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ISAR-KAYA: Münchens ungewöhnlichstes Food-Pop-up in alter Metzgerei

Eine alte Metzgerei in München wird für kurze Zeit zum Schauplatz kulinarischer Ausnahmezustände: Mit ISAR-KAYA bringen Marc Christian vom Meatingraum und Vincent Fricke vom CafédotKom ein Food-Pop-up zwischen japanischer Izakaya-Kultur, bayerischer Oma-Küche, Kunst und Experiment in die Berger-Kreuz-Straße 48 in München-Ramersdorf. Wir waren zum Preview-Dinner!

Marc und Vincent überzeugten beim 1. Probeessen für ihr ISAR-KAYA (Was für ein Wortspiel :-) )
Marc und Vincent überzeugten beim 1. Probeessen für ihr ISAR-KAYA – Was für ein Wortspiel 🙂

Kulinarisches Experiment mit Münchner Wirtshausgedächtnis

Eine alte Metzgerei in Ramersdorf wird für kurze Zeit zum Schauplatz kulinarischer Ausnahmezustände. Mit ISAR-KAYA bringen Marc Christian vom Meatingraum und Vincent Fricke vom CafédotKom die japanische Izakaya-Kultur in die Berger-Kreuz-Straße 48 in München-Ramersdorf. Zwischen Metzgereikacheln, Wursthaken und Münchner Wirtshausgedächtnis entsteht ein Pop-up, das nicht einfach serviert, sondern inszeniert: Omas Sonntagsbraten trifft auf Omakase, Kunst landet auf dem Teller, und aus Reife und Verfall wird eine kulinarische Versuchsanordnung.

Der Ort ist Teil der Geschichte. Keine glatte Innenstadtfläche, kein beliebiges Gastro-Setting, sondern eine ehemalige Metzgerei in Ramersdorf. Genau dort entsteht ein temporärer Treffpunkt, der japanische Trink- und Snackkultur mit bayerisch-regionalen Foodideen, Wirtshausgefühl, Nachhaltigkeit und künstlerischem Denken verbindet.

Was eine Izakaya mit München zu tun hat

Eine Izakaya ist in Japan eine Mischung aus Kneipe, Wirtshaus und informellem Treffpunkt. Man geht nach der Arbeit oder mit Freunden dorthin, trinkt, isst viele kleine Gerichte und bleibt länger sitzen, als ursprünglich geplant. Es geht nicht nur um das Essen, sondern um das gemeinsame Verweilen.

Das Wort setzt sich aus den Schriftzeichen für „sitzen“ und „Sake-Laden“ zusammen. Genau dieser Gedanke wird bei ISAR-KAYA nach München übersetzt: nicht als Kopie japanischer Gastronomie, sondern als freie Münchner Interpretation. Isar statt Tokio. Alte Metzgerei statt Neon-Gasse. Oma-Küche statt Sushi-Klischee.

Alte Metzgereikacheln, neue Food-Ideen: Die ehemalige Metzgerei in Ramersdorf wird bei ISAR-KAYA selbst zum Teil der Inszenierung.
Alte Metzgereikacheln, neue Food-Ideen: Die ehemalige Metzgerei in Ramersdorf wird bei ISAR-KAYA selbst zum Teil der Inszenierung.

Omakase wird zu OMA-KASE

Den Auftakt macht im Juni OMA-KASE – ein Wortspiel aus Oma und Omakase. In der japanischen Küche bedeutet Omakase, dass sich der Gast ganz in die Hände des Kochs begibt. Die Menüfolge entsteht nach Saison, Tagesfrische und Inspiration.

Bei ISAR-KAYA wird daraus ein Überraschungsmenü mit Oma-Gerichten: bodenständig, vertraut, emotional und doch neu gedacht. Es geht um Lieblingsgerichte von früher, um Sonntagsküche, Familiengeschmack und Erinnerungen, die jeder irgendwie kennt. Nur eben nicht nostalgisch stehen geblieben, sondern überraschend ins Jetzt geholt. Ein pochiertes Senf-Ei mit Gurkenschiffchen hat uns jedenfalls ‚mega geschmeckt‘.

Kunst kommt auf den Teller

Im Juli folgt die zweite Runde: KUNST ESSEN. Diese Ausgabe wird vegetarisch und beschäftigt sich mit der Frage, wie Kunst schmecken kann. Berühmte Gemälde werden nicht nur zitiert, sondern kulinarisch übersetzt.

Farbe, Form, Komposition und Stimmung werden zu Geschmack, Textur und Menüfolge. Damit wird das Dinner nicht nur zum Essen, sondern zu einer Art begehbarem Bildraum – nur dass die Kunst hier nicht an der Wand hängt, sondern auf dem Teller landet.

Ein erster Vorgeschmack auf „Reife & Verfall“: Für die September/Oktober-Ausgabe von ISAR-KAYA wird aus Zeit, Transformation und Handwerk ein Gericht, das perfekt zur ehemaligen Metzgerei in Ramersdorf passt.
Ein erster Vorgeschmack auf „Reife & Verfall“: Für die September/Oktober-Ausgabe von ISAR-KAYA wird aus Zeit, Transformation und Handwerk ein Gericht, das perfekt zur ehemaligen Metzgerei in Ramersdorf passt.

Reife, Verfall und die Lust am Experiment

Die dritte Runde im September trägt den Titel REIFE & VERFALL. Sie ist bewusst noch in der Findung – und gerade das passt zum Thema. Denn Reife, Transformation und Veränderung lassen sich nicht vollständig planen.

