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Winterspaziergang am Tegernsee: Was man sich anschauen muss!

Genießer sind hier richtig. Und das zu jeder Jahreszeit. Dick verschneite Almen, Pferdeschlitten und knackige Kälte unter tiefblauem Himmel sind hier genauso schön wie blühende Wiesen, zünftige Wanderungen und große Fahrradtouren rund um den Tegernsee.

Natürlich kann man hier auch hervorragend essen, bei Christian Jürgens, dem Zwei-Sterne-Koch im ‚Seehotel Überfahrt‘ in Rottach-Egern zum Beispiel oder beim ausgezeichneten Erich Schwingshackl in der ‚Villa am See‘ in Tegernsee. Wer’s deftiger möchte, geht in den Biergarten des 5-Sterne-Hotels ‚Das Tegernsee‚ in der Neureuthstraße 23 mit herrlichem Blick auf den See und bestellt Wammerl, Steckerlfisch oder eine herzhafte Brotzeit. Wenn es ein anständiges bayerisches Bier sein soll, kehrt man am besten im ‚Braustüberl‘ ein, einer der ältesten Brauereien Bayerns, dort gibt’s Wellfleisch mit Wurzelgemüse oder Forelle Müllerin. Im Januar lädt der Münchner Eagles Charity Club bereits zum 2. Mal hier zum Neujahrsempfang ein.

Hier kann man dann auch das Auto stehen lassen und gleich das Schloss besichtigen, das bis 1803 Benediktinerkloster war und in dem sich mittlerweile Brauerei und Braustüberl, das Gymnasium mit ‚Recreationssaal‘ und die Barockkirche St. Quirin befinden. Die heutige katholische Pfarrkirche war einst Gotteshaus der Benediktinerabtei, gebaut im 11. Jahrhundert, erweitert im 15. und nach 1678 barock umgestaltet. Sie ist unbedingt einen Besuch wert. Vom Schlossplatz überquert man die Seestraße und kann einen kurzen Blick auf den Friedhof werfen, der bereits 1820 angelegt wurde und wo zum Beispiel zwei Großmeisterinnen der Rührseligkeit, die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler und die Schauspielerin Winnie Markus, bestattet liegen. Die Touristeninformation am Rathausplatz bietet sogar Führungen auf dem Friedhof an.

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Gleich nebenan, in der Seestraße 17, residiert das ‚Museum Tegernseer Tal‘ im Alten Pfarrhof. Dort kann man sich die Geschichte des Tals vom Mittelalter bis zur Gegenwart anschauen: Zu sehen sind Porträts und Altartafeln aus der Benediktinerabtei vor 1803, Bilder und Porzellan der Wittelsbacher, Erinnerungsstücke des bäuerlichen Lebens vergangener Zeiten, bemalte Möbel, eine Schumacherwerkstatt und Festtagstrachten. Ein buntes Sammelsurium aus mehreren Jahrhunderten also.

Von der Seestraße biegen Sie jetzt in den Salvatorweg ein und gehen bis zum Kurgarten. Dort steht seit 1966 das Olaf-Gulbransson-Museum, das dem legendären norwegischen Karikaturisten (1873-1958) gewidmet ist, der mit der Satire-Zeitschrift ‚Simplicissimus‘ bekannt wurde und lange in Tegernsee lebte. Das Museum zeigt viele seiner Arbeiten, bietet aber auch Sonderausstellungen.

Wenn man nun rechts in die Rosenstraße einbiegt und dem Carl-Miller-Weg folgt, dann erreicht man an der Ecke Bahnhofstraße und Hochfeldstraße das „Alte Schalthaus“ des E-Werks Tegernsee. Dort werden heute Ausstellungen von Künstlern aus der Gegend gezeigt, und das Tegernseer Volkstheater, welches 1898 von Hans Lindner gegründet wurde und in der Region einen guten Ruf hat, spielt hier regelmäßig. Zur Zeit tischt man gerade die ‚Mordsbrotzeit‘ mit angeschlossenem 4-Gänge-Menü auf. Was a Gaudi!

Gleich um die Ecke, in der Bahnhofstraße 5, findet man den ‚Fußfreund vom Tegernsee‘, Martin Mitterer fertigt in dritter Generation Maßschuhe in seinem Familienbetrieb. Seine Spezialität sind Haferlschuhe, zwiegenähte (mit doppelter Naht) Arbeitsschuhe mit seitlicher Schnürung, aber auch Ski-, Lauf-, Berg- und orthopädische Schuhe.

Zurück am Schloss besteigt man das Auto und bricht in Richtung Rottach-Egern auf, um an der Freizeitanlage ‚Point‘ gleich wieder zu parken (oder man geht das kleine Stück zu Fuß am See entlang) und sich vom ‚Überführer‘ Stefan Mayr für 1,80 Euro im Zedernruderboot ‚Tegernsee‘ übersetzen zu lassen. Bis zu 18 Personen oder knapp drei Tonnen bewegt er vom Point zum Anleger vor dem Seehotel Überfahrt. Und das macht Stefan Mayr bis zu vierzig mal am Tag. Seit 500 Jahren gibt es an dieser Stelle den Überführer, immer mit Krachlederner und Hut. Ein Vorgänger des heutigen Überführers soll König Max von Bayern übrigens mit den Worten ‚Servus Kini‘ empfangen haben.

Klar, dass der Überführer ein kräftiger Kerl sein muss, wahrscheinlich trinkt er Heumilch und isst Bergkas, die Spezialitäten der ‚Naturkäserei Tegernseer Land‘ in Kreuth, ein Zusammenschluss von 22 Milchbauern, die ihre Kühe ausschließlich mit Heu und Gras und ohne Silofutter ernähren. So haben Milch, Quark, Sahne und Käse keine Konservierungsstoffe. In der Schaukäserei darf man zugucken, wie Käse gemacht wird, und natürlich darf man probieren. Wer einmal diese Heumilch gekostet hat, wird sich an seine Kindheit zurück erinnern und keine pasteurisierte Milch mehr mögen. Und das freut auch die Kuh. Muh! Quelle: KuNo-KulturNotizen

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