Eigentlich hätte das Kernkraftwerk in Bayern bereits zum Jahresende 2022 vom Netz gehen sollen. Durch den Krieg und die dadurch ausgelöste Energiekrise hat das KKI 2 bis letzten Samstag einen wichtigen Beitrag für die sichere Stromversorgung in Süddeutschland geleistet. Die unmittelbar beginnende Nachbetriebs- und Rückbauphase wird nun etwa 15 Jahre in Anspruch nehmen.
Die Historie der SWM Beteiligung am KKI 2
Die gemeinsame Geschichte der Landeshauptstadt München mit dem Atomkraftwerk nahe Landshut beginnt bereits Ende 1977. Da hat sich der Stadtrat nach jahrelangen Verhandlungen für eine 25-%-Beteiligung am geplanten Kernkraftwerk Isar 2 entschieden. Bis zum Abschluss des Vertrags im Dezember 1982 wächst die Eigentümergemeinschaft dann mit der Bayernwerk AG, der Isar-Amperwerke AG, der Energieversorgung Ostbayern AG (OBAG) und der Landeshauptstadt München auf zwischenzeitlich vier Partner an. Nach einer Bauzeit von nur gut fünfeinhalb Jahren ging das Kernkraftwerk KKI 2 im April 1988 ans Netz.
Die Motivation der Münchner Politik ist schon damals, sich aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu lösen – ein mehr denn je aktuelles Thema. Allerdings ist die Beteiligung am Gemeinschaftsprojekt KKI 2 im Stadtrat von Anfang an umstritten, was 1997 sogar in eine, nie umgesetzte, Entscheidung mündet, den städtischen Anteil zu verkaufen. Letztlich ist Isar 2 für Süddeutschland aber über Jahrzehnte eine wesentliche Säule der Stromerzeugung. Zwei Jahrzehnte soll jetzt die gesamte Nachbetriebs- und Rückbauphase dauern!