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Gault Millau 2011: Fünf bayerische Restaurants in der Kritik

Bayerns Küchenchefs müssen vor dem neuen Gault Millau 2011 zittern! Insgesamt bewertet der alljährlich seit 1969 wegen seiner strengen Urteile und deren zuweilen sarkastischer Begründung von den Köchen gefürchtete, von den Feinschmeckern mit Spannung erwartete Gault Millau in seiner neuen Ausgabe 1060 Restaurants. Die 26 Tester, die stets anonym auftreten und dieses Jahr 279.500 € Spesen machten, verliehen 856 Luxuslokalen und Landgasthöfen, Bistros und Hotelrestaurants die begehrten Kochmützen. Dazu mussten die Köche mindestens 13 von 20 Punkten erreichen, was einem Michelin-Stern nahekommt. In Bayern bekommen fünf Küchenchefs eins auf die Kochmütze, darunter drei aus München!

Mit peinlichen 10 Punkten und viel Häme wird Patrik Jaros vom ‚La Baracca‘ in München abserviert: ‚Dies ist ein Konzeptlokal, was hier zählt, ist der Schein, nicht das Sein. Die angebotenen Speisen sind schlichter Natur, im Stil eines durchschnittlichen Eckitalieners. Wobei man dort mehr Service geboten bekäme. Die Gerichte werden per Touchscreen bestellt. Abends offenbaren sich die Tücken des elektronischen Bestellsystems, dann regiert das Chaos. Wer in größerer Gruppe speist, erlebt den Spaß, dass der eine noch bei der Vorspeise ist, während der andere gerade den Hauptgang beendet und der dritte immer noch auf seinen Wein wartet. Dazwischen immer wieder die Fragen des desorientierten Servicepersonals: ‚Haben Sie das bestellt?’ Verneint man, ziehen sie weiter an den nächsten Tisch, solange, bis ein Abnehmer gefunden ist.‘

In Mario Gambas ‚Acquarello‘ in München maulen die Kritiker über ‚geschäumte Saucen möglichst Gang für Gang, jahrein, jahraus. Auch bei den Fleischgängen zitiert sich die Küche mit Vorliebe selbst, immer wieder mit dem legendären Brasato und dem Kalb von Kopf bis Fuß. Nichts gegen Klassiker, Seite 3 von 5 aber es verwundert doch, dass sich ein Mann, der zu seinen angegrauten Locken Converse-Turnschuhe ohne Schnürsenkel trägt, wie sie bei Teenagern in Mode sind, dafür nicht zu jung fühlt.‘

Im ‚Hippocampus‘ in München brilliert Cosimo (‚Mimmo‘) Ruggiero ‚mit einer klaren Küche, die puristische Eigenaromatik vor gekünstelte Eingriffe stellt. Wir würden uns noch mehr über seine Küche freuen, wenn er sein Talent voll entfaltete und die Pasta immer mit Passion und nicht gelegentlich mit Nonchalance zubereiten (lassen) würde.‘

Im ‚Le Ciel‘ des ‚InterContinental Berchtesgaden Resort‘-Hotels gingen bei Ulrich Heimann ‚Gerichte geschmacklich irgendwo im Öligen unter oder punkteten eher in der Optik als in der Aromatik. Der Rehrücken schmeckte mehlig, der Nougat-Milchreisknödel mit Ingwer-Lakritzeis war im Inneren noch roh. Vielleicht wären wir nachsichtiger gestimmt gewesen, hätten wir nicht gar so lange auf die einzelnen Gänge warten müssen und wären die Preise nicht gar so gepfeffert. Aber wer sich preislich an den großen Metropolen orientiert, muss sich auch qualitativ an ihnen messen lassen.‘

In ‚Laudensacks Parkhotel‘ in Bad Kissingen legte ‚der neue Küchenchef Frederik Desch mit zu stark angebratenem und trockenem Wolfsbarsch, ältlich schmeckender Felsenrotbarbe oder ranzigen Nüssen im Dessert einen Fehlstart hin. 15 statt der bisherigen 17 Punkte als neue Note waren schon so gut wie beschlossen, da kam Desch nach längeren Anlaufschwierigkeiten endlich in die Gänge.‘

Ab sofort gibt es das Buch ‚Gault Millau Deutschland 2011 – Reiseführer für Genießer‘ für 29,95 € im Handel!

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