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Blondinen haben es leichter? Victoria Swarovski sieht das anders

Haare sind nie nur Haare. Sie können Ausdruck von Identität, Verführung, Zugehörigkeit und Macht sein – das zeigt derzeit die Ausstellung „Haar – Macht – Lust“ in der Kunsthalle München (bis 4.10.). Wie stark eine Haarfarbe nicht nur den Blick der anderen, sondern auch das eigene Auftreten verändern kann, hat Victoria Swarovski selbst erlebt: Rund ein halbes Jahr lang war sie brünett, inzwischen ist sie blonder als zuvor. Sie verriet uns, warum sie sich mit dunklen Haaren anders kleidete, sich als Blondine offener fühlt – und weshalb blonde Frauen im Entertainment-Business womöglich weniger ernst genommen werden.

Victoria Swarovski mit langen blonden Wellen im schwarzen Dirndl während des Interviews in München.
Victoria Swarovski im Gespräch mit Exklusiv München über ihre Rückkehr zu Blond, die Wirkung von Haarfarben und ihre eigene Dirndl-Kollektion.

Kurz bevor Victoria Swarovski zum Almauftrieb ins Käferzelt aufbrach, trafen wir sie in der Wiesn-Styling-Lounge von Garnier Good im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München. Im persönlichen Gespräch mit Exklusiv München erzählt sie, wie sehr ihre Haarfarbe Kleidung und Auftreten verändert hat. Sie trug ein schwarzes Dirndl aus ihrer eigenen Kollektion für Krüger Dirndl – und einen besonders hellen Blondton.

Victoria Swarovski war ein halbes Jahr lang brünett

Als sich Victoria Swarovski zum Start von ‚Let’s Dance‘ mit dunkelbraunen Haaren zeigte, war die Überraschung groß. Tatsächlich hatte sie ihre Haare zu diesem Zeitpunkt bereits einige Monate dunkel getragen.

„Anfang Dezember hatte ich sie schon gefärbt, aber gesehen hat es zunächst noch niemand. Erst zum Start von ‚Let’s Dance‘ wurde die neue Haarfarbe öffentlich“, erzählt sie. Insgesamt sei sie etwa ein halbes Jahr lang brünett gewesen.

Den Wunsch, die dunkle Haarfarbe einmal auszuprobieren, hatte sie schon länger. Als Garnier mit der Idee auf sie zukam, musste sie deshalb nicht lange überlegen: „Ich dachte mir: Okay, jetzt ist die Zeit dafür.“

Bereut hat sie den Schritt nicht. Die brünette Phase habe ihr gut gefallen. Gleichzeitig bemerkte sie Veränderungen, mit denen sie vorher nicht gerechnet hatte.

Wie eine Haarfarbe Kleidung und Auftreten verändert

Die Ausstellung „Haar – Macht – Lust“ in der Kunsthalle München zeigt, wie eng Haare mit Identität und Wirkung verbunden sind. Haben Sie selbst erlebt, dass Sie als Brünette anders wahrgenommen wurden als als Blondine?

„Mit dunklen Haaren war ich eher gediegener und habe mich ganz anders gekleidet“, erzählt Swarovski. Als Brünette habe sie häufiger sportliche Kleidung getragen, mit blonden Haaren greife sie dagegen stärker zu glamourösen und eleganten Looks.

Noch deutlicher spürte sie die Veränderung an ihrem eigenen Auftreten: „Mein Gemüt ist ganz anders. Ich bin viel offener und gehe viel mehr auf die Menschen zu.“

Dass eine Haarfarbe derart viel auslösen könnte, habe sie selbst überrascht: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sage – aber so war es.“

Warum Blond für Victoria Swarovski mehr als eine Haarfarbe ist

Blond ist für Victoria Swarovski längst mehr als eine Haarfarbe. Sie verbindet damit nicht nur ihre eigene Biografie, sondern auch den Beginn ihrer Karriere.

„Ich bin mit Blond groß geworden und habe mit Blond auch meine Karriere begonnen“, sagt sie. Die dunklen Haare seien ein spannender Exkurs gewesen und eine Gelegenheit, eine andere Wirkung auszuprobieren. Missen möchte sie diese Erfahrung nicht. Trotzdem sagt sie heute sehr bestimmt:

„Ich bin eine geborene Blondine. Ich werde auch immer eine Blondine sein.“

Werden Blondinen im Business weniger ernst genommen?

