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Tölzer Knabenchor gibt Benefiz-Konzert in der Münchner Theatinerkirche

Am 8. Oktober 2010 findet ein Benefiz-Konzert zu Gunsten der Kinder im Erdbebengebiet von L’Aquila/Italien statt. Unter dem Titel Römische Mehrchörigkeit 2010 präsentieren der Tölzer Knabenchor und seine Solisten unter der Leitung von Chordirektor und -gründer Prof. Gerhard Schmidt-Gaden in der Theatinerkirche München in deutscher Erstaufführung die Missa Tira Corda und den Psalm Confitebor von Orazio Benevoli sowie den Psalm Dixit Dominus von Giuseppe Ottavio Pitoni. Gemäß der historischen Aufführungspraxis werden die vier Chöre über Kreuz stehen und – der Dirigent in der Mitte – weitere Dirigenten den Takt an die voneinander entfernten Chöre weitergeben. Und der Tölzer Knabenchor ist weltweit der einzige Chor, welcher für die Römische Mehrchörigkeit die entsprechenden Solisten hat


Vier Chöre, 16 Stimmen, 72 Sänger – die Missa Tira Corda aus der Feder des italienischen Komponisten Orazio Benevoli zählt zu den Hauptwerken der Römischen Mehrchörigkeit. Unter der Leitung von Prof. Gerhard Schmidt-Gaden, Chordirektor und -gründer, wurde die Missa Tira Corda 1986 in der Universitätskirche Salzburg bei den Festspielen erstmals seit des römischen Barock wieder aufgeführt. Als Student war Gerhard Schmidt-Gaden jahrelang in Trient an der Übertragung der Autographen von Orazione Benevoli in moderne Partituren beteiligt und besitzt daher eine besonders detaillierte Werkskenntnis. Das Projekt Römische Mehrchörigkeit 2010 stellt einen Lebenstraum des renommierten Gesangspädagogen dar.

Im August spielte Schmidt-Gaden die Missa Tira Corda und den Psalm Confitebor von Orazio Benevoli sowie den Psalm Dixit Dominus von Giuseppe Ottavio Pitoni mit seinem Tölzer Knabenchor zum ersten Mal auf CD ein. ‚Der Tölzer Knabenchor ist aufgrund der solistischen Stimm-Ausbildung aller seiner Mitglieder besonders für Benevolis Musik geeignet und vielleicht der einzige Knabenchor der Welt, der die für die Vierchörigkeit erforderliche große Anzahl an solistischen Stimmen stellen kann‘, erklärt er. Im Rahmen eines Benefizkonzertes am 8. Oktober 2010, 20 Uhr, präsentieren der Tölzer Knabenchor und seine Solisten die Werke in deutscher Erstaufführung.

Gemäß der historischen Aufführungspraxis werden die vier Chöre über Kreuz stehen und – der Dirigent in der Mitte – weitere Dirigenten den Takt an die voneinander entfernten Chöre weitergeben. Die Mehrchörigkeit erfreute sich im frühbarocken Rom großer Beliebtheit, luden doch die römischen Kolossalkirchen, voran der neue Petersdom und andere Großkirchen dazu ein, auf jeder Empore gleichzeitig Solisten-Ensembles musizieren zu lassen. Die sich aus Oberitalien (Venedig) schnell ausbreitende polychorale Musizierpraxis erfasste die gesamte Appenninenhalbinsel als zeitgemäßes liturgisches Ausdrucksmittel, wobei Rom mit seinen riesigen Kirchen bis ins frühe 18. Jahrhundert einen besonderen Rang einnahm. 1646 wurde Orazio Benevoli Leiter der Cappella Giulia an St. Peter, der durch die 53-stimmige Missa Salisburgensis berühmt wurde. Seine mehrchörigen Kompositionen sind größtenteils 16-stimmig wie die Missa Tira Corda. Er gilt als der Hauptvertreter des römischen Kolossalbarock.

Das Konzert steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Romano Prodi, italienischer Ministerpräsident a. D. und Präsident der Europäischen Kommission a. D. sowie Dr. Edmund Stoiber, Bayerischer Ministerpräsident a. D., die auch ihr Kommen zugesagt haben. Der Erlös kommt den Kindern zu Gute, die Opfer des schweren Erdbebens von L’Aquila/Italien 2009 sind. Die musikalische Verbindung Bayerns zu Italien besitzt für Prof. Schmidt-Gaden schon seit jeher besonderen Charme und so wurde aus der Tatsache, dass einer der Komponisten, Giuseppe Ottavio Pitoni, in dieser Gegend geboren ist, ihm diese Idee ‚Kinder singen für Kinder‘ zu einer ganz wichtigen Herzensangelegenheit.

Weitere Konzerte mit der Römischen Mehrchörigkeit sind 2011 in der Frauenkirche Dresden und im Petersdom in Rom geplant.

Freitag, 8. Oktober 2010 ab 20 Uhr, München Theatinerkirche, Kartenvorverkauf Tel. +49 180 54 81 81 81 oder über www.muenchenticket.de, Karten in drei Kategorien ab 22,50 €, 39,90 € und 85 €.


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