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Opern-Star Nadja Michael: Interview zum 2. ‚Arts and Air Award‘

Opern-Star Nadja Michael hat nicht nur eine tolle Stimme, sondern auch ein großes Herz! Gemeinsam mit Charlotte Knobloch (Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde Oberbayern/München) und Wolfgang Heubisch und lädt sie kommenden Mittwoch (20. November 2013) zum 2. ‚Arts and Air Award‘ (AAAward -Kunst für die Wissenschaft – für freies Atmen und freies Denken) ins Münchner Residenztheater. Zum zweiten Mal vergibt der von ihr ins Leben gerufene Verein ‚STIMME FÜR DIE MENSCHLICHKEIT e.V‘ diesen Preis an Initiativen, Gesetzgebungen, Ergebnisse, Personen oder Institutionen, welche sich um das Thema Lunge, Schutz der Atemwege, damit verbundene Themen wie medizinische oder technische Innovationen für freies Atmen, Schutz der Umwelt oder helfende, fördernde Gesetzgebungen verdient gemacht haben. Wir haben die in Berlin lebende Star-Sopranistin, die zudem Botschafterin der Stiftung ‚Atemweg‘ ist, in München vor der Verleihung zum Interview getroffen.

Charlotte Knobloch und Wolfgang Heubisch unterstützen Nadja Michael beim ‚Arts and Air Award‘.

 Frau Michael, Sie laden kommenden Mittwoch mit Ihrem gemeinnützigen Verein ‚Stimme für die Menschlichkeit e.V.‘ zum 2. ‚Arts and Air Award‘ in das Münchner Residenztheater. Was ist das Ziel der Veranstaltung?

Nadja Michael: ‚Arts and Air‘ steht für Wissenschaft für Kunst und Kunst für Wissenschaft – für freien Atem und somit für freies Denke. Wir möchten mit unserem Verein und auch mit der Veranstaltung Kunst und Wissenschaft vernetzen, großen Innovatoren zu Öffentlichkeit verhelfen und die Stimme für einen menschlichen Ton erheben. Das mag jetzt vielleicht pathetisch klingen. Aber dieser menschliche Ton ist in unserer Gesellschaft kaum mehr vorhanden. Ein empathisches, menschliches Miteinander findet nur noch selten statt. Die Sehnsucht nach etwas Substanz, nach Berührbarkeit, ist aber definitiv vorhanden. Ich habe mit Charlotte Knobloch und Wolfgang Heubisch und Prof Dr.Eickelberg – er ist ein führender Wissenschaftler im Bereich der Lungenforschung – wunderbare Partner gewonnen. Uns verbindet das Engagement für die Wissenschaft und für die Kultur und somit für die Gesellschaft.

Was schätzen Sie an Charlotte Knobloch?

Nadja Michael: ‚Sie ist schon seit vielen Jahren quasi ein Idol für mich , früher noch aus der Ferne. Bei meinen Opernauftritten habe ich sie dann persönlich kennen gelernt. Ich bewundere sie sehr für ihr unendliches Wirken, für ihr internationales Engagement und ihren mutigen Einsatz zur Vernetzung deutscher Juden weltweit. Sie tritt dafür ein, dass unsere Generation frei von Erbschuld aufwachsen darf.

Für Vereinsarbeit braucht es einen langen Atem. Woher nehmen Sie die Power?

Nadja Michael: ‚Ich komme aus Ostdeutschland. Wir sind alle Arbeitsbienen (lacht). Und ich bin Opernsängerin! Wenn ich einen Part einstudiere, dann ist das wie bei einer Leistungssportlerin, wir schauen nicht auf die Uhr und dosieren unseren Einsatz nicht. Jedes Detail muss stimmen – erst dann ist die Aufgabe verantwortlich erfüllt. Bei meinem sozialen Engagement verhält es sich genauso. Wenn ich eine Aufgabe übernehme, dann tue ich das voll und ganz. Ich liebe Bewegung und möchte auch etwas bewegen – und ich möchte auch ab und zu an meine Grenzen gehen. Ich möchte etwas schaffen, kreieren und dabei vor allem auch in den Menschen etwas bewegen. Mit meiner Kunst gelingt das hier und da , wünschenswert wäre dieses Gelingen aber auch in anderen Bereichen!

Hat Ihr soziales Engagement Sie auch selbst verändert?

Nadja Michael: ‚Ungemein sogar. Ich habe zunächst begriffen, dass es eine regelrechte Award-Kultur gibt, hinter der oft entweder mediale oder kommerzielle Gründe stehen. Und ich bin sehr viel mehr zu einer Unternehmerin geworden, da Gelder für den Verein akquiriert werden müssen. Es ist eine wunderbare Sache, denn dieser Verein oder die damit verbundenen Projekte führen mich zu interessantesten Menschen. Es ist wunderbar, so mit ihnen in Berührung zu kommen. Ich habe bemerkt: wenn etwas Substanzielles passiert, dann sind die Menschen bereit, etwas mehr als gewöhnlich zu tun.

