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Interdisziplinäres Netzwerk von Künstlern feiert Jubiläum in der Gedok Galerie

Im Ida-Dehmel-Jahr 2020 begeht die GEDOK den 150. Geburtstag ihrer Gründerin mit zahlreichen Sonderveranstaltungen. Den Auftakt in diesem besonderen Jahr machen die beiden Künstlerinnen Bianca Artopé und Hong Yun He, die 2019 durch eine Fachjury als neue Mitglieder ausgewählt wurden. Sie zeigen ihre Arbeiten in der „welcome I“ Ausstellung in der GEDOK Galerie München.

Die Münchner Künstlerin Bianca Artopé als Gedok-Neumitglied stellt 2020 als erste Künstlerin ihre Werke unter dem Titel „a matter of belief“ in der Gedok Galerie aus.
Die Münchner Künstlerin Bianca Artopé als Gedok-Neumitglied stellt 2020 als erste Künstlerin ihre Werke unter dem Titel „a matter of belief“ aus. Credit: Bianca Artopé 2019, 90 x 135 cm

1926 wurde Gedok als interdisziplinäres Netzwerk von der jüdischen Kunstmäzenin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel (1870-1942) gegründet. Von Anfang an ging es ihr um die Förderung und Gleichstellung von Frauen in allen Sparten der bildenden, darstellenden und angewandten Kunst sowie der Literatur und Musik.

Die Münchner Künstlerin Bianca Artopé als Gedok-Neumitglied stellt 2020 als erste Künstlerin ihre Werke unter dem Titel „a matter of belief“ aus. In dieser neuen Serie beschäftigt sich Bianca Artopé mit der Frage, woran wir heute als Gesellschaft glauben und welche Ideologien uns prägen – sind Konsum und Technologie unsere neuen Ersatzreligionen geworden?

Diesen Fragen spürt Bianca Artopé nach, indem sie die Grenzen zwischen sakralen Räumen und profanen Bauten in ihren geheimnisvollen und komplexen Collagen verschwimmen lässt. Das Hinterfragen des anscheinend Offensichtlichen zieht sich wie ein roter Faden durch das Schaffen der Trägerin des Pasinger Kunstpreises 2018.

Neue Bildwelten durch einzigartige Techniken

Wahre Schönheit und schöner Schein, Idylle und Chaos können manchmal sehr nah zusammenliegen. In den komplexen, aus vielen verschiedenen Elementen zusammengesetzten Bildwelten verdichtet die Künstlerin geheimnisvolle, atmosphärische Szenerien in einer (alp)traumhaften Anmutung. Im steten Bezug zu Mensch und Natur überlagern sich Zeit und Raum, Alt und Neu sowohl formal als auch inhaltlich.

Die digitalen Collagen werden in einem speziellen Giclée-Verfahren auf silbernes Schlagmetall gedruckt. Anschließend werden die Bilder in Kunstharz gegossen, was den Werken eine optische Tiefe und besondere haptische Qualität der Oberfläche verleiht. Das Silber im Untergrund lässt die Farben von innen heraus leuchten – so haben die Bilder aus jedem Blickwinkel eine andere Anmutung.

Bianca Artopé: „Ich möchte rätselhafte, tiefgründige Bildwelten schaffen, die dem Betrachter genügend Interpretationsspielraum für seine eigenen Gefühle und Assoziationen lassen. Durch die Inhomogenität der verwendeten Bildelemente stelle ich neue thematische Bezüge her. In meinen Collagen kombiniere ich alte und neue Fotografien, Elemente aus der Natur, der Architektur, gemalte Fragmente und Strukturen. Durch meine speziell entwickelte Technik mit Blattsilber und Epoxidharz überführe ich die digitale Vorlage in ein Originalwerk, in dem die haptische Materialität eine große Rolle spielt.“ In einem kurzen Film erfährt man mehr über Bianca Artopé, ihre Arbeiten, ihr künstlerisches Anliegen und die spezielle Technik, mit der sie arbeitet!

VERNISSAGE in der Gedok Galerie

Welcome I

Bianca Artopé – a matter of belief
Hong Yun He – Verwischte Poesie

Datum: 6. Februar 2020
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Galerie GEDOK München, Schleißheimer Str. 61, 80797 München 

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr (Dauer der Ausstellung: Bis 28. Februar 2020!

 

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