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VZB-Jahrestagung: Stephan Scherzer über ‚Disruptive Innovation‘

VZB-Jahrestagung-Tagungsmarathon. Genau vor einer Woche traf sich die bayerische Print-Elite zur Jahrestagung des Verbands der Zeitschriftenverlage in Bayern. Ein Highlights des Tages: Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, hielt im festlich geschmückten Restaurant des Lenbachpalais‘ zwischen gebeiztem Lachs und feiner Spargelcremesuppe, gekocht von Feinkost Käfer, eine interessante und unterhaltsame Rede.

VZB-Jahrestagung
Den globalen Medienmarkt immer im Auge: Anina Veigel (VZB Geschäftsführerin) mit Stephan Scherzer (Hauptgeschäftsführer VDZ) und Waltraut von Mengden (Erste Vorsitzende des VZB).

Für die Dinnerspeech hatten Waltraud von Mengden und der VZB ein ganz besonderes Schmankerl parat: Stephan Scherzer (Hauptgeschäftsführer VDZ) kam extra aus der Medien-Hauptstadt Berlin. Dabei sprach er nicht nur über das Hauptthema des Abends, innovative Disruption, sondern auch über die Freiheit der Presse und die unternehmerische Freiheit sowie Chancen und Zukunft der deutschen Printmedienbranche. Beginnend mit einer kleinen Anekdote aus seinem eigenen Leben, erzählte Scherzer, dass er bei seiner letzten Bergtour den Einstieg der Felswand ganz ohne Helm und Seil bestieg. Sinnbildlich für den Mut der Verleger wollte er damit klar machen, dass eine gewisse Unabhängigkeit und Verantwortung auch im Medienbereich von Nöten ist, um weiterhin erfolgreich zu bleiben. Gerade in Deutschland, so Scherzers Meinung, sei durchaus keine allzu pessimistische Grundstimmung nötig, denn 1.500 periodisch in Deutschland erscheinenden Zeitschriften stellen die weltweit einmalige Situation des deutschen Printmedienmarktes dar.

Stephan Scherzer selbst muss es wissen, war er doch jahrelang für IDG (International Data Group) als Executive Vice President und General Manager in den USA tätig und hat somit ein internationales Verständnis und Wissen für den globalen Medienmarkt erlangt. Auch Waltraud von Mengden bekräftigte Scherzers Aussagen, indem sie die durchaus positiven Zahlen des vergangenen Jahres darlegte: Ganze drei Milliarden Euro geben die Deutschen nach wie vor für Zeitschriften aus und immerhin vier Milliarden Euro an Werbeerlösen ergaben sich im Jahr 2014. Insgesamt machten die deutschen Zeitschriftenverlage letztes Jahr 15 Milliarden Euro Umsatz. Keine allzu schlechte Bilanz verglichen mit der oft sehr negativen Stimmung hinsichtlich der Zukunft der Printbranche.

VZB-Dinner-Speech-Stephan-Scherzer
Das ‚Who’s Who‘ der Medienbranche traf sich erneut bei der alljährlichen VZB-Tagung. Highlight des Programm-Marathons war die Dinner Speech von Stephan Scherzer (VDZ).

So auch Scherzers Erfahrung aus den USA, das Glas als halb voll, und nicht als halb leer zu betrachten. Zudem sei die Freiheit eine Grundlage der Sicherheit und deshalb müsse die Zeitschriftenbranche, für die Freiheit planen und nicht für die Sicherheit, wie der studierte Politikwissenschaftler den Philosophen Karl Popper zitierte. Ein weiterer wichtiger Punkt Scherzers Dinnerspeech war die Auswertung verschiedener Statistiken im Bezug auf die Pressefreiheit. So erklärte Scherzer, dass sich die Pressefreiheit mit der geringen Korruption, der Demokratie, der Zufriedenheit und des freiheitlichen Gefühls eines Landes decke. Je höher also die Korruptionsrate, je geringer die demokratische Ausrichtung und die Zufriedenheit sowie das Freiheitsgefühl eines Landes sind, desto weniger Pressefreiheit findet dort statt.

Hier in Deutschland können wir allerdings auf positive Grundbedingungen setzen und somit sollten Verleger, Journalisten und Medienschaffenden damit beginnen, das Glas als halb voll anzusehen und dafür zu sorgen, dass die Vielfalt an Printprodukten keiner Einfalt weicht.

Autor: Giulia Wilzewski

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