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Gedankenreise für daheim

Häufig trifft man Jens Badura rund um die Gipfel des Berchtesgadener Lands an. Er ist habilitierter Philosoph und geprüfter Wanderführer. Doch auch er sagt: „Der Ruf der Berge darf die Quarantäne momentan nicht übertönen.“ Daher hat die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH gemeinsam mit ihm die Reihe „Gedankenreise für daheim“ gestartet: Immer freitags gibt Badura online in kurzen Texten Einblicke in seine Überlegungen zur Corona-Krise, danach allgemein zum Verhältnis Mensch und Berg.

Der Hochkalter in den Berchtesgadener Alpen ist mit 2.607 Metern einer der höchsten Berge Deutschlands. Im Hintergrund die Nordflanke des Watzmann, rechts das Steinerne Meer. Bildnachweis: Berchtesgadener Land Tourismus/Florian Schönbrunner
Der Hochkalter in den Berchtesgadener Alpen ist mit 2.607 Metern einer der höchsten Berge Deutschlands. Im Hintergrund die Nordflanke des Watzmann, rechts das Steinerne Meer. Fotocredit: Berchtesgadener Land Tourismus/Florian Schönbrunner

„Die aktuelle Situation hat uns alle zum Innehalten gezwungen“, sagt Dr. Brigitte Schlögl (Berchtesgadener Land Tourismus). Darin könne auch eine Chance liegen, betont sie. „Wir als Tourismusverantwortliche nutzen die Zeit zum Neu- und Umdenken.“ Noch mehr als zuvor solle das bewusste, naturnahe Reisen in den Fokus rücken und damit die Kernkompetenzen der oberbayerischen Alpinregion: Berchtesgaden steht seit jeher für echtes Bergerlebnis, Bad Reichenhall schafft Momente zum Durchatmen. „Wir blicken positiv in die Zukunft und auf neue Ideen. Mit Jens Badura haben wir dafür den richtigen Querdenker an unserer Seite.“

„Manchmal gibt uns die Welt zu verstehen, dass sie nicht immer unsere Komplizin ist. Das Leben scheint dann als ein Widerfahrnis – nicht oder nur beschränkt beeinflussbar und tendenziell bedrohlich. Ein derzeit allgegenwärtiger Begriff für einen solchen Zustand ist der der Krise. Das griechische ,krísis‘, von dem sich das Wort herleitet, ist in seinem Bedeutungsspektrum aber keineswegs auf eine negativ-pessimistische Sicht der Dinge beschränkt.

Krise meint nämlich ursprünglich zunächst einmal ‚Entscheidung‘.

Und damit jenen Moment, in dem die Welt uns – eben widerfahrnishaft – aufträgt, Entscheidungen zu treffen: Was wäre gut, was wäre schlecht? Was vermag man, was vermag man nicht? Wo soll es hingehen, wohin nicht? Und, als große Frage hinter allem: Wie will man leben? Krisen können, als Nötigung zur Selbstbefragung, Denkräume öffnen, die im ,normalen‘ Leben verschlossen bleiben. Nutzen wir unsere derzeitige, tiefgreifende Krise doch dazu, uns in diesen Denkräumen ebenso tiefgreifend zu bewegen und zu überlegen, wie wir – nicht nur jetzt – so entscheiden können, dass  unser Leben immer wieder die Chance bekommt, ein gutes Leben zu sein.“

Jens Badura aus dem Berchtesgadener Land
Jens Badura lebt mit seiner Familie und einer Herde Alpiner Steinschafe im oberbayerischen Marktschellenberg. Er ist Hochschullehrer und betreibt das alpenweit tätige berg_kulturbüro und ist Teil des Think & Do-Tanks creativeALPS. Fotocredit: Ella Badura

Seit 27. März 2020 veröffentlicht Jens Badura immer freitags seine Gedanken zur Coronakrise und allgemein zum Verhältnis Mensch und Berg.

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