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Salzburger Festspiele feiern 90-jähriges Jubiläum

2010 ist für die Salzburger Festspiele ein Jubiläumsjahr und vom 25. Juli bis 30. August stehen Oper, Konzert und Schausiel auch für Münchner auf dem Kulturprogramm. Im Jubiläumsjahr wartet auf die Besucher allerdings eine außergewöhnliche Ausstellung, welche zeigt, mit welchen Inhalten, Direktorien, Künstler und Künstlerinnen 90 Jahre Festspielgeschichte geschrieben haben und zahlreiche Salzburger Institutionen beteiligen sich dabei. Man darf auf eine multimediale Schau u.a. im Salzburg Museum, in der Residenzgalerie, in St. Peter und in Mozarts Geburtshaus gespannt sein.

Vom 25.7. bis 30.8. 2010 finden zum 90.ten Mal die Salzburger Festspiele statt.

‚Alle Entwicklung vollzieht sich in Spiralen‘, schrieb der Jung Wiener-Poet Hugo von Hofmannsthal im Jahre 1911 in einem Brief an den bajuwarischen Star-Komponisten Richard Strauss anlässlich der gemeinsamen Arbeit an Ariadne auf Naxos. Beide arbeiteten bereits künstlerisch zusammen und nach dem Ersten Weltkrieg, welcher damals ‚Der Große Krieg‘ genannt wurde und das Trauma einer Generation war, wollten Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt, Alfred Roller, Franz Schalk und Richard Strauss mit einem ‚Fest der Kunst‘ die Vision eines neuen Europa heraufbeschwören. Speziell Hofmannsthal definierte die ‚deutsche‘ Seele und das Kunstempfinden neu und die Aufführung des Jedermann, der auf mittelalterliche und barocke Formen des (katholisch) geistlichen Theaters zurückgreift, beeinflusste maßgeblich die Gründung des Festivals. 1920 fanden die 1. Salzburger Festspiele statt.

Doch die Ursprünge reichen noch weiter zurück. Die erste Oper nördlich der Alpen wurde vermutlich in Salzburg gespielt. Und am fürsterzbischöflichen Hof zu Salzburg wurde mit viel Aufwand durch Musik und Theater repräsentiert. An der Salzburger Universität wurden bis in die Mozart-Zeit hinein Dramen und Singspiele aufgeführt, und der Salzburger Dom war seit jeher Schauplatz von Darbietungen glanzvoller Kirchenmusik sowie kirchlicher Feste. In diese dichte künstlerische Atmosphäre wurde am 27. Jänner 1756 Wolfgang Amadeus Mozart hineingeboren. Seit 1842, als in Salzburg – in Anwesenheit der Söhne des Komponisten – feierlich das Mozart-Denkmal enthüllt wurde und damit auch der Grundstein für die Verehrung des Genius loci gelegt war, tauchte immer wieder der Gedanke auf, in Salzburg regelmäßig Mozart-Musikfeste zu veranstalten.

Im Jahre 1877 leisteten übrigens die Wiener Philharmoniker aus Anlass eines Musikfestes einer Einladung der Internationalen Mozart-Stiftung nach Salzburg Folge und traten hier erstmals außerhalb Wiens auf, und bereits 1887 sprach sich der Dirigent Hans Richter im selben Rahmen für jährlich stattfindende Mozart-Festspiele nach Bayreuther Vorbild aus. In Anlehnung an die Ende des 19. Jahrhunderts formulierte Idee, in Salzburg regelmäßig Mozart-Festspiele zu veranstalten, wurde 1917 auf Initiative von Friedrich Gehmacher und Heinrich Damisch der Verein Salzburger Festspielhaus-Gemeinde gegründet, um die Mittel für den Bau eines Festspielhauses aufzubringen. Die Idee, in Salzburg Festspiele einzurichten, war inzwischen auch von anderen Kreisen aufgegriffen worden. Der Dichter Hermann Bahr setzte sich dafür ein. Max Reinhardt, der am Salzburger Stadttheater (heute: Landestheater) seine Karriere als Schauspieler begonnen hatte und 1918 Schloss Leopoldskron erwarb, unterbreitete 1917 in Wien eine entsprechende Denkschrift zur Errichtung eines Festspielhauses in Hellbrunn. Hugo von Hofmannsthal publizierte 1919 einen Entwurf für ein Programm der Salzburger Festspiele. So erhielt die Festspiel-Idee, ursprünglich aus einer Initiative der Salzburger Bürgerschaft hervorgegangen – wahrscheinlich Salzburgs erfolgreichste und nachhaltigste Bürgerinitiative –, ihren intellektuellen Überbau durch ihre zugkräftigen – Wiener – Protagonisten.

Nach den Aufführungen von Hofmannsthals Jedermann etablierten sich die Salzburger Festspiele durch die Mitwirkung des Bühnenbildners Alfred Roller, des Komponisten Richard Strauss und des Dirigenten Franz Schalk trotz der unsicheren wirtschaftlichen Lage und zunächst ohne Unterstützung durch öffentliche Mittel rasch auch international. Speziell ab 1933, als durch die Einführung der Tausend-Mark-Sperre durch Hitler die deutschen Gäste ausblieben und in Salzburg ein Gegen-Bayreuth ausgerufen wurde, konnten die Festspiele zahlungskräftige Westeuropäer und Amerikaner nach Salzburg locken.

Die ganze Geschichte über die Salzburger Festspiele kann man in einer Art ‚begehbaren Enzyklopädie‘ bis 30. Oktober 2010 in Salzburg erkunden. Entsprechende Buchstaben sind als Informationsstationen in der Stadt Salzburg verteilt. An bestimmten Orten z.B. im Monatsschlössl Hellbrunn, MdM Rupertinum, Dommuseum/in der Langen Galerie der Erzabtei St. Peter, in Mozarts Geburtshaus oder im Foyer des Großen Festspielhauses und an zahlreichen weiteren Punkten werden kleinere, themenspezifische Ausstellungen gezeigt.

Programm ‚Salzburger Festspiele‘, Spielstätten und Kartenbüro findet man hier!

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