Ein Wal zieht durchs Polarmeer, ein Eisbär taucht auf, Polarlichter leuchten: Mit „Polarwelten“ holt eine neue immersive Ausstellung die Arktis und Antarktis nach München. Bei der Welt-Premiere im Pineapple Cube waren wir dabei – und begegneten auch Reinhold Messner, der diese Landschaften durch seine Expeditionen aus einer ganz anderen Perspektive kennt.

Es gibt Bilder, bei denen man unwillkürlich stehen bleibt. Weil sich ein Tier scheinbar direkt vor einem bewegt. Weil Eislandschaften eine Weite entfalten, die den Raum um uns herum für einen Moment vergessen lässt. Bei unserem Rundgang durch die „Polarwelten“ im Münchner Pineapple Cube sind es solche Augenblicke, die hängen bleiben.
Die Ausstellung führt durch zwölf Räume in zwei Regionen, die für die meisten von uns weit außerhalb der eigenen Reiseerfahrung liegen. Sie erzählt von Eis und Meer, von der Tierwelt und von der Bedeutung der Polarregionen für unsere Erde. Ihr Herzstück ist ein großer 360-Grad-Raum: Bewegte Landschaften, Unterwasseraufnahmen und Naturgeräusche umgeben die Besucher. Man schaut einem Wal zu – und fühlt sich plötzlich selbst ziemlich klein.

Zwölf Räume zwischen Arktis und Antarktis
Wie viel Schönheit in diesen entlegenen Lebensräumen steckt, soll auf dem Rundgang unmittelbar spürbar werden. So beschreibt es eine der an der Konzeption beteiligten Ausstellungsmacherinnen bei der Premiere. Auch sie selbst habe sich während der Arbeit an dem Projekt immer intensiver mit den Polarregionen beschäftigt, viel dazugelernt und sei von den Landschaften überwältigt gewesen.
Diese Begeisterung soll über den Besuch hinausreichen. Wer die Ausstellung verlässt, nimmt im besten Fall ein stärkeres Bewusstsein dafür mit, wie eng diese fernen Regionen mit unserem Leben verbunden sind. Der Wunsch der Macher reicht dabei bis in den Alltag: Schon kleine Veränderungen sollen ihren Platz finden – etwa den Wasserhahn beim Zähneputzen zuzudrehen.
Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Was uns berührt, dem schenken wir eher Aufmerksamkeit. Und die Bilder liefern reichlich Anlass, genauer hinzusehen.
Reinhold Messner kennt die andere Dimension
Zur Premiere am 28. Oktober kam auch Reinhold Messner mit seiner Frau Diane. Für ihn sind die Eislandschaften mit Erinnerungen an eine lange Expedition verbunden.
„Wenn man wie ich monatelang in der Antarktis unterwegs war – ich war 92 Tage –, weiß man: Das ist noch einmal eine ganz andere Dimension, eine Welt für sich“, sagte er. Die Ausstellung sei gerade für Schüler ideal, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
Seine Einordnung passt zu diesem Abend. Die Projektionen machen eine ferne Welt zugänglich. Die Kälte, die Anstrengung und die Einsamkeit einer Expedition bleiben draußen. Dafür können wir uns mitten in München auf Landschaften einlassen, denen wir sonst meist nur auf einem Bildschirm begegnen.

Wenn die Kinder noch bleiben wollen
Ob die Ausstellung auch jüngere Besucher erreicht, ließ sich bei Schauspielerin Brigitte Hobmeier beobachten. Sie hatte ihren neunjährigen Sohn mitgebracht – und offenbar einen guten Grund gefunden, länger zu bleiben.
„Eine gelungene Ausstellung ist es dann, wenn man sein Kind nicht mehr herausbekommt“, erzählte sie. Während bei einem anderen Museumsbesuch schon nach wenigen Minuten die Frage nach dem Heimgehen gekommen sei, habe ihr Sohn hier weitersehen wollen.
Auch Schauspielerin Lena Meckel war mit ihrem kleinen Sohn unterwegs. Für ihn standen die bewegten Bilder im Vordergrund. Ein Rundgang lässt sich hier also durchaus gemeinsam erleben, auch wenn Kinder und Erwachsene dabei Unterschiedliches entdecken.
Unter den weiteren Premierengästen waren Schauspieler Max von der Groeben, Friedrich Mücke, Cheyenne Pahde und Saskia Vester. Schauspielerin Carin C. Tietze brachte einen Gedanken mit, der gut zur Ausstellung passt: Die empfindlichen Landschaften faszinieren sie – zugleich findet sie, dass der Mensch dort abseits der Forschung möglichst wenig eingreifen sollte. Die Bilderwelt in München bietet ihr einen Zugang zu dieser Region.
Wie die Ausstellung den Schutz der Polarregionen unterstützt
Produzent Oliver Forster und sein Team möchten mit „Polarwelten“ Wissenschaft emotional erlebbar machen. An dem Projekt wirken unter anderem die Designerin Leigh Sachwitz, die Greenpeace-Meeresbiologin Dr. Sandra Schöttner und die Polarforscherin Prof. Dr. Birgit Sattler mit.
Auch ein konkretes Schutzprojekt ist eingebunden: Vor Ort werden Spenden für die „Deep Arctic Expedition“ von Greenpeace gesammelt, die arktische Tiefseelebensräume erforscht und auf ihren Schutz aufmerksam macht. Die Ausstellungsmacher wollen die gesammelte Summe zum Ende der Laufzeit verdoppeln.
Bei uns bleiben nach dem Rundgang vor allem die bewegten Bilder im Kopf: der Wal, die Eislandschaften, das Licht. Sie machen neugierig auf eine Welt, die weit entfernt liegt und uns dennoch etwas angeht. Und für einen Moment unter Polarlichtern muss man diesen Herbst nicht einmal München verlassen.
„Polarwelten – Die immersive Ausstellung über die Arktis und Antarktis“ eröffnet am 30. Oktober 2026 im Pineapple Cube im Pineapple Park an der Arnulfstraße. Wale, Eisbären und Polarlichter: Unser Reel auf dem Instagram-Kanal von Exklusiv München.
Informationen und Tickets: www.polar-welten.de