Blondinen hätten es leichter, heißt es oft. Victoria Swarovski widerspricht.

„Das ist nicht immer so“, sagt sie. „Blondinen müssen auch richtig fighten. Man kann sich nicht alles gefallen lassen.“

Damit meint sie vor allem ihre Erfahrungen im Beruf. „Das Entertainment-Business ist generell ein sehr hartes Business. Und als Blondine wird man vielleicht nicht so ernst genommen wie eine Brünette – ganz brutal gesagt.“

Da Swarovski den größten Teil ihres Lebens und ihrer Karriere blond war, fehlt ihr allerdings der direkte Vergleich. Ob sie als Brünette beruflich tatsächlich anders behandelt worden wäre, könne sie deshalb nicht abschließend beurteilen. Ihr persönlicher Eindruck bleibt dennoch: „Als Blondine hat man es, glaube ich, nicht so einfach.“

Warum sie jetzt denselben Blondton wie ihre Mutter trägt

Für ihren neuen, besonders hellen Blondton ließ sich Victoria Swarovski von ihrer Mutter inspirieren. Diese hatte die Farbe bereits rund ein halbes Jahr zuvor ausprobiert.

„Ich habe gesagt: Die Farbe, die Mama gemacht hat, hätte ich gerne“, erzählt Swarovski. Die Wahl fiel auf ein helles Vanilla Blond. Anfangs habe sie kurz überlegt, ob der Ton vielleicht etwas zu hell sei. Inzwischen ist sie von der Entscheidung überzeugt: „Ich finde ihn mega. Mir gefällt er richtig gut und ich fühle mich sehr wohl.“

Dass Mutter und Tochter nun einen ähnlichen Blondton tragen, empfindet sie keineswegs als Problem. Im Gegenteil:

„Wenn ich aussehe wie meine Mutter, dann mache ich ein Kreuz und sage: Danke, lieber Gott, du hast es gut mit mir gemeint. Meine Mama ist mein größtes Idol.“

Weshalb sie zum hellen Blond ein schwarzes Dirndl wählte

Auch ihr Wiesn-Look wurde auf die neue Haarfarbe abgestimmt. Zur Wahl standen unter anderem ein gelbes, ein kräftig rotes und ein schwarzes Modell aus ihrer eigenen Kollektion für Krüger Dirndl. Swarovski entschied sich bewusst für das cleane schwarze Dirndl.

„Wie kommen die hellen Haare noch stärker heraus? Mit einem dunklen Dirndl“, erklärt sie.

Für Haare und Make-up benötigte sie an diesem Tag eine Stunde und 20 Minuten. Mit ihrer Hair- und Make-up-Artistin arbeitet Victoria Swarovski bereits seit elf Jahren zusammen. „Sie kennt mich in- und auswendig. Das macht sie mittlerweile fast im Vorbeigehen.“

Was für Victoria Swarovski zu einem Wiesn-Tag gehört

Für Victoria Swarovski beginnt ein gelungener Wiesn-Tag bereits mit der Vorbereitung. Sie genießt es, ihr Dirndl auszuwählen und Haare, Make-up und Kleidung zu einem vollständigen Look zusammenzustellen.

Bevor es auf die laute Wiesn geht, trifft sie sich gern mit Freunden zu einem kleinen Umtrunk: „Auf der Wiesn ist es super laut und da wird es mit dem Reden schwierig. Deshalb finde ich es schön, wenn man vorher noch gemeinsam ein Glas trinkt.“

Auf der Theresienwiese führt ihr erster Weg anschließend nicht sofort ins Festzelt, sondern zum Süßigkeitenstand. „Das Erste, was ich mache, wenn ich auf die Wiesn komme: Ich kaufe mir Schokofrüchte.“

Am liebsten wählt sie Erdbeeren mit dunkler Schokolade. Viel Zeit zur Erholung bleibt nach dem Almauftrieb allerdings nicht: Noch in derselben Nacht fährt Victoria Swarovski nach Hause, denn am nächsten Morgen geht die Arbeit ganz normal weiter.

Interview/Text: Yvonne Wirsing

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