Mit 19 Jahren übernahm Balthasar Hauser den elterlichen Betrieb. Geld für große Investitionen hatte er kaum – dafür Ideen, Mut und offenbar ein ziemlich gutes Gespür dafür, was einen Ort unverwechselbar macht. Sechs Jahrzehnte später gehört der Stanglwirt am Wilden Kaiser zu den bekanntesten familiengeführten Hotels im Alpenraum. Am 8. August 2026 feierte Balthasar Hauser seinen 80. Geburtstag. Anlass für einen Blick auf eine bemerkenswerte Unternehmergeschichte.

Wer heute beim Stanglwirt in Going ankommt, trifft auf eine Welt, die bis ins Detail wiedererkennbar ist: Wilder Kaiser, viel Holz, Landwirtschaft, Lipizzaner, der historische Gasthof – und gleichzeitig ein internationales Publikum.
Dass hinter diesem Unternehmen einmal ein 19-Jähriger stand, der praktisch ohne Kapital den elterlichen Betrieb übernahm, gehört zu den spannendsten Kapiteln der Stanglwirt-Geschichte.

Ein Traktor auf Kredit und Hilfe von den Stanglwirt-Nachbarn
1966 übernahm Balthasar Hauser den Betrieb. Zwei Jahre später begann er mit dem Bau des heutigen Stammhauses. Große finanzielle Mittel standen dem jungen Unternehmer dafür nicht zur Verfügung.
Also wurde improvisiert: Restholz aus der Umgebung wurde als Baumaterial verwendet, Bauern aus der Nachbarschaft halfen mit und ein Traktor musste auf Kredit gekauft werden. Vieles entstand in Eigenleistung.
Dabei waren die ersten Pläne keineswegs gigantisch. Rund 40 Betten sollten entstehen, vor allem für Handelsreisende und Durchreisende. Von einem international bekannten Ferienresort war damals noch keine Rede.
Größer werden, ohne beliebig zu werden
Was in den folgenden Jahrzehnten entstand, ist aus unternehmerischer Sicht vielleicht der interessanteste Teil der Geschichte.
Hauser baute den Stanglwirt kontinuierlich aus, ohne dessen Herkunft zu verstecken. Die Landwirtschaft blieb. Der historische Gasthof blieb. Und selbst ein Fenster zum angrenzenden Kuhstall wurde nicht zum Relikt einer vergangenen Zeit, sondern zu einem der bekanntesten Details des Hauses.
Bis heute beschreibt sich der Stanglwirt deshalb als „Bauernhof mit integriertem Hotel“ – und nicht umgekehrt.
Gleichzeitig entstanden neue Hotelbereiche sowie Gastronomie-, Wellness- und Sportangebote. Aus dem Gasthof entwickelte sich Schritt für Schritt das heutige Resort.
Der entscheidende Unterschied: Der Stanglwirt sollte nie wie ein Hotel aussehen, das genauso gut in der Schweiz, in Südtirol oder in Aspen stehen könnte. Seine Tiroler Identität blieb Teil des Konzepts.
Nachhaltigkeit, bevor das Wort Karriere machte
Auch bei einem anderen Thema war Balthasar Hauser erstaunlich früh dran. Während beim Hotelbau andernorts zunehmend industrielle Materialien verwendet wurden, bevorzugte er Holz und natürliche Baustoffe. 1980 nahm der Stanglwirt ein Biomasse-Kraftwerk in Betrieb, das als erstes seiner Art in einem europäischen Hotel gilt.
Auf begrünten Dächern der Tennishallen ließ Hauser sogar Schafe weiden. Heute ließen sich solche Maßnahmen problemlos in eine Nachhaltigkeitsstrategie schreiben. Damals waren sie vor allem Ausdruck seiner Überzeugung, dass Tourismus, Landwirtschaft und Natur zusammengehören.
Warum aus einem Hotel eine Marke wurde
Auch die Lipizzaner sind ein Beispiel dafür, wie Hauser seinen eigenen Weg ging. Mit dem Hengst Pluto Verona legte er den Grundstein für das erste private Lipizzanergestüt Österreichs. Die weißen Pferde wurden im Laufe der Jahre ebenso Teil der Stanglwirt-Welt wie der Wilde Kaiser und das berühmte Kuhstallfenster.
Mit der wachsenden Bekanntheit kamen internationale Schauspieler, Musiker, Sportler und Unternehmer nach Going. Doch aus dem Stanglwirt wurde kein austauschbares Grandhotel.
Vielleicht liegt genau darin eines der Erfolgsrezepte von Balthasar Hauser: Der Stanglwirt wollte nie überall funktionieren. Er sollte unverwechselbar Stanglwirt bleiben.
Aus heutiger Sicht klingt das nach konsequenter Markenführung. Vieles davon entstand allerdings zu einer Zeit, als Begriffe wie „Brand Identity“ oder „Authentizität“ im Tourismus noch längst nicht allgegenwärtig waren.
Wenn aus dem Lebenswerk ein Familienunternehmen über Generationen wird
Für Familienunternehmer beginnt eine der schwierigsten Phasen häufig nicht beim Aufbau, sondern bei der Frage, wie das Geschaffene in die nächste Generation übergeht.
Auch hier hat Balthasar Hauser seine Kinder früh in den Betrieb eingebunden. Heute tragen sie Verantwortung im Unternehmen und entwickeln den Stanglwirt weiter. Damit ist das Haus trotz seiner internationalen Bekanntheit geblieben, was es seit Generationen ist: ein Familienunternehmen.
Und vielleicht ist genau das ein weiterer Teil der Marke Stanglwirt. Nicht ein einzelner Gastgeber soll das Haus verkörpern, sondern eine Familie, die seine Geschichte weiterführt.
Zum 80. Geburtstag lieber Schnitzel als großes Spektakel
Am 8. August 2026 feierte Balthasar Hauser seinen 80. Geburtstag mit Familie, Mitarbeitern, Freunden und langjährigen Weggefährten. Auch kulinarisch blieb der Abend bodenständig. Küchenchef Thomas Ritzer stellte das Menü aus Lieblingsgerichten des Jubilars zusammen: Gerstlsuppe, Schnitzel, Kasspatzln und Kaiserschmarren.
Besonders persönlich wurde es, als Kinder und Enkel eigene Lieder für ihren Vater und Großvater vortrugen. Später wurde im historischen Gasthof gemeinsam musiziert und erzählt.
Nach sechs Jahrzehnten Stanglwirt führt die Geschichte damit fast zurück zu ihren Anfängen: zu einem jungen Mann, der mit 19 Jahren einen Betrieb übernahm, kaum Kapital hatte und trotzdem anfing zu bauen.
Heute steht am Wilden Kaiser ein Unternehmen, dessen Name weit über Tirol hinaus bekannt ist. Balthasar Hausers vielleicht größte unternehmerische Leistung besteht dabei nicht allein darin, aus einem Gasthof ein großes Hotel gemacht zu haben. Er hat aus Tradition eine Marke geformt, ohne dafür ihre Herkunft aufzugeben.

