Samstag , August 8 2020
Home / Veranstaltung / Ausstellung ‚JUST LIGHT AND COLOUR‘

Ausstellung ‚JUST LIGHT AND COLOUR‘

Wann:
7. August 2020 um 14:00 – 26. September 2020 um 18:00
2020-08-07T14:00:00+02:00
2020-09-26T18:00:00+02:00
Wo:
Galerie 'Opdahl Munich'
Blütenstraße 1
80799 München
Kontakt:
Simone Opdahl
0170-3261078

In der Galerie „Opdahl Munich“ in der Münchner Blütenstraße in Schwabing eröffnet am Freitag, den 7. August bis Samstag, den 26. September 2020 die Ausstellung JUSTLIGHTANDCOLOUR. Malerin und Galerie-Inhaberin Simone Opdahl stellt neben den Künstlern ALEXANDER DEUBL, RUPPRECHT GEIGER und ENA OPPENHEIMER auch diesmal wieder selbst mit aus.

Ena Oppenheimer PARALLELS INTERSECT IN INFINITY
Ena Oppenheimer PARALLELS INTERSECT IN INFINITY

Zum Opening am Donnerstag, den 6. August erwarten Simone Opdahl und Kunsthistorikerin Florentine Rosemeyer, welche die Ausstellung kurartiert und beim Opening eine Einführung und einen spannenden Schlagabtausch mit den Künstlern führt und auf dessen Werke eingehen wird, zahlreiche eingeladenen Gäste. Wir erleben eine Zeit tiefgreifender Wandlung, die uns neue Chancen gibt und uns einen anderen Blickwinkel ermöglicht. Wie wird sich die Kunst wohl in dieser Zeit verändert haben?

Einführung zu den Künstlern und deren Werke

SIMONE OPDAHL

Ihre Werke sind Impulse aus der Natur, welche sie selbst berühren und welche sie im Malprozess verarbeitet. Die ständige Neugierde, die sie treibt, veranlasst sie, Spannung in den Malprozess zu vertiefen, denn ein Gedanke provoziert den Nächsten. Während sie malt, überarbeitet sie Korrekturen, Übermalungen, Zerstörung und Erneuerung, denn nur so bleibt Sie als Zeuge im Bild erhalten. Fragmente persönlicher Eindrücke aus Allem was Sie umgibt nützt Sie als Inspiration. Ob Fotos, Zeitungen, alte Gemälde – all dies inspiriert sie, wobei dann das Spannende erst auf der Leinwand entsteht, denn so kann sie sich loslösen von der Wirklichkeit.

Simone Opdahl bevorzugt eine spontane Malweise, sie hinterlässt absichtlich Spuren, die wie Zitate eines permanenten Prozesses sichtbar bleiben. Das Entfernen vom Figürlichen, in der Fläche sich verlierend, abstrahierend und plötzlich wieder konkretisierend. Für Sie ist die Malerei ein permanentes Suchen, ein „sich Verlieren“ und „sich Wiederfinden“.

Nach dem Zitat von Carl Schuch „Selbst sehen und selbst finden“ findet sie sich selbst. In ihren Bildern findet sie ein ideales Experimentierfeld für malerische Untersuchungen zur Farbe und Form. Die materielle Beschaffenheit der Farbe- vorzugsweise Ölfarbe interessiert Sie sehr, denn Sie setzt sie dünn und durchsichtig ein oder dick und opak. Oft variiert Sie auch gern ihren Auftrag mal mit einfachem Pinselstrich, mal durch grobe Spachtelarbeit. Ohne Licht kein Schatten, keine Form, keine Farbe- kein Leben. Bei ‚Junglelight‘ verläuft ein Lichtstrahl vertikal durchs ganze Bild, wobei sich am rechten Bildrand die Fläche wie ein Vorhang öffnet um den Blick des Betrachters in einen mystischen, unbekannten Raum zu ziehen. Fasziniert vom Selbstbildnis mit schwarzem Hund von Gustave Courbet, seiner Figur und die des Hundes eingetaucht in tiefes Schwarz, wobei nur durch die geringe Neigung des Gesichts, dem Betrachter mit direktem Blick zugewandt, das Sonnenlicht auch auf Knie und Hand einfließt.

ALEXANDER DEUBL

Bei der Ausstellung präsentiert er Arbeiten die formalästhetisch auf Lichtelemente aus modernen Stripteaselokalen und Nachtclubs rekurieren und inhaltlich von dem zwischen 1954 – 1956 entstandenen Essay „Striptease“ von Roland Barthes aus dem Sammelband Mythen des Alltags inspiriert sind. In seinem Aufsatz beschäftigt sich der französische Theoretiker mit der Dekonstruktion des Striptease, das er als bloßes „Mystifikationsverfahren“ sieht, „das zum Ziel hat, das Publikum mit einer Prise des Bösen zu impfen, um es dann in ein immunisiertes moralisches Befinden zu versetzen“.

