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Gabriele Münter Haus in Murnau: Eine Kunst-Reise in die Vergangenheit

Viele Ideen und Werke entstanden hier, 70 Kilometer von München. Im Münter-Haus in Murnau lebte Gabriele Münter selbst fünf Jahre mit Kunst-Weltstar Wassily Kandinsky unter einem Dach und sie war es, welche Kandinskys Werke vor den Nazis in Sicherheit brachte. Seit 1957 gehören diese Werke der Stadt München, was die Städtische Galerie im Lenbachhaus weltberühmt macht. Warum sich ein Besuch in dem Haus-Museum lohnt? exklusiv-muenchen.de-Autorin Leonie Meltzer hat eine Reise nach Murnau unternommen.

Muenter-haus-fotocredit-Tourist-Info-Murnau-Ruth-Rall
Hinter dieser Fassade verstecken sich Original-Möbel, die von Münter und Kandinsky bemalt wurden oder Hinterglasbilder, Grafiken oder Gemälde, die von den beiden Künstlern geschaffen wurden.

Im ganzen Haus sind Werke der Künstler ausgestellt, darunter einige, die noch niemand zu Gesicht bekommen hat, wie ‚Masken und Heiligenbild‘ von Gabriele Münter. Auf Wunsch der Künstlerin ist das Museum im Haus nur für ihre eigene und Kandinskys Kunst erhalten worden. Gemeinsam hatten die beiden Künstler damals das Haus eingerichtet, den Garten gestaltet und ihre Möbel bemalt. Dabei haben sie viele Skizzen und Gemälde, wie das ‚Interieur in Murnau‘ hinterlassen, nach denen das Haus wieder möglichst originalgetreu eingerichtet werden konnte. Nur das ehemalige Musikzimmer konnte nicht mehr rekonstruiert werden und dient deshalb heute als Raum für Sonderausstellungen. Landschaft, Garten und das Haus selbst waren Kandinskys und Münters Inspirationsquelle, ‚zwischen Seen und Hochgebirge, zwischen Hügelland und Moos‘, schwärmte Münter selbst. Sie kehrte 1931 mit ihrem Lebensgefährten und Kunsthistoriker Johannes Eichner zurück nach Murnau, nachdem sie 1914 aufgrund des ersten Weltkrieges zusammen mit Kandinsky geflohen war, und lebte dort bist zu ihrem Tod 1962. Im Keller des Hauses vewahrte sie einen riesigen Schatz an Bildern Wassilys, ihrer eigenen Werke, sowie Werke anderer Anhänger des ‚Blauen Reiters‚, zu denen unter anderem noch Franz Marc und August Macke gehörten. Einen großen Teil dieses künstlerischen Schatzes schenkte Münter anlässlich ihres 80. Geburtstags dem Lenbachhaus, wo es ein Publikumsmagnet für Fans aus der ganzen Welt wurde.

Heute ist das drei-geschossige ‚Russen-Haus‘, wie es von den Murnauern selbst genannt wird, welches genau gegenüber dem Ortskern liegt, neu und fast orginalgetreu eingerichtet. Im Untergeschoss befinden sich das Musikzimmer mit Sonderausstellungen, ein Eckzimmer mit Essens- und Sofabereich. Hinterglasbilder mit kräftigen Farben, Objekte aus Kandinskys und Münters Vokskunstsammlung, zwei Pfeifvögel aus Ton, Christus am Kreuz und Maria, sowie bemalte Holzfiguren kann man hier bestaunen. Weitere Räume sind Speisekammer und Küche, in der sich ein blauer, von Kandinsky bemalter Schrank befindet, sowie ein schöner Terrazzoboden, der sich ursprünglich über das ganze Haus erstreckte.  Das Treppengeländer ist geschmückt mit einem Reiterfries, bunten Blumen, Kreisen und Sonnen, welche an volkstümliche Symbole erinnern. Im oberen Stockwerk konnten sich Wassily und Gabriele von ihren Zimmern aus zuwinken, da diese direkt nebeneinander lagen. Ein weißes Nachtkästchen und ein weißes Toilettenschränkchen, welches Kandinsky ebenfalls bemalt hatte, befinden sich in Münters Zimmer. In Kandinskys Zimmer kann man eine von Münter bemalte Kommode, ein Fresko einer nackten Frau, Figuren in einer Vitrine und Pfeifenreiter bewundern. Im nebenan liegenden Gästezimmer stehen ein rotes, bemaltes Nähkästchen, ein roter Stuhl und ein rotes Regal, sowie ein von Münter bemaltes Bett, worüber ebenfalls Hinterglasbilder hängen.

Gabriele Münter Haus, Kottmüllerallee 6, 82418 Murnau am Staffelsee, täglich geöffnet (außer montags) von 14 Uhr bis 17 Uhr

Das Haus ist an allen Feiertagen (außer am 24.12. und am 31.12.) geöffnet, auch wenn sie auf einen Montag fallen. Vor dem Münter-Haus ist kein Parkplatz vorhanden. Eintrittspreis: 3 Euro für Personen über 25 Jahre, Sonderöffnungen: 40 Euro, Sonderöffnungen mit Führung: 75 Euro

Text: Leonie Meltzer

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