Heuer gibt es noch ein zweites Jubiläum
2026 hat der Stanglwirt gleich zweimal Grund zum Feiern: Neben Balthasar Hausers 80. Geburtstag blickt auch das hauseigene Golfturnier auf 20 Jahre Tradition zurück.
Golf gehört längst zur Welt des Stanglwirts und bringt am Wilden Kaiser Gäste, Unternehmer und bekannte Persönlichkeiten zusammen. Wie eng Sport, Gastgeberkultur und persönliche Begegnungen hier verbunden sind, haben wir bereits im vergangenen Jahr auf Exklusiv Golfen beim Stanglwirt-Golfturnier am Wilden Kaiser erlebt.
Auch zu unserem CEO Golf & Business Cup besteht seit Jahren eine Verbindung: Der Stanglwirt unterstützte das Turnier mit Salzstreuern, der bei den Teilnehmern für Aufmerksamkeit sorgte. Ein schönes Detail, denn Golf ist beim Stanglwirt längst mehr als nur das Salz in der Suppe.

20 Jahre Golfturnier zeigen schließlich genau das, was auch Balthasar Hausers Unternehmergeschichte prägt: Aus einer Idee wird mit der Zeit Tradition – und aus Tradition ein unverwechselbarer Teil der Marke Stanglwirt.


