereinpassen.‘

Was ist eigentlich Ihr Lieblingsauto?

Marcus Görig: ‚Gestatten Sie mir hier einen etwas männlichen Vergleich; es ist ähnlich wie bei Frauen! Es gibt die verlässliche, ehrliche Partnerin und das wäre ohne Frage ein früher VW Käfer der 50er oder 60er Jahre. Dann die Allrounderin mit sportlicher Figur und einem Löwenherz, das wäre der Porsche 911 2,0 Liter mit kurzem Radstand für mich. Die Diva für’s Auge ist der Alfa Romeo 8C 2300 aus den frühen 30er Jahren. Schön wie Sofia Loren und unerreichbar.‘

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Auto-Leidenschaft im Blut: Hier fährt Marcus Görig in einem Alfa Romeo 8C. Fotocredit: Zeitreise Rallye

Welcher Oldtimer ist derzeit der ‚unterschätzte‘ auf dem Markt?

Marcus Görig: ‚Im Moment legen die Wagen aus den 80er und 90er Jahren deutlich an Wert zu. Darüber hinaus kaufen viele Sammler und Enthusiasten strategisch. Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel. Die grossen, italienischen Cabriolets der 50er und 60er Jahre: Zuerst ging es bei den Ferraris los. Zwischenzeitlich zahlt man Millionen für ein 250er oder 275er Cabriolet/Spider. Dann kamen die Maseratis in Mode, die zwischenzeitlich auch deutlich über 200.000 – 300.000 € legen. Was bleibt da noch als Alternative? Mein Tipp: Alfa Romeo 2600 Spider! Der Wagen ist wunderschön, hat einen tollen 6 Zylinder und wurde nur knapp über 2200 mal gebaut. Und die Preise sind meist noch deutlich unter 70.000 bis 80.000 € für ein gutes Auto.‘

Mehr Infos zu Oldtimer-Executive-Rallyes von Zeitreise! 

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