Donnerstag , August 6 2020
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Was Münchner Händler von den ISPO Re.Start Days lernen können

Nach Corona ist nichts mehr so wie früher. Die ISPO als Leuchtturmmesse der Stadt München schaffte es allerdings in zwei Tagen – mit einer interaktiven Digitalkonferenz – eine Orientierung in einer neuen Normalität zu geben. Dabei wurde die Messe München zum Studio! Was wir aus den Talks, Interviews, Workshops und Panels lernen konnten? Die Corona-Pandemie hat und wird das Konsumverhalten verändern! Handel, Industrie und Messen müssen sich auf neue wirtschaftliche Ansätze einstellen! Außerdem muss die Einstellung über Nachhaltigkeit von jeden neu überdacht werden – egal welches Produkt und welche Branche! 

ISPO
Nachhaltigkeit wird jetzt noch wichtiger. Viele Hersteller wollen weniger Produkte produzieren. Foto: Screenshot ISPO Re.Start Days

Im vergangenen Jahr stand der Klimawandel zunehmend im Fokus der Medien und der Gesellschaft. Bereits vor Covid-19 waren die Forderungen nach nachhaltigen Produkten und ressourcenschonender Herstellung groß. Handelsexperte Boris Hedde als Geschäftsführer beim Institut für Handelsforschung hat sich lokale Marktplätze wie etwa #kauflokal genauer angeschaut. Über 60 solcher Marktplätze gibt es mittlerweile in ganz Deutschland. Für Hedde funktionierte dies schon vor der Krise nicht aus einem Grund: ‚Es fehlt die Auswahl!‘

Für ihn wurden solche Konzepte von der Seite des Händlers entwickelt und nicht aus der Perspektive des Konsumenten. Hedde plädiert für lokale Treuesysteme, aber nicht in Form von Rabatten, sondern in Form z.B. lokaler Charity-Projekte. Außerdem sieht er die reine Produktfokussierung als überholt an. Man sollte sich seiner Meinung nach von der Sortiment-Auswahl verabschieden und lieber den Abverkauf mit emotionalen Elementen verbinden.

Das komplette Interview auf ispo.com kann man mit dem Titel ‚Die neue Zukunft des Handels: So ticken wir als Konsumenten gerade‘ nachlesen!

Sportler-Mentalität für den Weg aus der Krise

Im Opening-Gespräch empfing Messe München-Chef Klaus Dittrich zwei Sportler. Die Doppel-Olympiasiegerin im Bahnradfahren, Kristina Vogel, und den Extrembergsteiger Jost Kobusch. Fazit des Gesprächs: In der Sport- und Outdoor-Industrie gilt es nun, die Sportler-Mentalität auch für den Weg aus der Krise zu nutzen. Vogel, die nach einem Trainingsunfall querschnittsgelähmt ist, sagte: „Wir können nicht ändern was jetzt ist, wir können nur die Zukunft ändern.

Neben Sportlern waren auch zahlreiche Markenvertreter bei der digitalen Veranstaltung zugeschalten oder saßen mit Sicherheitsabstand im Messe München-Studio. Von Adidas, Adobe, Bluesign, Columbia Sportswear, Daimler Mobility, Deuter, Ebay, Intersport, Jack Wolfskin, Mammut, Oberalp Group, Saalfelden/Leogang, Schöffel, Sport 2000 und Sympatex, wo viele Mitarbeiter noch in Kurzarbeit sind, war das ‚Who is who des Sporthandels‘ vertreten. Die Teilnehmer gaben Einblicke, wie sie die vergangenen Monate erlebt haben, woraus sie neue Kraft und Motivation schöpfen und wie sie in die Zukunft blicken.

