Jetzt kann man die goldene Oberfläche von Gustav Klimts berühmtem Gemälde Der Kuss nicht nur sehen – sondern auch hören. Pünktlich zum World Sleep Day hat Wien eine außergewöhnliche Idee präsentiert: Mit dem Projekt Vienna Gold Noise wurden die Lichtfrequenzen vergoldeter Wiener Wahrzeichen in Klang übersetzt. Das Ergebnis ist eine Soundlandschaft, die ähnlich wie White oder Brown Noise beim Entspannen – und sogar beim Einschlafen – helfen soll.
Wie Wien aus seinen berühmtesten Wahrzeichen eine Klanglandschaft zum Einschlafen gemacht hat

Wenn Gold hörbar wird
Für das Projekt haben Wissenschaftler der TU Wien die reflektierten Lichtfrequenzen goldener Oberflächen mithilfe hochauflösender Spektrometrie gemessen. Diese Frequenzen wurden anschließend in hörbare Klangwellen übersetzt – das Gold wurde sozusagen „sonifiziert“.
So lassen sich nun die akustischen Signaturen berühmter Wiener Wahrzeichen erleben, darunter:
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die Wiener Staatsoper
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Gustav Klimts Gemälde Der Kuss im Belvedere
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die Österreichische Kaiserkrone in der Schatzkammer
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Otto Wagners Kirche am Steinhof
Norbert Kettner, CEO des WienTourismus, erklärt dazu: „Ruhe ist zu einem neuen Luxusgut geworden. Gerade auf Reisen suchen viele Menschen nach Erlebnissen, die bereichern – nicht erschöpfen.“

Musik zwischen Wissenschaft und Kultur
Komponist und Musikprofessor Walter Werzowa entwickelte aus den Goldfrequenzen eine Klangkomposition, die speziell auf Entspannung ausgelegt ist. Die vier Tracks verbinden die wissenschaftlich gewonnenen Frequenzen mit einer typisch Wiener Klangwelt: neu aufgenommene Summpassagen der Wiener Sängerknaben und des Wiener Mädchenchors.
Dazu kommt eine verlangsamte, wortlose Interpretation von Brahms’ Wiegenlied, begleitet von sanften Atemgeräuschen und subtilen Klangtexturen.

Vom Kopfhörer ins Hotelzimmer
Die Playlist Vienna Gold Noise ist seit Anfang März auf Spotify verfügbar.
Darüber hinaus soll das Konzept auch direkt in der Wiener Hotellerie erlebbar werden. Ausgewählte Luxushotels integrieren die Klanglandschaften bereits in:
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Zimmer-Audiosysteme
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digitale Gästemappen
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Turn-down-Rituale
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Pillow-Menüs.
Ein Hotel – das Almanac Palais Vienna – hat sogar ein eigenes Sleep Sanctuary Package entwickelt, das Aromatherapie, Entspannungsrituale und die Gold-Noise-Klanglandschaft kombiniert.
Auch bei den ÖBB Nightjet-Zügen sowie künftig im Bordprogramm von Austrian Airlines wird das Audioerlebnis verfügbar sein.
Vielleicht auch eine Idee für München?
Die Idee zeigt, wie kreativ Städte heute ihre kulturellen Schätze neu interpretieren können. Denn auch München besitzt zahlreiche Orte, deren Geschichte man vielleicht nicht nur sehen, sondern irgendwann auch hören könnte – von den goldenen Details historischer Kirchen bis zu den Kunstwerken der großen Museen.
Wie Wien genau klingt? Auf Spotify findet man die Tracks unter Vienna Gold Noise!


