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Sebastian Copeland by Bernheimer Fine Art Photography: Hollywood-Liebling im Interview

Er ist Umweltaktivist, Abenteurer, der Cousin von Orlando Bloom und vor allem ein begnadeter Fotograf: die Rede ist von Sebastian Copeland. Die Kunstwerke des gebürtigen Franzosen, der mittlerweile in Los Angeles lebt, können derzeit in München bewundert werden: ‚Bernheimer Fine Art Photography‘ präsentiert bis zum 13. April 2013 in den Galerieräumen der Brienner Strasse 7 in München seine Ausstellung ‚Antarctica: A Million Faces of Ice‘. Gezeigt werden eine Auswahl von rund 20 großformatigen Fotografien Sebastian Copelands. Werke, die größtenteils zum ersten Mal ausgestellt werden und die sich alle dem Thema ‚Eis‘ widmen. Die Arbeiten (Preis: 4000 bis 14 500 Euro) zeugen von seinen Erfahrungen und Erlebnissen der letzten zehn Jahre in den einsamsten und rauesten Gebieten der Erde. Der Großteil davon ist im Rahmen seiner letzten Expedition 2011/12 auf das Plateau der Antarktis entstanden. Während dieser 82-tägigen Reise fotografierte Copeland Orte, die kein Mensch je zuvor gesehen oder betreten hat, die aber nun dank seinen Fotografien der Öffentlichkeit zugänglich werden.

Sebastian Copeland kam mit seiner Frau (gebürtige Münchnerin!) für seine Ausstellung extra nach München.

Wir haben Sebastian Copeland vor der Ausstellungseröffnung in der Galerie zum Interview getroffen. Und dort mit ihm nicht nur über seine Arbeit, sondern auch über seine Liebe zu München gesprochen. Eine Stadt zu der Sebastian Copeland einen ganz besonderen Bezug hat, denn seine Ehefrau Carolin, eine Ärztin, lebte vor der Hochzeit in München.

Was bringt Sie und die Münchner Galerie Bernheimer zusammen?

Ich hatte hier schon vor ein paar Jahren eine Ausstellung. Jetzt zeige ich hier meine neue Arbeiten. Es handelt sich vor allem um Fotografien, die im Rahmen meiner letzten, fast dreimonatigen Antarktis-Expedition entstanden sind. Das Thema der Ausstellung ist ‚Eis‘. Wir assoziieren mit ‚Eis‘ in der Regel Begriffe wie zum Beispiel ‚Kälte‘. In der Realität ist es eine vollkommen andere Welt.

Sie waren an Plätzen, die noch kein Mensch vor Ihnen betreten hat.

Manche von ihnen ja. Ich habe letzes Jahr eine 4100 Kilometer lange Expedition gemacht, die erste Durchquerung der Eiskappe von Ost nach West. Während dieses Trips war ich an Orten, wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist, die niemand zuvor gesehen hat. Es war eine Fahrt in die innere Welt der Antarktis.

Hinter Ihrer Kunst steckt auch eine Botschaft.

Die erste Botschaft ist einfach: Abenteuer! Sich in die Wildnis zu wagen und eine Gemeinschaft mit der Natur zu haben. Hinzu kommt, dass es wie gesagt Orte sind, die noch keiner zuvor gesehen hat, an denen noch kein Mensch zuvor war. Es macht in meinen Augen Sinn, diese Erfahrungen zu teilen. Das gedankliche Interesse, das ich damit aber vor allem verfolge, ist den Menschen zu zeigen: Was wird mit all diesen Plätzen passieren? Es gibt große Veränderungen in der Natur: den Klimawandel…. Ich versuche, die Menschen mit der Natur in Kontakt zu bringen. Mit einer Natur, die in Gefahr ist.

Wie bereiten Sie sich auf eine Reise vor?

Ich verbringe vor einer Expedition sehr viel Zeit mit körperlichem Training. Mit hartem körperlichen Training. Das ist wahrlich kein Spaß, aber es ist notwendig. Mentale Stärke ist natürlich auch sehr wichtig, aber wenn man zu diesen Orten reist, dann ist es extrem wichtig, körperlich fit zu sein. Das harte Training ist eine Art Werkzeug. Man stellt sicher, dass man alles hat – Essen, Ausrüstung…. – man bereitet sich auf alle Umstände vor und plant für das Schlimmste.

Was war die gefährlichste Situation, in die Sie jemals geraten sind?