Beim hochkarätig besetzten Industry Leader Panel rief Christoph Engl, CEO der Oberalp Group, zu Haltung auf: „Immer mehr Menschen wollen wissen, wofür wir eigentlich stehen. Das können die Marken auch durch ihre Produkte ausdrücken. Die Kunden wiederum bilden durch den Kauf dieser Produkte eine Community und drücken so ihre Meinung aus.“

Nobelpreisträger mit klarer Botschaft

2006 erhielt der indische Wirtschaftsfachmann Muhammad Yunus mit seiner Grameen-Bank für Mikrokredite den Friedensnobelpreis. Screenshot ISPO
2006 erhielt der indische Wirtschaftsfachmann Muhammad Yunus mit seiner Grameen-Bank für Mikrokredite den Friedensnobelpreis. Screenshot ISPO Re.Start Days

Friedensnobelpreisträger und Philantroph Professor Muhammad Yunus hielt auf den ISPO Re.Start Days zwar ein Plädoyer für die Wichtigkeit des Sports zur Gestaltung der Zukunft. Er kritisierte aber auch die Gesellschaftssysteme, welche ihre Schwächen während des Lockdowns gezeigt haben.

„Es ist Zeit, nachzudenken“, forderte Yunus. Denn für die Menschen könne es nach Corona nicht einfach so weitergehen wie zuvor. „Dabei ist Sport wie eine Pyramide“, sagte Yunus: „Die Spitze bilden die Top-Athleten, darunter stehen die Millionen von Freizeitsportlern, die zu den Weltklasse-Sportlern aufschauen. Genau dieser Vorbildfunktion müssen sich Profis und Verantwortliche bewusst werden: Wenn Sportler sagen, dass sie den Weg zurück in die alte Welt nicht gehen wollen, werden die Menschen ihnen zuhören. Sie sind Vorbilder!“

Konkret kritisierte er im Interview, welches Annabelle Mandeng im Vorfeld der ISPO mit ihm aufgezeichnet hatte, dass für die Firmen der Profit im Vordergrund steht und niemand über die Folgen seines Handelns nachdenke. Wie kann es sein, dass der Amazonas abgeholzt wird, obwohl er als Lunge der Welt gilt? Für ihn haben viel zu viele Institutionen negative Dinge geschaffen, welche alle in Summe die Welt aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Bevor die Wirtschaft wieder losgeht, sollte alles überdacht werden! 

Wie wird sich das Konsumverhalten der Chinesen ändern?

Kurz vor ihm kam ein Chinese zu Wort, welcher das Kaufverhalten in seinem Land nach dem chinesischen Lockdown beleuchtete. Nach China und Indien haben ja auch immer unsere deutschen Firmen geschaut. Gründe dafür: Wachstum und niedrige Lohnnebenkosten! Jetzt wird in genau diesen Ländern alles anders. Chinesen wollen nachhaltige Produkte und sind alle verrückt nach Livestream! Er erzählte von Wertstoffhof-Besuchen wie eine Art Völkerwanderung. Second-Hand ist gerade das große Thema. Damit ist Nachhaltigkeit jetzt definitiv in den Ländern angekommen, in denen die Überbevölkerung uns in Europa bereits Angst gemacht hat.

ISPO Munich 2021

Die Planungen für die ISPO Munich 2021 laufen auf Hochtouren­­­­­­: Von 31. Janu­­­ar bis 3. Februar 2021 trifft sich die Sportwelt in München zur weltweit größten Messe des Sport Business.

Virtuelle / hybride Events

Vor Corona gab es bei Google Trends für den Begriff virtuelle Events so gut wie keine Suchanfragen. Heute sind es am Tag mindestens 100 Anfragen.  Auch in der Zukunft werde es in einem „New Normal“-Umfeld deutlich mehr digitale Eventformate geben: „Die Zeitersparnis ist enorm für die Teilnehmer und wir können diese auch viel kundenfreundlicher als ´On-demand- Angebot´ zur Verfügung stellen“ so Jürgen Mayer CEO plazz AG. Die plazz AG betreibt für 15 Dax Konzerne aber auch Institutionen wie die Bundesbank, verschiedene Bereiche innerhalb der Europäischen Union deren Mulit Event App auch für hybride Events. Das PDF hybride Events der plazz AG dazu gibt es hier bzw. direkt zur Webseite.

Text: Yvonne Wirsing

 

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