Künstlerin Alexandra Kordas verarbeitete die Brustkrebserkrankung ihrer langjährigen Freundin Andrea Sixt in einem Kunstwerk. Beim sechsten Münchner Ladies’ Lunch im Brenner erzählten beide die Geschichte dahinter. Rund 80 Frauen unterstützten das DKMS-Patientenprogramm Look Good Feel Better – mit einem Spendenergebnis von rund 25.000 Euro. Bislang kamen rund 25.000 Euro zusammen. Die Summe könnte noch steigen: Alexandra Kordas’ Kunstwerk „Nur noch einmal Lieben“ wird bis Ende Oktober über United Charity zugunsten von Look Good Feel Better versteigert.

Judith Gerlach über das, was plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach wählte in ihrer Rede einen persönlichen Zugang. Morgens die Haare zum Zopf binden, Make-up auftragen, sich für einen Auftritt zurechtmachen: Für sie seien das selbstverständliche Handgriffe. Während einer Krebstherapie könne genau diese Selbstverständlichkeit verloren gehen.
Gerlach sprach darüber, wie wichtig es dann sei, Unterstützung zu bekommen und sich wieder wohlfühlen zu können – selbst wenn es zunächst nur um einen Moment oder einen einzelnen Tag gehe. Angebote wie die Kosmetikseminare von Look Good Feel Better dürften deshalb nicht als „nice to have“ abgetan werden. Ihr Anliegen: Die seelische Belastung einer Erkrankung und die Bedeutung solcher Hilfestellungen ernst zu nehmen.
Damit benannte sie den Zweck des Lunches sehr konkret. Die Spenden unterstützen kostenfreie Seminare, in denen Krebspatientinnen praktische Hilfe beim Umgang mit den sichtbaren Veränderungen während der Therapie erhalten.

Ein BH, eine Brustprothese, Pflaster: Alexandra Kordas hat diese Materialien in ein Bild integriert, das von Verletzlichkeit, Verlust und Überleben erzählt. „Nur noch einmal Lieben“ heißt das Werk. Dahinter steht eine persönliche Geschichte: die Brustkrebserkrankung ihrer langjährigen Freundin Andrea Sixt. Beide kennen sich seit ihrer Zeit als Drehbuchautorinnen. Beim sechsten Münchner Ladies’ Lunch am 22. Oktober im Brenner sprachen sie gemeinsam darüber.
Kordas schilderte, wie die Erkrankung ihrer Freundin sie mit Fragen von Leben und Tod konfrontierte – und mit der Erfahrung, wie eng Dunkelheit und Licht beieinanderliegen können. Ihr Bild setzt sich mit den Auswirkungen einer Brustkrebserkrankung auf das eigene Selbstverständnis auseinander. Es wird zugunsten des DKMS-Patientenprogramms Look Good Feel Better über United Charity versteigert.
Rund 25.000 Euro für Look Good Feel Better
Rund 80 Frauen aus Wirtschaft und Gesellschaft kamen im Brenner zusammen. Insgesamt wurden nach Angaben der Veranstalter rund 25.000 Euro gesammelt.
Organisiert wurde der Lunch von Katrin von Hallwyl, die das Fundraising des Patientenprogramms leitet, gemeinsam mit Yasmin Hemmerle von Hemmerle Juweliere und Irina Kull vom Brenner Operngrill. Kull stellte auch in diesem Jahr die Räumlichkeiten und die Bewirtung kostenfrei zur Verfügung.
Unter den Gästen waren neben Judith Gerlach unter anderem Susanne Porsche, Noni und Andrea Sixt, Nina Rittweger, Judith Epstein, Leslie von Wangenheim, Caroline und Marie von Waldburg sowie Dr. Tatiana von Bayern und Dr. Julia Czechner.

Lodenfrey, Tantris und besondere Preise im Tombolakatalog
Zum Spendenergebnis trug auch eine Tombola bei. Zu den Unterstützern gehörten unter anderem Lodenfrey, das Tantris und Helmut Eder. Der Katalog zeigte, wie unterschiedlich die Beiträge ausfielen: von einem vierteiligen Pflegeset von La Roche-Posay bis zu handgestrickten Kaschmirsocken von Antonia Zander.
Bei Susanne Benter waren zwei handbestickte „Munich Bags“ aufgeführt. Sie werden über die Schweizer Non-Profit-Organisation Mama Tierra vermittelt, die indigene Gemeinschaften in Kolumbien und Venezuela unterstützt und insbesondere Frauen stärken möchte. So erzählten einzelne Preise auch eine Geschichte über den Lunch hinaus.
Die gesonderte Versteigerung von Kordas’ Kunstwerk führt den Gedanken des Unterstützens weiter. Laut Veranstaltungskatalog ist sie bis Ende Oktober vorgesehen; dort werden ein Wert von 5.000 Euro und ein Mindestgebot von 3.500 Euro genannt.
Kostenfreie Seminare für Krebspatientinnen
Look Good Feel Better bietet in Deutschland seit mehr als 30 Jahren kostenfreie Kosmetikseminare für an Krebs erkrankte Frauen und Mädchen an. Ehrenamtlich engagierte, geschulte Kosmetikexpertinnen vermitteln Tipps zu Hautpflege und Make-up und zeigen Möglichkeiten, mit sichtbaren Therapiefolgen umzugehen.
Die Seminare geben zugleich Gelegenheit zum Austausch mit anderen Betroffenen. Laut Veranstalter haben seit dem Start des Programms in Deutschland rund 195.000 Patientinnen teilgenommen. Angeboten werden sowohl Präsenz- als auch Online-Seminare.
Ihr kennt jemanden, für den das Angebot hilfreich sein könnte? Informationen und Anmeldung gibt es unter lookgoodfeelbetter.de. Das Kunstwerk von Alexandra Kordas wird über United Charity versteigert.


