Das Ostufer des Starnberger Sees gehört seit jeher zu jenen besonderen Orten in Bayern, an denen Landschaft, Sommerfrische und Kultur eine fast natürliche Verbindung eingehen. Genau hier haben die Holzhauser Musiktage ihren festen Platz. Seit 1978 steht das Festival für hochklassige Konzerte, große Namen der klassischen Musik und eine Atmosphäre, die sich bewusst von den großen, oft anonymeren Festivalformaten absetzt. Vom 12. bis 18. Juli 2026 stehen in der Loth-Hof-Tenne in Münsing 4 hochkarätige Konzertabende auf dem Programm des Kammermusikfestivals.

Gegründet wurden die Holzhauser Musiktage von dem ungarischen Geiger Dénes Zsigmondy, seiner Frau, der Pianistin Anneliese Nissen, sowie dem Pianisten Wilhelm Kempff. Dass Kempff, der in Ammerland am Starnberger See lebte, zu den prägenden Persönlichkeiten der Anfangsjahre gehörte, verankert die Konzertreihe bis heute tief in der Kulturgeschichte der Region. 1980 gab er in Holzhausen sein letztes Konzert.
Ein Musikfestival mit regionaler Identität
Gerade für das Publikum rund um den Starnberger See liegt darin der besondere Reiz der Holzhauser Musiktage. Das Festival ist nicht einfach nur eine Konzertreihe im Grünen, sondern ein gewachsenes Kulturereignis mit regionaler Seele. Über Jahrzehnte hinweg waren hier bedeutende Künstlerpersönlichkeiten zu erleben, darunter Alfred Brendel, Isabelle Faust, Juliane Banse, das Cherubini Quartett, Nicolai Lugansky, Ingolf Turban und Julian von Karolyi. Auch Loriot, welcher bis zu seinem Tod fast fünf Jahrzehnte am See lebte, war dem Festival eng verbunden. Zum Jubiläum gestaltete er sogar das Titelbild. Solche Details machen deutlich, wie eng die Holzhauser Musiktage mit der Kulturgeschichte des Starnberger Sees und weit darüber hinaus verbunden sind.
Festivalleiter Adriaan Feyaerts und Gründer von Opus M beschreibt das Konzept der Holzhauser Musiktage mit einem Bild, das sofort verständlich macht, worum es geht: „Ich begreife das Festivalprogramm wie ein gutes Dinner-Menü. Jeder Abend soll für sich überzeugen – und im Zusammenspiel entsteht etwas Ausgewogenes, das berührt und in Erinnerung bleibt.“ Genau darin liegt auch 2026 die Stärke des Festivals: Vier Konzertabende, die jeweils ihre eigene Qualität entfalten und zusammen ein stimmiges Ganzes ergeben.
Hauskonzerte als kluger Impuls für mehr regionale Sichtbarkeit
Neu hinzu kam in diesem Jahr ein Format, das dem Festival zusätzliche Nähe verleiht: Hauskonzerte. Sie wurden veranstaltet, um die Holzhauser Musiktage in der Region noch bekannter zu machen und neue Aufmerksamkeit für dieses besondere Musikevent am Starnberger See zu schaffen.
Dass dafür ausgerechnet ein Haus mit direktem Bezug zur Festivalgeschichte zur Verfügung stand, war ein schöner Zufall. Christiane Wolff, die für die Kommunikation der Holzhauser Musiktage tätig ist, lebt mit ihrem Lebensgefährten in dem ehemaligen Haus von Wilhelm Kempff. So bekam die Idee der Hauskonzerte nicht nur eine besonders persönliche, sondern auch eine kulturell stimmige Bühne für den 1. Hauskonzert-Termin.
Gerade diese Verbindung aus Festivaltradition, lokaler Verankerung und neuer Intimität macht die Holzhauser Musiktage so reizvoll. Das Format öffnet die klassische Musik noch stärker in die Region hinein und verleiht dem Festival eine zusätzliche emotionale Dimension.

Warum die Holzhauser Musiktage für Starnberg besonders sind
Am Starnberger See gibt es viele kulturelle Höhepunkte, doch nur wenige tragen Geschichte, Ort und künstlerischen Anspruch so glaubwürdig in sich wie die Holzhauser Musiktage. Das Festival ist Teil einer gewachsenen Kulturlandschaft, in der Namen wie Wilhelm Kempff nicht abstrakt wirken, sondern tatsächlich mit dem Ort verbunden sind.
Für Leserinnen und Leser aus Starnberg, Ammerland, Münsing, Ambach oder Berg liegt genau darin die Qualität dieses Festivals: Es verbindet große Musik mit einer regionalen Identität, die nicht erfunden werden muss. Die Holzhauser Musiktage zeigen, wie stark ein kulturelles Ereignis wirken kann, wenn es aus der Geschichte eines Ortes heraus gewachsen ist und sich zugleich behutsam weiterentwickelt.
Klassik am Starnberger See mit besonderer Atmosphäre
Wer die Holzhauser Musiktage besucht, erlebt nicht nur musikalische Exzellenz, sondern auch ein Festival, das für Haltung, Kontinuität und kulturelle Glaubwürdigkeit steht. Die neuen Hauskonzerte erweitern diesen Charakter auf charmante Weise: Sie machen das Festival nahbarer, persönlicher und für die Region noch erlebbarer.
Damit gehören die Holzhauser Musiktage ohne Frage zu den besonderen Musikevents im Münchner Umland – und zu jenen Kulturformaten, die am Starnberger See genau am richtigen Ort sind. Mehr zum Programm & Tickets.


