Donnerstag , Dezember 13 2018
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Laptop und Lederhosen – wie digital ist die Bayernwahl?  

Der Slogan „Laptop und Lederhose“ wurde vor knapp 20 Jahren von Edmund Stoiber und schließlich von der gesamten CSU aufgegriffen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit eingesetzt (Bundespräsident a.D. Roman Herzog benutzte bei einer Rede auf der Cebit als Erster diesen Slogan). Aber wie digital ist die Bayernwahl überhaupt?

Laptop und Lederhosen - wie digital ist die Bayernwahl?
Bayerischer Landttag

Das neue Trendthema der Politiker ist die Digitalisierung. Dafür wird auch viel Geld ausgegeben. Es gibt kaum eine Woche, in welcher Bayern nicht ein Förderprogramm für die Digitalisierung in Millionen-Höhe ankündigt oder ein Digitalcenter startet. Ja sogar eine Digitalisierungsministerin auf Bundesebene haben wir mittlerweile in Deutschland. Selbstverständlich, dass Bayern auch eine Antwort darauf hat.

Digitalisierung bei der Bayernwahl – Fehlanzeige?

Mit dem Masterplan Bayern Digital II hat der bayerische Ministerrat im Mai 2017 das zweite Digitalisierungsprogramm in Höhe von 3 Milliarden Euro beschlossen. Der erste Masterplan zwei Jahre zuvor hatte bereits ein Volumen von 5,5 Milliarden Euro – in Summe knapp 10 Milliarden für die Digitalisierung in Bayern bis 2022.  Und jetzt ist im Oktober 2018 die Bayern Wahl und es ist alles wie immer! Oder noch viel schlimmer?

Wahlplakate in erbärmlichen Zustand

Abgegangene Wahlkampfplakate hängen Wochen vor der Landtagswahl in erbärmlichen Zustand an den Strassen. Ob die mindere Qualität des Klebstoffs ursächlich oder der Frust vieler Bürger und diese einfach daran reißen – um dies soll es nicht gehen, sondern die Frage, warum passiert in diesem Wahlkampf immer noch so wenig Digital?

Millionen von Bürger rennen mit dem Smartphone durch die Stadt, selbst die MVV hat mittlerweile WLAN in der Bahn. Aber die Wahlplakate für die Bayernwahl haben sich seit 40 Jahren nicht verändert! Kein QR-Code auf einem Plakat wo man mal via Scan schnell und bequem die meist unbekannten Gesichtern auf den Plakaten oder die völlig neuartigen Parteien vorgestellt bekommen. Auf Zielseiten könnte man so leicht die Leitlinien und Werte einer Partei / Kandidat vermitteln. Noch nicht mal eine URL ist auf einem der Wahlkampfplakate zu finden. Hallo, was passiert hier eigentlich in Sachen Digitalisierung?

Wähler im Papier-Chaos

Spätestens bei der Wahl wird es dann jedem klar, dass die Papierform der Wahl ausgedient haben sollte. Schließlich hat der Wahlbogen heuer nicht mehr die Größe eines Lottoscheins, sondern die Größe eines Konferenztisches. Die Mehrheit der Wähler der Generation 50+ kann ohne Gleitsichtbrille auf dem Mammutbogen ohnehin nichts mehr lesen. Dann muss man noch die beiden Wahlbögen in die farblich gekennzeichneten Umschläge stecken, wobei die angeblich farbgleichen Umschläge und Wahlbögen nicht mal farbgleich sind.

Ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, wie einfach und effizient so eine Wahl digital stattfinden könnte, hätten wir ein vernünftig digital arbeitendes Rathaus oder eine digital denkende Wahlbehörde.

Egal ob Behörde oder Partei,  keiner schenkt sich da was. Auch die im Wettbewerb befindlichen Parteien profilieren sich nicht sonderlich in Sachen Digitalisierung.

Kein Parteien- oder Themen-Podcast, obwohl der Markt der Podcasts boomt wie nie.
Keine Webinare, obwohl heutzutage jedes Unternehmen darauf setzt, wenn es darum geht eigene Produkte und deren Vorteile zu vermitteln oder einfach nur  Aufmerksamkeit  damit zu gewinnen.

Es muss ja nicht gleich Künstliche Intelligenz oder ein digitales Robotersystem oder Quantencomputer bei der Wahl zum Einsatz kommen, aber wenigstens mal einen sichtbaren Schritt nach vorne.

Mal sehen wie wir dann 2022 wählen werden. Wenn alles so weitergeht wird sich auch bis dahin nichts geändert haben – da zweifelt man zurecht, ob bei soviel Digitalkompetenz die 10 Mrd. Euro aus dem Digitalisierungs-Masterplan in Bayern smart investiert werden?

In unregelmäßigen Abständen erscheint zu aktuellen Themen auf exklusiv-muenchen.de die Kolumne von Jürgen Mayer  Vita Jürgen Mayer als Redner/Unternehmer Excellence Mitglied 

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