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Pasing: zwischen gewachsener Identität und neuer Begehrlichkeit

Pasing zählt seit einigen Jahren zu den gefragteren Wohnlagen Münchens. Die Modernisierung des Bahnhofs und die Entwicklung der Pasing Arcaden haben den Stadtteil spürbar verändert. Rund um den Verkehrsknotenpunkt ist ein urbanes Quartier aus Handel, Gastronomie und Dienstleistung entstanden, das weit über den Westen Münchens hinaus wirkt. Internationale Marken haben sich angesiedelt, der Marienplatz ist belebt, und selbst Innenstadtbewohner nehmen inzwischen den Weg nach Pasing bewusst in Kauf.

Doch diese Entwicklung hat zwei Seiten.

Seit dem Umzug nach Pasing bietet Halle 2 Secondhand-Fundstücke aus den Münchner Wertstoffhöfen.Peter-Anders-Straße 11, 81245 München.
Halle 2 Secondhand-Fundstücke aus den Münchner Wertstoffhöfen ist in der Peter-Anders-Straße 11 in Pasing

Pasing – ein Stadtteil mit Geschichte – und Eigenständigkeit

Was Pasing von vielen anderen Münchner Stadtteilen unterscheidet, ist seine historische Tiefe. Bereits 763 erstmals als Villa Pasingas erwähnt, ist der Ort älter als München selbst. Entlang der Würm siedelten schon die Römer, später entwickelte sich Pasing zu einer eigenständigen Stadt. Erst 1938 wurde sie eingemeindet – nicht freiwillig, sondern unter politischem Druck.

Bis heute ist diese Eigenständigkeit spürbar: ein eigenes Rathaus, ein eigener Marienplatz, ein überschaubarer Viktualienmarkt und eine gewachsene Nahversorgung. Gerade die inhabergeführten Geschäfte, viele davon südlich des Bahnhofs, geben dem Zentrum Charakter – jenseits großer Ketten.

Die Vorteile: Urban, angebunden, lebendig

Zu den klaren Stärken Pasings zählen:

    • die exzellente Verkehrsanbindung (S-Bahn, Regionalzüge, Tram),

    • eine funktionierende Alltagsinfrastruktur,

  • kurze Wege zwischen Einkaufen, Gastronomie und Wohnen,

  • sowie kulturelle Ankerpunkte wie die Pasinger Fabrik.

Mit der Neugestaltung der Landsberger Straße, der Verlegung der Tramgleise und der Aufwertung des Marienplatzes ist der Stadtteil zudem spürbar fußgängerfreundlicher und ruhiger geworden. Für viele ist genau diese Mischung aus Urbanität und Überschaubarkeit der Reiz.

Die Kehrseite: Verdichtung und Verlust von Leichtigkeit

Gleichzeitig wächst mit der steigenden Attraktivität auch der Druck. Pasing wird dichter, teurer und stärker frequentiert. Wo früher Durchlässigkeit und Gelassenheit herrschten, wird es an manchen Tagen eng. Der Verkehr rund um den Bahnhof bleibt trotz aller Maßnahmen ein Thema, ebenso wie die Frage, wie viel Verdichtung ein historisch gewachsener Stadtteil verträgt, ohne an Atmosphäre zu verlieren.

Neue Wohnprojekte fügen sich zwar architektonisch meist zurückhaltend ein, verändern aber dennoch das soziale Gefüge. Die Herausforderung liegt darin, Wachstum zuzulassen, ohne das zu verlieren, was Pasing lange ausgezeichnet hat: Eigenständigkeit statt Austauschbarkeit.

Zwischen Villenkolonie und Gegenwart

Pasing lebt vom Kontrast. Von der Villenkolonie nach Plänen von August Exter über grüne Rückzugsorte wie den Luisengarten bis hin zum geschäftigen Zentrum spannt sich ein ungewöhnlich breites Spektrum. Genau darin liegt die Stärke – und zugleich die Aufgabe für die kommenden Jahre.

Pasing ist kein Trendviertel im klassischen Sinn. Es ist ein Stadtteil im Übergang: beliebt, belastbar, aber sensibel. Wer hier wohnt oder investiert, entscheidet sich nicht nur für Lage, sondern für ein Stück Münchner Stadtgeschichte – mit all ihren Chancen und Widersprüchen.

Pro & Contra: München-Pasing

Was für Pasing spricht

  • Historische Eigenständigkeit: Älter als München, mit eigenem Marienplatz, Rathaus und gewachsener Identität.
  • Sehr gute Verkehrsanbindung: S-Bahn, Regionalzüge, Tram und schnelle Wege Richtung Innenstadt und Umland.
  • Starke Nahversorgung: Viktualienmarkt, inhabergeführte Geschäfte und neue Spezialitätenläden.
  • Urban, aber überschaubar: Lebendig, funktional und dennoch mit erkennbarem Stadtteilgefühl.
  • Kulturelle Ankerpunkte: Pasinger Fabrik, Villenkolonie, Luisengarten.

Was kritisch zu sehen ist

  • Zunehmende Verdichtung: Mehr Bebauung, weniger Leichtigkeit – besonders rund um den Bahnhof.
  • Hohe Besucherfrequenz: Arcaden und Verkehrsknoten ziehen viele Nicht-Anwohner an.
  • Steigende Preise: Wohnraum wird teurer, klassische Pasinger Strukturen geraten unter Druck.
  • Verkehrliche Belastung: Das Umfeld Bahnhof/Landsberger Straße bleibt sensibel.
  • Risiko der Austauschbarkeit: Wenn Individualität nicht geschützt wird, verliert der Stadtteil Profil.

Einordnung: Pasing ist kein Trendviertel. Es ist ein Stadtteil im Übergang – mit Substanz, aber auch mit Reibung.

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