In einer ehemaligen Metzgerei bekommt dieser Gedanke zusätzliche Tiefe. Lebensmittel, Handwerk, Zeit und Vergänglichkeit sind hier nicht bloße Theorie, sondern Teil des Ortes. Was wird besser durch Zeit? Wann wird Veränderung zur Veredelung? Und wo beginnt der Moment, in dem etwas kippt? ISAR-KAYA lässt Raum für genau diese Fragen.

Eine alte Metzgerei als Bühne

Dass dieses Pop-up nicht in einem klassischen Restaurant stattfindet, macht seinen Reiz aus. Eine alte Metzgerei in Ramersdorf bringt eine Geschichte mit, die sich nicht dekorieren lässt. Metzgereikacheln, Wursthaken und handwerkliche Spuren werden nicht versteckt, sondern Teil der Inszenierung. Im Anbau befindet sich der Produktionsbetrieb von Vincent, wo er seit Jahren für sein Cateringunternehmen an exklusiven Pairings tüftelt. Als der Metzger den Laden aufgab, sahen Marc und Vincent die Chance für so ein ungewöhnliches Food-Pop-up.

So entsteht ein Raum, der zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt. Hier trifft japanische Izakaya-Kultur auf bayerische Wirtshaus-DNA, Oma-Erinnerung auf Foodtrend, Kunst auf Küche und Nachhaltigkeit auf Lust am gemeinsamen Abend.

Hinter roten Markisen beginnt ISAR-KAYA: In der ehemaligen Metzgerei in Ramersdorf entsteht für kurze Zeit ein Food-Pop-up zwischen Izakaya-Kultur, Oma-Küche, Kunst und Experiment.
Hinter roten Markisen beginnt ISAR-KAYA: In der ehemaligen Metzgerei in Ramersdorf entsteht für kurze Zeit ein Food-Pop-up zwischen Izakaya-Kultur, Oma-Küche, Kunst und Experiment.

Marc Christian: Meatingraum und die Kunst des gemeinsamen Essens

Mit Marc Christian ist einer der Köpfe hinter ISAR-KAYA jemand, der Essen seit Jahren nicht nur als Handwerk, sondern als Erlebnis versteht. Sein Meatingraum steht für kulinarische Formate, Begegnung und das gemeinsame Sitzen an einem Tisch. Bei ISAR-KAYA bringt er diese Erfahrung in ein Format ein, das weniger Restaurantabend als kuratierte Esssituation ist. Es geht um Atmosphäre, Dramaturgie und um die Frage, wie ein Menü Menschen in ein Gespräch bringt.

Vincent Fricke: Nachhaltigkeit, Haltung und neue Perspektiven

Vincent Fricke ist gelernter Koch, Gastgeber, Foodunternehmer und kreativer Kopf hinter Bairisch Stew und dem CafédotKom in der Maxvorstadt. Mit seinem Cateringunternehmen ist er seit zehn Jahren in München aktiv und versorgt jährlich zahlreiche Gäste – vom privaten Kreis bis zum großen Unternehmensanlass.

Nachhaltigkeit bedeutet für ihn nicht nur, regional und saisonal zu kochen. Es geht auch um Qualität statt Quantität, um bewussten Einkauf, Glas statt Plastik, um den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln und um eine Küche, die Gemüse, Leichtigkeit und Verantwortung ernst nimmt.

Sein Satz bringt diese Haltung auf den Punkt:
„Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme – es ist intim, anregend und kommunikativ: Essen ist eine Art, das Leben zu feiern.“

Warum München solche Food-Formate braucht

München kann sehr perfekt sein. Manchmal vielleicht zu perfekt. Umso spannender sind Orte, die nicht glattgebügelt wirken, sondern Reibung zulassen. ISAR-KAYA ist genau so ein Format: temporär, eigensinnig, handgemacht, ein bisschen schräg – und dadurch besonders.

Die Stadt braucht solche kulinarischen Experimente, weil sie zeigen, dass Gastronomie mehr sein kann als Reservierung, Menü und Rechnung. Sie kann Gespräch sein. Haltung. Erinnerung. Kunst. Gesellschaftlicher Kommentar. Und manchmal einfach ein sehr guter Abend an einem unerwarteten Ort.

Zwischen Izakaya, Wirtshaus und Zukunftsküche

In einer alten Metzgerei entsteht kein Rückblick auf frühere Zeiten, sondern eine neue Münchner Gegenwartsküche. Eine, die sitzt, trinkt, isst, denkt – und für ein paar Wochen einen Ort verwandelt.

ISAR-KAYA in München

Ort: Alte Metzgerei, Berger-Kreuz-Straße 48, München-Ramersdorf
Beginn: jeweils ab 18 Uhr
Runde 1 (17. bis 20. Juni / 24. bis 27. Juni): OMA-KASE – 10-Gänge Überraschungsmenü mit Oma-Gerichten. Menü (inkl. Wasser): 79 € plus Getränke
Runde 2 (15. bis 18. Juli / 22. bis 24. Juli): KUNST ESSEN – vegetarisches Menü inspiriert von Kunst
Runde 3 (23. bis 26. September / 7. bis 10. Oktober): REIFE & VERFALL – kulinarisches Experiment in Entwicklung
Reservierung/Anmeldung: hello@cafedotkom.com 

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