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Volksbegehren Artenvielfalt: Die Million wurde geknackt!

Wissenschaftliche Studien belegen, dass in Bayern immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden sind. Besonders betroffen sind die Insekten, die unter anderem für das Überleben der Menschheit als Bestäuber von Nahrungspflanzen existenziell wichtig sind. In Deutschland sind knapp 50 Prozent aller Bienenarten bestandsbedroht oder bereits ausgestorben, über 75 Prozent aller Fluginsekten sind nicht mehr da und die Bestände an Schmetterlingen vielfach sogar noch stärker zurückgegangen, in einigen Regionen Bayerns teilweise um 70-90 Prozent. Diese dramatische Entwicklung will das Volksbegehren Artenvielfalt stoppen.

Auftaktveranstaltung für das Volksbegehren Artenvielfalt 'Rettet die Bienen' vor dem Münchner Rathaus. Fotocredit: Tobias Hase
Auftaktveranstaltung für das Volksbegehren Artenvielfalt ‚Rettet die Bienen‘ vor dem Münchner Rathaus. Fotocredit: Tobias Hase

Die Beauftragte des Volksbegehrens, Agnes Becker (ÖDP), hatte am Dienstag bereits veröffentlicht, dass die eine-Million-Unterschriften-Grenze bereits geschafft wurde. Damit ist es sicher, dass es Änderungen im bayerischen Naturschutzgesetz geben wird!

Udo Wachtveitl, Schauspieler: „Es geht jetzt ums Ganze. Ich hoffe, dass viele Leute ihrer Verantwortung nachkommen und ins Rathaus gehen, um für das Volksbegehren zu unterschreiben. Das Volksbegehren ist der richtige Weg.“

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Es ist höchste Zeit umzusteuern. Ich erwarte von den Landwirten, dass das Thema Ökologie bei ihnen ganz oben und nicht ganz unten auf der Agenda steht. Ich möchte unseren Ministerpräsidenten auffordern, wenn das Volksbegehren die notwendigen Stimmen zusammenbekommt, diesen Gesetzesentwurf anzunehmen und nicht wieder herumzumäkeln oder, wie er es gerne macht, auf die lange Bank zu schieben.

Über das Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen!

Das Volksbegehren ist ein Mittel der direkten Demokratie. Es ermöglicht Bürgern die Einbringung eines Gesetzesentwurfs in den Bayerischen Landtag. Die erste Hürde ist überwunden: Knapp 100.000 Menschen haben in der ersten Zulassungsphase für das Volksbegehren unterschrieben, im Oktober wurde es vom Innenministerium zugelassen. Jetzt müssen sich vom 31. Januar 2019 bis zum 13. Februar 2019 eine Million Wahlberechtigte persönlich in den Rathäusern in Listen eintragen, um das Volksbegehren Artenvielfalt erfolgreich zu machen. Online ist dies nicht möglich. Zur Eintragung muss der gültige Ausweis vorgelegt werden. Ziel des Volksbegehrens ist es, Regelungen im bayerischen Naturschutzgesetz zu verankern, die die Artenvielfalt retten.

Volksbegehren Kernforderungen

  • bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere
  • Erhaltung von Hecken, Bäumen und kleinen Gewässern in der Landwirtschaft
  • der Erhalt und die Schaffung blühender Randstreifen an allen Bächen und Gräben
  • der massive Ausbau der ökologischen Landwirtschaft
  • die Umwandlung von zehn Prozent aller Wiesen in Blühwiesen
  • die pestizidfreie Bewirtschaftung aller staatlichen Flächen
  • die Aufnahme des Naturschutzes in die Ausbildung von Land- und Forstwirten.

Wenn es keine Bienen und Hummeln mehr gibt, wer bestäubt dann unser Obst und Gemüse? In Bayern gibt es jetzt die historische Chance, das bayerische Naturschutzgesetz so zu ändern, dass eine Lebensversicherung für unsere heimische Tierwelt erreicht wird.

Jetzt stehen alle vor der zweiten und größten Herausforderung: 10 % der bayerischen Wählerinnen und Wähler müssen sich zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 in den Rathäusern ihrer Heimatgemeinde eintragen.

Das sind knapp 1 Million Menschen!

Macht bitte mit! Unter www.volksbegehren-artenvielfalt.de findet man alle wichtigen Informationen, wie den Rathausfinder und die Öffnungszeiten aller Eintragungsstätten. Wichtig: Gültigen Ausweis mitnehmen!

Prominente Unterzeichner

Michaela May, Schauspielerin: „Ich habe Kinder und Enkel und möchte, dass Ihnen unsere Natur und unsere Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Ohne Bienen keine Bestäubung, ohne Bestäubung keine Früchte und ohne Früchte keine Nahrung für Tiere und Menschen.“

Hannes Ringlstetter, Kabarettist: „Ich bin froh, dass es eine breite öffentliche Diskussion gibt, wie wir mit Bayern umgehen. Dafür braucht es aber auch Richtungsentscheidungen der Politik. Denn entweder wir beuten die Natur weiter aus oder wir entscheiden uns jetzt für die Nachhaltigkeit. Wir haben die Feinfühligkeit dafür verloren, wie mir mit der Natur und den Tieren umgehen.“

Marcus H. Rosenmüller, Regisseur: „Es wird Zeit, dafür zu sorgen, dass unsere Enkel auch Wiesen mit der Fülle von Insekten und Wildblumen erleben dürfen, wie wir es in unserer Kindheit erleben durften. Wie immens wichtig dieser Dominobaustein fürs gesamte Ökosystem ist, ist selbst mir klar, wo ich eher zu den langsamen Denkern gehöre! Zur Unterschrift gehört auch, dass man sein eigenes Handeln nicht nur überdenkt, sondern auch ändert.“

Nina Eichinger, Moderatorin: „Ich finde das Volksbegehren existenziell, weil wir ein dramatisches Artensterben haben. Wir müssen endlich auf den landwirtschaftlichen Flächen Raum für die Natur schaffen. Wir müssen den Bauern in Bayern helfen und Produkte von den Landwirten kaufen, die unsere Landschaft pflegen.“

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