Sie leben in Berlin. Wie kommt es, dass die Veranstaltung in München stattfindet?

Nadja Michael: ‚Ich habe sieben Jahre lang in München gelebt und meine Kinder hier zur Welt gebracht. Ich bin der Münchner Staatsoper sehr verbunden, erst durch Peter Jonas, Zubin Mehta und jetzt durch den verehrten Nikolaus Bachler. Es ist ein Ort, der nach sie vor sehr zentral für mich ist: bei der der Saisoneröffnung 2008 an der Münchner Staatsoper mit Verdis ‚Macbeth‘ – ich kreierte die Lady – habe ich alle späteren Gründungsmitglieder und handelnden Personen des Vereins kennengelernt. Auch Christoph Schlingensief war damals bei uns, schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet. Diese Begegnung hat nicht unwesentlich zur Entwicklung des Award beigetragen.‘

Wer wird am kommenden Mittwoch ausgezeichnet?

Nadja Michael: ‚Der Preisträger ist ein Mann – seinen Namen möchte ich noch nicht verraten -, der sich in verschiedenster Art und Weise perfekt für die Ziele unseres Vereins einsetzt, der wunderbar zur Kerngruppe der Gründungsmitglieder passt und gesellschaftlich sehr aktiv ist. Darüber hinaus wird es am Mittwoch eine Vernissage mit dem Titel ‚Schrei und Atem‘ sowie wunderbare Live-Musik geben.‘

Werden Sie selbst auf der Bühne stehen?

Nadja Michael: ‚Ich werde mich zurückhalten! Es soll schliesslich nicht mein Konzertabend sein, sondern der Preisträger soll im Mittelpunkt stehen und die Veranstaltung glänzen. Wir werden einen Video-Trailer zeigen , denn ich selbst produziert habe und in dem Wigald Boning eine Lungenzelle spielt. Er macht das grandios. ‚Stimme für Menschlichkeit e.V. ist allerdings nicht fokussiert auf Lungenerkrankungen, sondern auf den Atem als die Basis allen Erlebens. Somit auf die Entfaltung der Stimme als Basis der Verständigung. Wir können diese auch für die Menschlichkeit untereinander und füreinander erheben. Der Atem ist ein Symbol für die Freiheit des Denkens und die Gesundheit des Körpers.‘

Wie geht es beruflich weiter?

Nadja Michael: ‚Ich habe gerade eine wunderbare, sehr herausfordernde Produktion in Madrid beendet, einen Meilenstein für mich: das Zwei-Personen-Stück ‚Die Eroberung von Mexiko‘ vom vielleicht größten lebenden Komponisten im Moment, Wolfgang Rihm. Es war ein sehr großer Erfolg und für mich persönlich eine der größten und vielleicht schwierigsten Sopranpartien neben Salome und Lady Macbeth. Und ein unvergessliches Erlebnis auch dank der wunderbaren Zusammenarbeit mit Wolfgang Rihm. Nach dem Award geht es dann schon wieder weiter nach Warschau. ich spiele in ‚Blaubarts Burg‘, einem weiteren Zwei-Personen- Stück unter der musikalischen Leitung von Valery Gergiev, die Judith. Eine Traumpartie, die mich im nächsten Jahr, auch unter Gergiev , an die Met in New York führt. Dort werden Anna Netrebko und ich an einem Abend in einer Aufführung in zwei einaktigen Opern jeweils die Hauptpartie verkörpern. Eine spannende Zusammenarbeit.‘

Sie haben lange Zeit in München gelebt. Vermissen Sie die Stadt?

Nadja Michael: ‚Nein. Ich vermisse München nicht weil ich regelmässig zurückkomme, beispielsweise an die Staatsoper. Natürlich ist es wie nach Hause kommen. Ich reise sehr gerne und liebe – im Gegensatz zu vielen anderen Menschen – auch Flughäfen und Bahnhöfe.‘

Ein Muss für Sie wenn Sie in München sind?

Nadja Michael: ‚Ich liebe es, durch den Englischen Garten zu radeln. Ein privater Pflichttermin ist für mich der Besuch des Hofbräuhauses. Ich liebe das ‚Gewusel‘ dort – und trinke dann auch gerne ein Bier. Aber nur dort – sonst nämlich nie!

Interview/Text: Andrea Vodermayr

Zum Video mit Wigald Boning:

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