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Kunst am Maximiliansplatz: Alexandra Kordas bringt Farbe ins Kunstfoyer der LV 1871

München lebt von seinen großen Kunstinstitutionen, seinen Galerien, Off-Spaces und privaten Initiativen. Doch immer wieder entstehen auch an unerwarteten Orten Räume, in denen Kunst sichtbar wird – mitten im urbanen Alltag, zugänglich und nah an der Stadtgesellschaft. Einer dieser Orte ist das Kunstfoyer der LV 1871 am Maximiliansplatz. Dort zeigt die Münchner Künstlerin Alexandra Kordas derzeit ihre Ausstellung „Frühlingserwachen“.

Münchner Künstlerin Alexandra Kordas eröffnet vor ihrer Biennale Ausstellung - die Soloausstellung "Frühlingserwachen" im Kunstfoyer der LV1871 am Maximiliansplatz Fotocredit: Hannes Magerstädt
Münchner Künstlerin Alexandra Kordas eröffnet vor ihrer Biennale Ausstellung – die Soloausstellung „Frühlingserwachen“ im Kunstfoyer der LV1871 am Maximiliansplatz Fotocredit: Hannes Magerstädt

Die Ausstellung ist bis Ende August 2026 im Kunstfoyer der Lebensversicherung von 1871 a. G. München zu sehen. Die LV 1871 beschreibt ihr Kunstfoyer als öffentlich zugänglichen Ausstellungsort, an dem regelmäßig Werke renommierter Künstlerinnen und Künstler sowie vielversprechender Nachwuchspositionen präsentiert werden.

Farbe als Ausdruck innerer Bewegung

„Frühlingserwachen“ ist ein Titel, der zunächst Leichtigkeit verspricht. Bei Alexandra Kordas wird daraus jedoch mehr als ein saisonales Motiv. Ihre Arbeiten erzählen vom Aufbrechen, vom Sich-Verändern, von emotionalen Spannungsfeldern und seelischen Übergängen. Pastelltöne treffen auf leuchtendes Blau, vibrierendes Gelb und kraftvolle Schwarz-Akzente. Die Bildräume wirken bewegt, offen, manchmal fast eruptiv.

Kordas interessiert sich nicht für dekorative Oberfläche. Ihre Werke suchen nach inneren Zuständen: nach Nähe und Reibung, Verletzlichkeit und Energie, Ordnung und Kontrollverlust. Formen scheinen sich aufzulösen, um sich im nächsten Moment neu zu fügen. So entsteht eine Malerei, die nicht still betrachtet werden will, sondern Resonanz erzeugt.

Alexandra Kordas: Später Durchbruch, starke Bildsprache

Alexandra Kordas wurde 1958 in München geboren und war zunächst als Schauspielerin und Drehbuchautorin tätig. Künstlerisch geprägt wurde sie bereits früh, doch ihr schöpferischer Durchbruch kam vergleichsweise spät: Seit 2018 entwickelte sie ein intensives Werk, das sich mit Transformation, Verletzlichkeit, Verlust, Rauschzuständen und gesellschaftlichen Erschütterungen auseinandersetzt.

Ihre Bildsprache ist expressiv, emotional und intuitiv. Gleichzeitig bleibt sie formal präzise. Farben und Formen erscheinen nicht als Abbild äußerer Wirklichkeit, sondern als Ausdruck innerer Prozesse. Besonders ihre Skulpturen entfalten eine physische Präsenz, die den Betrachter unmittelbar in das Werk hineinzieht.

Auch international ist Kordas präsent: Für die Biennale Arte 2026 in Venedig wird sie am 8. Mai ihre Skulptur „The World is falling apart“ zeigen.

Ausstellungsgäste: Ehepaar Nagia El Sayed mit Sigmund Gottlieb. Fotocredit: Hannes Magerstädt
Ausstellungsgäste: Ehepaar Nagia El Sayed mit Sigmund Gottlieb. Fotocredit: Hannes Magerstädt

Das Kunstfoyer als Bühne für München

Interessant ist an dieser Ausstellung nicht nur die Künstlerin, sondern auch der Ort. Das Kunstfoyer der LV 1871 liegt am Maximiliansplatz 5 – zentral, urban und doch abseits des klassischen Museumsbetriebs. Gerade darin liegt sein Potenzial: Kunst wird hier nicht in einen abgeschlossenen Raum verlagert, sondern tritt in Verbindung mit einem Unternehmen, mit Öffentlichkeit und mit der Stadt.

Dass Annette Zierer den Kunstraum künftig kommunikativ begleitet und weitere Ausstellungen geplant sind, macht das Kunstfoyer für München besonders spannend. Es könnte sich zu einer Adresse entwickeln, die nicht nur Einzelpositionen zeigt, sondern kontinuierlich Impulse in die Münchner Kunst- und Gesellschaftsszene sendet.

Annette Zierer mit Vernissage-Gästen. Influencerin Julia Haupt und Moderatorin Karen Webb. Fotocredit: Hannes Magerstädt

Für eine Stadt, die ihre Kunstorte gerne pflegt, aber zugleich neue Formate braucht, ist das ein bemerkenswertes Signal. Kunst im Unternehmenskontext muss nicht dekorativ sein. Sie kann öffnen, irritieren, Gespräche auslösen – und neue Begegnungen ermöglichen.

Frühlingserwachen zwischen Leichtigkeit und Tiefe

Die Ausstellung von Alexandra Kordas passt gut zu diesem Anspruch. Sie bringt Farbe an den Maximiliansplatz, aber keine bloße Frühlingsromantik. „Frühlingserwachen“ erzählt von Bewegung, Veränderung und emotionaler Vielschichtigkeit. Es geht um das, was unter der Oberfläche geschieht: um feine Verschiebungen, innere Unruhe, neue Energie.

Damit wird das Kunstfoyer der LV 1871 nicht nur zum Ausstellungsort, sondern zum Resonanzraum. Wer die Werke betrachtet, begegnet nicht nur Farbe und Form, sondern auch Fragen nach Wahrnehmung, Wandel und Verletzlichkeit.

Besuchsinformationen

Ausstellung: Alexandra Kordas – „Frühlingserwachen“
Ort: Kunstfoyer der Lebensversicherung von 1871 a. G. München
Adresse: Maximiliansplatz 5, 80333 München
Zeitraum: bis Ende August 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 17:30 Uhr
Informationen: www.kunst-im-foyer.de

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