Bei meinem letzen Trip in die Antarktis habe ich mir schlimme Erfrierungen zugezogen. An meinen Zehen. Ich musste die Hälfte der Zeit mit der Frage damit verbringen: Was ist mit meinen Zehen? Werde ich einen Zeh verlieren? Jeden Abend, wenn ich ins Zelt kam, habe ich nach meinen Zehen geschaut: Ist es schlimmer geworden. Ist es gleich geblieben? Ist es besser geworden? Es war eine lange Expedition, 82 Tage. Die Erfrierungen kamen nach 30 Tagen. Ich war also fast zwei Monate mit dem psychologischen Spiel beschäftigt, wie schlimm es ist. Und ob es möglich ist, die Reise fortzusetzen oder nicht.

Ist mit Ihren Zehen wieder alles in Ordnung?

Ich habe einen Teil verloren, einige Zentimeter von meinem rechten Zeh und einige meines linken, aber zum Glück keinen ganzen Zeh. Das Ganze kam durch den Druck, der im Skischuh auf den Zehen lastete. Normalerweise bekommt man wenn so etwas passiert den Rat, eine Pause zu machen. Aber während  eines solchen Trips ist das nicht möglich. Du machst weiter. Andernfalls müsstest du die Reise abbrechen.

Das klingt hart.

Es gehört zu diesem Geschäft dazu. Wenn so etwas jemals passiert, dann an solchen Orten.

Sind Sie vorsichtiger seit Sie verheiratet sind?

Ich würde nicht sagen, dass ich nicht vorsichtig war. Ich war immer vorsichtig. Meine Frau und ich arbeiten gerade an Nachwuchs. Ich kann nicht sagen, wie es sein wird wenn ich einmal Kinder habe. Es gibt Kollegen, die Kinder haben und viel Zeit fernab von der Familie verbringen. Ich weiß nicht, ob ich das könnte.

Würden Sie ganz damit aufhören wenn Sie Kinder hätten?

Ich glaube nicht. Aber derzeit habe ich keine weitere Reise geplant. Wissen Sie, das Ganze ist sehr zeitintensiv. Es erfordert sehr viel Vorbereitung, und wenn man von einer Expedition zurückkommt, dann braucht man ein oder zwei Monate um sich zu erholen. Ich habe zwei weitere Filme in Arbeit. Das Rohmaterial ist schon auf meinem Computer, aber ich hatte noch keine Zeit, sie fertigzustellen. Auch diese Ausstellung ist etwas, was ich unbedingt machen wollte. Aber das alles erfordert Zeit und Energie. Bei einer Expedition hast du nicht die geistige Fähigkeit, irgendetwas anderes nebenher zu machen.

Ihre Frau kommt aus München. Was halten Sie von München?

Ich liebe München! Diese Stadt ist wunderschön und ich liebe die Kultur und das kulturelle Angebot: Kunst, Musik…. Es ist wirklich ein wundervoller Ort. Da meine Frau von hier kommt liebt sie diese Stadt natürlich sehr. Es ist gut möglich, dass wir eines Tages hier leben werden.

Sie könnten es sich vorstellen, nach München zu ziehen? Warum das?

Es gibt eine Vielzahl an Gründen. Meine Frau ist Ärztin und hat in München als Ärztin gearbeitet. In den USA kann sie ihren Beruf nicht ausüben. Und unsere beiden Familien leben in Europa – und alle werden älter. Es wäre vielleicht gut, in der Zukunft näher bei ihnen sein zu können.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in München?

Wir gehen gerne ins Schumann’s. Man kann hier aber auch wunderbar spazieren gehen. Ich mag München weil es eine kleine Stadt ist, aber trotzdem eine starke kulturelle Kraft hat. Es ist allerdings weit weg vom Meer – und ich liebe das Meer (lacht). Aber dafür gibt es viele Seen.

Gibt es ein Lieblingsessen hier?

Oh ja. Ich liebe Schnitzel mit Kartoffeln!

Haben Sie überhaupt Zeit, München zu geniessen?

Ja. Ich bin dieses Mal zwei Wochen hier. Ich habe also viel Zeit und kann alles tun was ich will. Am Wochenende fahren wir zum Beispiel in die Berge.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich habe keine Ahnung, was in zehn Jahren sein wird. Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Gegenwart. Aber ich hoffe, dass wir dann ein Kind haben werden.

© Andrea Vodermayr

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