Dabei entsteht ein weit, weit verzweigten Assoziationsnetz, welcher sich inhaltlich permanent erweitert und stetig neue Querbezüge schafft, wie z.B. in der Arbeit (S)TRIPTYCHON wo die ehemals sakrale Bildform in einem (Post)modernen Kontext, der sich im Rahmen der globalisierten Symbole für Geld (Dollarzeichen), Liebe (Herz) und für die Unvorhersehbarkeit einer sicheren Zukunft (Stern) bewegt – das klassische „Triptychon“ mutiert zum schillernden „(S)triptychon“. Bei den Arbeiten aus der Serie I AM YOUR PRIVATE DANCER „Samplet“ der Künstler Textpassagen aus Tina Turners gleichnamigen Lied. Durch das Isolieren einzelner Sätze präsentieren sich diese in einen neuen Kontext und werden dadurch zu eigenständigen Statements!

ENA OPPENHEIMER

Ihr künstlerischer Arbeitsansatz befindet sich am Schnittpunkt zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie interessiert sich für die Bereiche, die der Mensch durch die Wissenschaft erforscht, die aber durch die Sinne nicht erreicht werden können. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie die Malerei die unsichtbaren Bereiche von Wirklichkeit berühren kann. In Gesprächen mit Naturwissenschaftlern sucht Ena Oppenheimer nach Möglichkeiten, die Gesetze der Evolution und der Natur kennenzulernen, um sie dann auf künstlerischer Ebene zu durchdenken. Zentrales Thema ist das Verhältnis der Wahrnehmung zu Form und Materie. „Dunkelheit ist die Abwesenheit von Licht.“ Dunkelheit und Licht sind Beschreibungen einer Erfahrung, die der Mensch mithilfe seiner Sehwahrnehmung macht und dann für die Realität hält. Aber in Wirklichkeit ist Licht nur ein Bereich im gesamten elektromagnetischen Wellenspektrum, den der Mensch wahrnehmen kann. Die anderen „unsichtbaren“ Bereiche – Infrarot und Radiowellen auf der roten Seite des Spektrums zum Beispiel und Ultraviolett, Röntgenstrahlen oder Y-Strahlen auf der anderen Seite können wir nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen, und benötigen technische Hilfen, um sie empfangen zu können. Vielleicht ist die Intensität unserer Wahrnehmung aber genau an diesen Grenzbereichen am größten. Da, wo unsere körperlichen Fähigkeiten enden. Was ist Wirklichkeit und wann kann ich sie am intensivsten spüren? Die von Ena Oppenheimer häufig verwendeten Leuchtpigmente wandeln unsichtbares UV-Licht in sichtbares Tageslicht um – machen also Energie sichtbar, die sonst unsichtbar wäre. DARK MATTER (Kunst im öffentlichen Raum) ist ein Projekt, wo 2018-2019 im Großraum München ein Jahr lang auf 1800 Billboards in unregelmäßigen Abständen und an unterschiedlichen Orten Arbeiten aus der Serie DARK MATTER gezeigt wurden. Es ist der Versuch, der unsichtbaren „dunklen“ Materie eine sichtbare spekulative Form zu geben und dieser Wirklichkeit Ausdruck zu geben.

 RUPPRECHT GEIGER

“Die Serigrafie, die Geiger bereits ab Anfang der fünfziger Jahre für sich entdeckt, ermöglicht äußerst subtile Farbmodulationen – das wichtigste gestalterische Prinzip seines Gesamtoeuvre. Durch die feinen Farbabstufungen innerhalb eines Farbtons entfaltet die Farbe alle Möglichkeiten ihrer Helligkeitswerte sowie Intensitätsstufen. Die Idee dieser Farbmodulationen hat bei ihm ihren Ursprung in der meditativen Betrachtung der russischen Landschaft und deren beeindruckender Farbenspiele, die der Künstler während des Kriegseinsatzes 1941/42 in seinen allerersten Aquarellen und Gemälden als Gegenwelten zur bedrückenden Realität festhielt. Auch bei seinen letzten Editionen Gelb zu Orange, Rot aktiv oder Rot zu Gelb, erweckt die sich über die Bildfläche ausdehnende Farbmodulation immer noch eine Assoziation an Sonnenauf- bzw. -untergang.” “Die künstlerische Umsetzung der Landschaftseindrücke findet sowohl auf der Ebene der Farbe als auch der Form statt. Um diese von ihrer Gegenstandsbezogenheit zu befreien, erfolgt eine immer stärkere formale Abstrahierung und Vereinfachung, damit sich der Betrachter allein auf die Wahrnehmung der Farbe konzentrieren könne. Die extreme Reduktion seines Formenvokabulars auf elementare, archetypische Formen – Rechteck, Kreis und Oval – geht auf die Bestrebung des Künstlers zurück, die Farbe unbeeinflusst wirken zu lassen, um die Abstraktion zu steigern. Die formale Reduktion und die damit verbundene strenge und klare Komposition steigert Geiger im Laufe seines künstlerischen Schaffens immer mehr.”

Info-Film über die letzte Ausstellung ‚Blue Hour‘ mit Kuratorin Florentine Rosemeyer

Öffnungszeiten Galerie

Di – Fr 14 bis 18 Uhr, Sa 11 – 14 Uhr

LESETIPP

Kunst am Isarufer: München hat eine neue Brücke

Installation am Isarufer München (bis Ende 2021)

Advertisement