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Börsenfieber im Mandarin Oriental: Unternehmerinnen sprechen über Geld und Zukunft

Geldanlage ist längst kein Thema mehr, das man diskret den Männern am Tisch überlässt. Gerade für Unternehmerinnen, Erbinnen und Frauen mit Verantwortung wird finanzielle Souveränität immer stärker zu einem Teil moderner Selbstbestimmung. Genau darum ging es beim zweiten Talk des Clubs der europäischen Unternehmerinnen im Jahr 2026, zu dem Präsidentin Kristina Tröger ins Münchner Mandarin Oriental eingeladen hatte.

Im Mittelpunkt des Abends stand Caroline von Linsingen, Head of IPO & Growth Financing bei der Deutschen Börse. Unter dem Titel „Starke Kapitalmärkte für Europa – neue Wege für den Mittelstand. Vom geopolitischen Weckruf zum Erfolg an der Börse“ sprach sie über Börsengänge, Wachstumsfinanzierung, Europas wirtschaftliche Souveränität und die Frage, warum Kapitalmärkte gerade jetzt für Familienunternehmen und den Mittelstand wichtiger werden.

Caroline von Linsingen
Wenn Frauen über Geld sprechen: Kapitalmarkt-Talk mit Caroline von Linsingen (Deutsche Börse AG) beim Club der europäischen Unternehmerinnen.  Foto: Frank Rollitz / ABR-Pictures

Warum Kapitalmärkte Frauensache sind

„Es ist großartig, heute hier dabei zu sein, da Unternehmerinnen wunderbare Multiplikatorinnen sind. Hier werden spannende Fragen gestellt, auf die wir gemeinsam gute Antworten finden“, sagte Caroline von Linsingen. Der Satz passte gut zu einem Abend, der Finanzen nicht trocken, sondern als Teil von Verantwortung und Zukunftsfähigkeit verstand.

Denn wer über Kapitalmärkte spricht, spricht nicht nur über Kurse, Aktien und Börsengänge. Es geht um Wachstum, Unabhängigkeit, Nachfolge und darum, wie Unternehmen über Generationen hinweg handlungsfähig bleiben. Gerade für Unternehmerinnen ist Finanzwissen deshalb kein Nebenthema, sondern ein Schlüssel zu mehr Gestaltungsmacht.

Vom Mittelstand an die Börse

Caroline von Linsingen zeigte eindrucksvoll auf, warum starke Kapitalmärkte für Europa heute von zentraler Bedeutung sind. Demografischer Wandel, geopolitische Spannungen, Kriege und Handelskonflikte markieren nicht nur einen wirtschaftlichen Epochenwechsel. Sie stellen auch die Frage nach Europas strategischer Souveränität neu.

Anhand des Börsengangs der familiengeführten Pfisterer Holding SE erläuterte sie, wie der Kapitalmarkt für Mittelständler und Familienunternehmen zu einem Instrument werden kann, um Wachstum, Sichtbarkeit und Zukunftsfähigkeit zu stärken.

„Auch wenn alles rot ist: auf keinen Fall verkaufen“

Besonders aufmerksam wurde es im Raum, als es um konkrete Anlagetipps ging. Caroline von Linsingen machte deutlich: Wer Vermögen aufbauen möchte, sollte sich mit dem Kapitalmarkt beschäftigen. „Auf jeden Fall sollte man sein Geld am Kapitalmarkt anlegen“, so ihr Rat. Wichtig sei vor allem, diversifiziert zu investieren – nicht zwingend in einzelne Aktien, sondern beispielsweise über ETFs.

Ihr wichtigster Tipp für nervöse Börsenphasen war so klar wie alltagstauglich: „Auch wenn alles rot ist im Portfolio: auf keinen Fall verkaufen!“ Fehler gehörten dazu. Entscheidend sei, anzufangen, dazuzulernen und Finanzwissen Schritt für Schritt aufzubauen.

Finanzwissen als Teil von Unabhängigkeit

Dass das Thema den Nerv des Abends traf, zeigte sich in den Gesprächen danach. Viele Gäste interessierten sich nicht nur für Kapitalmärkte aus unternehmerischer Perspektive, sondern auch für die persönliche Dimension: Wie investiere ich sinnvoll? Wie bleibe ich unabhängig? Wie gebe ich Finanzwissen an die nächste Generation weiter?

Moderatorin und Heilpraktikerin Monika Drexel brachte es auf den Punkt: Wer seine Finanzen verstehe, treffe selbstbestimmtere Entscheidungen fürs eigene Leben. Und genau darin lag die eigentliche Stärke des Talks: Er machte Finanzen nicht komplizierter, sondern zugänglicher.

Auch Anja Gräfin von Keyserlingk betonte, wie wichtig Geldanlage für die Unabhängigkeit von Frauen sei. Gerade die Bandbreite der Themen sei es, die den Club der europäischen Unternehmerinnen auszeichne – von Mode bis Finanzen, von Lifestyle bis Zukunftsfragen.

Uschi Dämmrich von Luttitz mit Kristina Tröger (Präsidentin Club europäischer Unternehmerinnen) und Gräfin Renate von Rehbinder. Foto: Frank Rollitz / ABR-Pictures

Networking im Mandarin Oriental

Der Rahmen hätte kaum passender sein können: In der stilvollen Atmosphäre des Mandarin Oriental Munich trafen Unternehmerinnen, Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Medien aufeinander. Unter anderem Renate Gräfin von Rehbinder, Leslie Freifrau von Wangenheim, Uschi Dämmrich von Luttitz mit Tochter Stephanie Freifrau von Luttitz. Susanne Gräfin von Moltke, Gwendolyn Freifrau von Beck-Peccoz, Franziska Scheuerle, Gabi Strassburger und Mauritia von Ulm-Erbach dabei.

Hotelmanagerin Katharina Berchtold freute sich über das hochaktuelle Thema – und über den nächsten Münchner Termin im Haus: die Eröffnung der Dachterrasse des Mandarin Oriental am 1. Mai.

Am Ende war dieser Abend weit mehr als ein Society-Talk mit Börsenthema. Er zeigte, wie sehr sich das Bild moderner Unternehmerinnen verändert hat: Finanzwissen, Netzwerk und Haltung gehören heute selbstverständlich zusammen.

Finanzwissen ist kein Trendthema. Es ist ein Teil von Freiheit.

Text: Andrea Vodermayr/ExklusivMünchen

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