Donnerstag , September 10 2026
Home / News / Wenn New York Pop-Art auf Münchner Mut trifft: ‚Blankoscheck‘ für Karim Rashid

Wenn New York Pop-Art auf Münchner Mut trifft: ‚Blankoscheck‘ für Karim Rashid

Normalerweise funktionieren Kooperationen in der Möbelbranche nach einem strikten Muster: Eine Marke gibt ein Korsett vor, der Designer füllt es aus. Doch als der Münchner Design-Rebell KARE auf den New Yorker Pop-Art-Star Karim Rashid traf, lief alles anders. Das Ergebnis ist keine einfache Kollektion, sondern ein Beweis dafür, was passiert, wenn man Kontrolle abgibt.

Design-Visionär zu Gast in München: Ende Januar sprach Karim Rashid im Rahmen eines kuratierten Talks über die Macht der Farbe und die Zukunft des Interior Designs.
Design-Visionär zu Gast in München: Ende Januar sprach Karim Rashid im Rahmen eines kuratierten Talks über die Macht der Farbe und die Zukunft des Interior Designs.

Der „Matchmaker“-Moment

Es brauchte keine Agenturen und keine langwierigen Pitch-Phasen. Tatsächlich war es der klassische „Münchner Weg“: Ein gemeinsamer Freund brachte Peter Schönhofen (KARE) und Karim Rashid zusammen. Was als Handschlag begann, entwickelte sich zu einem der spannendsten Experimente der jüngeren Firmengeschichte.

Ein radikaler Vertrauensvorschuss

Rashid, bekannt für seine organischen Formen und seinen fast schon philosophischen Einsatz von Farbe („Pink is the new Black“), zeigte sich in Gesprächen überrascht von einer Sache: der Freiheit. Während andere Firmen oft versuchen, seine Exzentrik zu zähmen, gaben ihm Jürgen Reiter und Peter Schönhofen praktisch einen „kreativen Blankoscheck“.

Für Rashid war das  wie er selbst sagt – „erfrischend“. Es gibt kaum Player in der konservativen Möbelbranche, die das Risiko eingehen, Designern wirklich freie Hand zu lassen. Doch genau hier trafen sich zwei Philosophien: KAREs DNA („Spaß am Wohnen“, Mut zum Bruch) und Rashids Vision einer demokratischen, organischen Designsprache. Die Zusammenarbeit mit den beiden KARE Inhabern Reiter und Schönhofen beschrieb Rashid später nicht als Arbeit, sondern als „Perfect Match“ – ein blindes Verständnis für das Endprodukt.

Keine Lust auf Standard: KARE-CEOs Peter Schönhofen und Jürgen Reiter zeigen auch beim Event-Look, warum ihre Marke für 'Joy of Living' steht.
Keine Lust auf Standard: KARE-CEOs Peter Schönhofen und Jürgen Reiter zeigen auch beim Event-Look, warum ihre Marke für ‚Joy of Living‘ steht.

Mehr als nur Möbel

Was als Experiment begann, ist heute auf über 100 Produkte angewachsen. Es ist eine Kollektion, die laut ist, die fließt und die Kanten vermeidet – typisch Rashid, aber durch die KARE-Brille kuratiert.

Wer verstehen will, warum diese Kollaboration funktioniert, muss nicht in Kataloge schauen, sondern in die Drygalski Allee fahren. Im KARE Kraftwerk, dieser industriellen Kathedrale im Münchner Süden, entfalten die organischen Formen ihre volle Wucht. Es zeigt sich: Wenn man den Mut hat, Designern die Zügel schießen zu lassen, entstehen keine Kompromisse, sondern Ikonen.

Hier sitzt der Designer auf seinem Sofa Dreamscape Sunrise 324cm, KARE Preis: ca. 4.999,00
Probe-Sitzen auf dem eigenen Masterpiece: Karim Rashid auf dem Sofa ‚Dreamscape Sunrise

LESETIPP

Belladonna Wiesn 2026: Mehr als ein Oktoberfest Lunch

Von 25 Frauen zum Netzwerk mit 100 aktiven Mitgliedern: Am 24. September lädt Belladonna zum Signature Event in die Bräurosl.

Hotel Singer in Berwang: Tirol-Geheimtipp für Münchner

Knapp zwei Stunden von München entfernt liegt mit dem Hotel Singer in Berwang ein Tirol-Klassiker, den viele Münchner vermutlich noch nicht auf dem Radar haben. Wir haben das traditionsreiche Relais-&-Châteaux-Haus besucht – und vor allem Garten, Küche und die Mischung aus Tradition und Moderne haben uns überrascht.