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Gerd Käfers Lieblingsplatz: Wie Uschi Ackermann ein Stück München lebendig hält

Wenn Gerd Käfer gestresst war, zog es ihn in den Augustiner-Biergarten. Ein Hendl essen, zur Ruhe kommen. An diesem Lieblingsort erinnert Uschi Ackermann mit „Gerds ewigem Stammtisch“ an ihren verstorbenen Mann. Wir waren am 20. Oktober dabei – bei einem Abend, der Münchner Gastfreundschaft mit Hilfe für kranke Kinder verbindet.

Patrick Lindner und Uschi Ackermann halten nach dem Anzapfen gefüllte Bierkrüge neben dem Fass und lächeln in die Kamera.
Frisch angezapft: Schlagerstar Patrick Lindner mit Uschi Ackermann, der Witwe von Gerd Käfer. Als langjähriger Wegbegleiter sorgte er schon zu Käfers Lebzeiten bei den legendären Partys für Stimmung.

Was macht einen guten Gastgeber aus? Gutes Essen, ein schön gedeckter Tisch, der Blick für Details? Für Gerd Käfer gehörte das alles zusammen. Vor allem aber wollte er Menschen zusammenbringen. Seine Frau Uschi Ackermann führt diese Tradition weiter: Zum Geburtstag des 2015 verstorbenen Gastronomen lädt sie zu „Gerds ewigem Stammtisch“ ein.

Ab 18 Uhr trafen die Gäste im herbstlichen Biergarten des Augustiner-Kellers ein. Schauspieler Christian Wolff kam mit seiner Frau, auch Schauspielerin Diana Körner, Fitnessunternehmerin Barbara Klein oder Kosmetikmanager Markus Spieker gehörten zur Runde. Viele der Gäste hatten Gerd Käfer über Jahre begleitet.

Gemeinsam mit Schlagerstar Patrick Lindner zapfte Uschi Ackermann das Bierfass an. Anschließend wurde anlässlich von Gerd Käfers 94. Geburtstag im Alten Lagerkeller weitergefeiert.

Ein Hendl als kleine Auszeit

Dass Uschi Ackermann gerade hier zusammenruft, hat einen persönlichen Grund. „Immer, wenn er gestresst war, musste er in den Augustiner-Biergarten und ein Hendl essen“, erzählt sie.

Es ist ein nahbarer Einblick in das Leben eines Mannes, der große Feste ausrichtete und genau wusste, wie aufwendig Gastlichkeit hinter den Kulissen sein kann. Privat genügte ihm manchmal dieser vertraute Ort mit einem einfachen Lieblingsgericht.

Seit 2024 erinnert auf der Terrasse ein Foto mit seinem Namenszug und dem Zusatz „Der bayerische Tafeldecker“ an ihn. Uschi Ackermann wollte ihrem Mann damit ein bleibendes Denkmal setzen – für seine Arbeit und für den Menschen, der er war. Wer den Augustiner-Keller besucht, kann dort auch ein Stück Münchner Gastronomiegeschichte entdecken.

Augustiner Arnulfstrasse
Partystimmung im Augustiner Keller

Eine Gastgeberin mit Sinn für Details

Für den Geburtstagsabend hatte Uschi Ackermann Gerds Lieblingsrosen sowie Speisen und Getränke ausgewählt, die er mochte. Sie möchte die Feste in seinem Sinne weiterführen, auch wenn der Blick ihres Mannes vermutlich noch auf die kleinste Unstimmigkeit gefallen wäre.

„Aber er würde mit Sicherheit noch irgendetwas finden, was er zu bemängeln hätte“, sagt sie über den Perfektionisten an ihrer Seite.

Bei aller Genauigkeit ging es Gerd Käfer um die Freude seiner Gäste. Diese Freude am Zusammenbringen führt Uschi weiter. Der Stammtisch schafft einen Anlass, sich wiederzusehen und gemeinsame Geschichten zu erzählen. Dass Patrick Lindner mit ihr das Fass anzapfte, passte dazu: Auch ihn verband eine langjährige Freundschaft mit Gerd Käfer.

Keine Blumen – lieber Hilfe für kranke Kinder

Auf Gastgeschenke verzichtet Uschi Ackermann bewusst. Statt Blumen, Pralinen oder Büchern bittet sie um Spenden zugunsten des Dr. von Haunerschen Kinderspitals in München.

Die Kosten des Festes übernimmt sie selbst. Die Spenden sollen vollständig der Hilfe für die jungen Patienten zugutekommen. Im vergangenen Jahr kamen knapp 26.000 Euro zusammen, die an den Hauner Verein gingen. Wir berichten, wenn die Summe für dieses Jahr feststeht!

Unterstützt werden damit unter anderem medizinische Ausstattung, psychosoziale Betreuung und Angebote, die Kindern und ihren Familien den Klinikalltag erleichtern. So verbindet Uschi Ackermann die Erinnerung an ihren Mann mit etwas, das anderen zugutekommt.

„Das ist für mich das schönste Geschenk: dass wir Gerd feiern, an ihn denken und gleichzeitig etwas Gutes bewirken“, sagt sie.

Hände halten drei gemusterte Teller mit rosa Tortenstücken. Eines ist mit einem Marienkäfer aus Zuckerdekor verziert.
Das Marienkäfer-Motiv findet sich bei Uschi Ackermanns Feier auch auf den Tellern wieder: Kleine Tortenstücke setzen die Dekoration süß in Szene.

Erinnerungen brauchen einen Tisch

Ein Geburtstag kann auch nach dem Tod ein Anlass bleiben, sich zu treffen. Bei „Gerds ewigem Stammtisch“ wird daraus eine gemeinsame Verabredung: Freunde kommen zusammen, erzählen Geschichten und halten die Verbindung zu einem Menschen lebendig.

Uschi Ackermann gibt dieser Erinnerung einen festen Platz im Münchner Leben. Dazu gehören Rosen und gutes Essen, aber ebenso ihre Entscheidung, weiter einzuladen und die Freude am Feiern mit anderen zu teilen.

Vielleicht erklärt gerade die Geschichte vom Hendl im Augustiner-Biergarten, warum dieser Ort dafür so gut passt: Auch ein Gastgeber, der große Auftritte beherrschte, brauchte einen Platz, an dem er sich einfach wohlfühlte.

Der Ort zur Geschichte: Augustiner-Keller, Arnulfstraße 52, München. Auf der Terrasse erinnert seit 2024 ein Foto mit Namenszug an Gerd Käfer.

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