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Klimaschutz fängt beim Urlaub an!

„Heuchelei“, so nannte Papst Franziskus die Kompensationszahlungen für Flüge. Das wird wohl auch der Grund dafür sein, dass nur 9% der deutschen Flugreisenden überhaupt Kompensationen bis dato geleistet haben. Jeder vierte Deutsche hat es noch nicht einmal vor. Doch diese Statistik ist noch lange vor Corona entstanden. Jeder, der in einem sogenannten Industrieland lebt, hat schon davon gehört, dass Flugzeuge und der Verkehr im allgemeinen sehr hohe CO2-Emissionen ausstößt. Wir sieht also unser Urlaub in der Zukunft aus? 

Fridays for Future, September 2019. Photo by Mika Baumeister on Unsplash

Klimaerwärmung ist keine Modekrankheit oder ein Trend, der einfach so wieder vergeht. Aber erst wenn wir persönlich betroffen sind, dann handeln wir. Das ist keine neue Überlegung. Es gibt diverse Studien darüber (z.B. IZNE Working Paper Series Nr. 19/2, 02/18).

Bringen Kompensationszahlungen überhaupt etwas?

Flugzeuge verbrennen Kerosin und stoßen CO2 aus. Dabei setzen sie während Abflug und Landung den größten Teil davon frei. Aber das ist noch nicht alles:

  • CO2 wird durch die Verbrennung von Kerosin freigesetzt plus weitere schädliche Schadstoffe, ebenfalls durch die Verbrennung plus daraus folgende klimawirksame Effekte

Mit den Kompensationszahlungen sollen Maßnahmen finanziert werden, die

a)      optimalerweise die ausgestoßenen Abgase ausgleichen und
b)     zugleich das übermäßige CO2, welches unser Klima bereits angreift, auffangen und
c)      den CO2-Ausstoß nachhaltig verringern.

Heute wissen wir, dass mit Kompensationszahlungen und die daraus resultierenden Maßnahmen den Klimawandel nicht aufhalten können. Bereits 1988 wurde der „Weltklimarat“ (Intergouvernemental Panel on Climate Change, IPCC) gegründet, weil der Planet massiv ins Ungleichgewicht gebracht wurde.

Was wird passieren, wenn wir weiterhin tatenlos zusehen?

Bereits im Winter 2018 wurde ein Sonderbericht des IPCC, der sich mit den Folgen einer globalen Erwärmung beschäftigt, veröffentlicht. Mit einer Temperaturerhöhung von 1,5 Grad Celsius ist zwischen 2030 und 2052 zu rechnen. Bereits heute haben wir weltweit einen Mittelwert von 1°C Temperaturanstieg, in Deutschland sogar 1,4°C!

Was passiert (genau jetzt und in Zukunft verstärkt):

  • Meeresspiegel steigt: Extreme Unwetter, Starkregenfälle, Sturmfluten, Böden versalzen
  • Hitzewellen und Dürren, dadurch Bodenverluste, Brände und Wassermangel
  • Eis schmilzt, sowohl an den Polkappen und auch in den Bergen (www.gletscherarchiv.de)
  • Tausende! Meter dicke Eisschichten sind bereits vom Südpol abgebrochen

Folgen:

  • In erster Linie flüchten Menschen aus sogenannten „Dritte-Welt-Ländern“, die nie etwas zum Klimawandel beigetragen haben (Schätzungen gehen von bis zu 250 Millionen Flüchtlingen für das Jahr 2050 aus)
  • Menschen verhungern, verdursten, sterben an Unterernährung und zwar bis zu 3 Millionen mehr pro Jahr als jetzt schon
  • Vermehrte Schädlinge und Krankheiten, Epidemien breiten sich aus

Die Liste ist nicht vollständig!

Was muss getan werden?

Flugreisen zählen zu den größten Umweltsünden, die wir in den Industrienationen jemals begangen haben. Bahn, Auto und vor allen Dingen Busse sind deutlich umweltfreundlicher. Muss es immer der Auslandsflug sein – oder der Flug von Hannover nach München?

Besucht die Alpen, solange es noch Schnee gibt. Fahrt an die Nord- oder Ostsee, solange diese noch nicht in Mitteldeutschland angekommen sind. Streift durch den Wald, erklärt Euren Kindern was Natur ist. Warum wir Natur brauchen. Und, dass wir alle ein Teil der Natur sind. Zieht vielleicht ein Naturhäuschen einer Ferienanlage vor?

Ihr könnt selbst abwägen! Umweltschutz fängt definitiv beim eigenen Urlaub an!

 

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