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Die Magie von Print: VZB lud zum exklusiven Kaminabend

Mehrmals im Jahr treffen sich die Mitglieder des Verbandes der Zeitschriftenverlage in Bayern (VZB)  zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken. Ende Januar lockte das Thema ‚Die Magie von Print – neue Impulse aus der Printlandschaft und Erfolgskonzepte von Medienmachern‘ 50 Verbandsmitglieder aus den 75 bayerischen Zeitschriftenverlagen ins Münchner Restaurant ‚Hippocampus‘. Drei Herausgeber stellten ihre Erfolgs-Zeitschriften vor, welche im hart umkämpften Markt ihre Nische und Leserschaft gefunden haben. Waltraut von Mengden, welche als Erste Vorsitzende gemeinsam mit VZB-Geschäftsführerin Anina Veigel zu diesem exklusiven Kaminabend lud, resümierte: ‚Diese 3 Erfolgsgeschichten zeigen wieder einmal mehr, wie attraktiv und sexy Zeitschriften auch in der heutigen Zeit sind. We are proud of print.‘ 

Waltraut von Mengden als Erste Vorsitzende des Verbandes der Zeitschriftenverlage in Bayern e.V. eröffnete den Kaminabend.

In einer Zeit, wo Kinder nichts lesen, was es nicht auf dem Tablet gibt, Anzeigenkunden ihre Werbung immer mehr online schalten und ein großer Verlag gerade wieder ein Magazin nach nur einem Jahr vom Markt genommen hat, weil 70.000 verkaufte Auflage zu gering waren, stellten drei Medienmacher ihre Zeitschriften und zukünftigen Strategien vor. Drei Kern-Aussagen wurden danach von den 50 Gästen ‚heiß‘ diskutiert:

1. Alle Titel vermarkten sich nicht über Zahlen, sondern über eine eigene DNA für eine exklusive Leserschaft,

2. einen Zeitschriftentitel muss man heute crossmedial spielen,

3. die Medienbranche ist sehr speziell in der Anzeigenvergabe. Hat man eine loyale Leserschaft für sich gewonnen, hat man mit seinem Titel Erfolg. 

Alle drei Magazine sind Paradebeispiele, dass es keinen Massenmarkt für Zeitschriften braucht!

Dr. Katarzyna Mol-Wolf vom Magazin ‚emotion‘, Peter ‚Bulo‘ Böhling und Daniel Häuser von ‚Clap‘ und Lisa Feldmann als Chefredakteurin vom Lifestyle-Magazin ‚Interview‘ erzählten über die Entstehungsgeschichten ihrer Blätter. (v.l.n.r.)

Das Restaurant ‚Hippocampus‘ ist Dr. Katarzyna Mol-Wolf als Verlegerin des Magazins ‚emotion‘ noch gut in Erinnerung, denn als das Magazin konzeptionell fertig war und man kurz vor Druck stand, flatterte ein Auto-Magazin ins Haus, welches den gleichen Namen hatte. ‚Hier trafen wir uns damals mit der Agentur, um über den Titel zu verhandeln‘, erzählt Dr. Mol-Wolf mit viel Emotion. 2006 hatte sie das Frauenmagazin im Verlag Gruner+Jahr mitentwickelt und den Launch im Februar 2006 mitverantwortet. Die Verlagsentscheidung, nach nur drei Jahren das Magazin vom Markt zu nehmen, wollte sie nicht hinnehmen und gründete 2009 ihre eigene Firma Inspiring Network, welche ‚emotion‘ kaufte und heute zu einem der etabliertesten Frauenmagazine Deutschlands gehört. Mittlerweile gibt der Verlag nicht nur ein weiteres Magazin im Bereich Philosophie heraus, zum Verlags-Business gehören Vorträge und Events an Unis sowie Workshops mit Anzeigenkunden.

Peter ‚Bulo‘ Böhling und Daniel Häuser, Verleger des People-Magazins ‚Clap‘ sind gerade Mitglieder im Verband der Zeitschriftenverlage in Bayern e.V. geworden und sehen sich trotzdem als Grenzgänger in der Medienlandschaft, nehmen sie die Medienmenschen und Wirtschaftsgrößen ins Visier ihres People-Magazins. In 2.500 Exemplaren zeigen sie, dass man an der Bar bei einer Zigarre die wirklichen Geschäfte macht und sagen den Logo-Lächlern den Kampf an. Doch kann ein Werber und ein Journalist von Clap leben? Beide geben zu, ‚toughe‘ Zeiten hinter sich zu haben. Eines der ersten Magazine hatte einmal eine weiße Seite, weil der Anzeigenkunde das Magazin auf einmal zu schadenfroh fand und stornierte. Ihren Cashflow bedienen sie durch Anzeigenaufträge und zusätzlich auch mit ‚Corporate Publishing‘, wie zum Beispiel ein Mag für die Medientage München. Wie ‚Clap‘ in fünf Jahren ausschauen wird, können sie nicht sagen. Es soll auf jeden Fall das People-Magazin für Neugierige, Eitle und Schadenfrohe bleiben. 

Lisa Feldmann als Chefredakteurin vom Lifestyle-Magazin ‚Interview‘ kam extra aus Berlin und stellte fest: ‚Würde Andy Warhol heute noch Leben,  wäre er der eifrigste Twitterer aller Zeiten.‘ Schnell, kommunikativ und einfach anders beschreibt sie das Multitalent Warhol und auch ihr Magazin, welches von Herausgeber Bernd Runge nach Deutschland gebracht wurde. Aktuell ziert den Titel eine der angesagtesten deutschen Nachwuchsschauspielerinnen: Jella Haase. Mit ‚Fuck Ju Göthe‘ wurde sie berühmt. Mit ‚Fack Ju Hollywood‘ wird sie von ‚Interview‘ interviewt, wie 13 weitere Jungschauspieler zum Start der Berlinale. Als Chefredakteurin sind für Lisa Feldmann auch die IVW-Zahlen Markt-Währung und bei 70.000 verkauften Exemplaren ist sie mit der DNA ihres Magazins zufrieden. Und weil sie ganz fest an die Seele ihres Magazins glaubt, verteilte sie Ausgaben aus einem viertel Jahrhundert, welche man leider wieder zurück geben musste.

Unser Fazit: Ein außergewöhnlicher Zeitschriftenabend, welcher uns überlegen lässt, vielleicht doch ein Magazin von ‚München exklusiv‘ auf den Markt zu bringen? Eine Überlegung ist es wert!

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