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BIOGENA Plaza München: Was ist sinnvolle Prävention – und was nur Longevity-Hype?

Longevity ist innerhalb weniger Jahre vom Nischenthema zum boomenden Gesundheitsmarkt geworden. Doch hält alles, was heute mit einem langen und gesunden Leben wirbt, auch sein Versprechen? BIOGENA-Gründer Dr. Albert Schmidbauer, der mit der neuen Plaza am Münchner Maximiliansplatz selbst auf Prävention und Biohacking setzt, warnt vor überzogenen Erwartungen. Warum die wichtigsten Maßnahmen für ein gesundes Altern seiner Meinung nach nichts kosten, welche Anwendungen er selbst nutzt – und weshalb ihn „35 Business-Nahtoderlebnisse“ bis nach München geführt haben.

Dr. Albert Schmidbauer, Dr. Christina Schmidbauer, Julia Hoffmann und Stefan Klinglmair beim Banddurchschnitt vor der neuen BIOGENA Plaza am Münchner Maximiliansplatz.
Banddurchschnitt am Maximiliansplatz: Dr. Albert Schmidbauer, Gründer und CEO von BIOGENA, mit Dr. Christina Schmidbauer, BIOGENA-Aufsichtsrätin, sowie den beiden COOs Julia Hoffmann und Stefan Klinglmair (v. l. n. r.) bei der Eröffnung der neuen Plaza in München. Foto: David Wedenig

Eine neue Adresse für Longevity in München

Kältekammer, Rotlicht, Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training, hyperbare Sauerstofftherapie und Knochendichtemessung: Mit der neuen BIOGENA Plaza am Maximiliansplatz 12 erweitert das österreichische Gesundheitsunternehmen sein Münchner Angebot deutlich. Rund 280 Gäste kamen am 17. September zur Eröffnung. Nach Düsseldorf ist München der zweite deutsche Standort, an dem BIOGENA das Plaza-Konzept umsetzt. Dabei geht es nicht mehr allein um Mikronährstoffe. Diagnostik, persönliche Beratung und unterschiedliche Anwendungen zur Prävention und Regeneration sollen an einem Ort zusammengeführt werden.

Der bestehende BIOGENA Store am Viktualienmarkt bleibt erhalten. München sei für das Unternehmen längst ein etablierter Markt, sagt Gründer und CEO Dr. Albert Schmidbauer. Weil der Platz dort für die zusätzlichen Anwendungen nicht ausreichte, entstand am Maximiliansplatz die neue Plaza.

Biogena Gründer
Auch für Autogramme blieb Zeit: BIOGENA-Gründer Dr. Albert Schmidbauer signierte bei der Eröffnung der Münchner Plaza sein eigenes Buch für die Gäste. Foto: David Wedenig

„Longevity ist zum Hype geworden“

Schmidbauer beschäftigt sich nach eigener Aussage seit mehr als 20 Jahren mit Gesundheit und Prävention. Nur der Begriff dafür sei früher ein anderer gewesen.

„Was man heute unter Longevity versteht, machen wir seit 20 Jahren. Wir haben es nur nicht so genannt“, sagt er im Gespräch mit Exklusiv München. Inzwischen sei Longevity allerdings zum Hype geworden. „Leider steht manchmal Longevity auf dem Etikett, obwohl das, was darin steckt, das Versprechen nicht halten kann.“

Er erwartet deshalb, dass sich der Markt wieder beruhigen und bereinigen wird. Für ihn erinnert die Entwicklung an den aktuellen Proteinboom: „Plötzlich wird ein normaler Hüttenkäse als großes Proteinprodukt verkauft, obwohl sich am Produkt selbst nichts geändert hat. Dann geht es nur noch um das Etikett und nicht mehr um den Inhalt.“

Das ist eine bemerkenswert kritische Aussage von einem Unternehmer, dessen Unternehmen selbst Teil dieses wachsenden Marktes ist. BIOGENA reagiert auf die zunehmende Nachfrage mit speziellen Produktlinien, Diagnostik und kostenpflichtigen Anwendungen. Schmidbauer betont jedoch, dass wirksame Prävention nicht zwangsläufig teuer sein müsse.

Die wichtigsten Longevity-Maßnahmen kosten nichts

„Die wichtigsten Longevity-Maßnahmen kosten nichts“, sagt Schmidbauer. Dazu zählt er Bewegung im Alltag, ausreichend Schlaf, wenig Alkohol und ein stabiles soziales Umfeld: „Die Treppe statt den Lift nehmen, zu Fuß gehen, gut schlafen und Psychohygiene betreiben – also das eigene Umfeld in Ordnung halten und nicht jeden Tag neue Feinde produzieren.“

Sein Grundgedanke: Nicht erst reagieren, wenn eine Erkrankung entstanden ist, sondern früher Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. „Der Lebensstil ab 40 entscheidet wesentlich darüber, wie es einem mit 80 geht.“

Dabei geht es nicht nur um Ernährung und Mikronährstoffe. Muskelkraft, regelmäßige Bewegung, Erholung und mentale Gesundheit gehören für ihn ebenso zur Vorsorge.

Biogena Maximiliansplatz
Behandlungsplätze mit Ausblick: In der BIOGENA Plaza können Gäste unter anderem eine apparative Lymphdrainage nutzen – mit Blick ins Grüne am Maximiliansplatz. Foto: David Wedenig

Von der Reparaturmedizin zur Prävention

Schmidbauer fordert einen grundlegenden Perspektivwechsel: „Wir müssen den Wechsel von der Reparaturmedizin zur Präventionsmedizin schaffen. Wenn uns das nicht gelingt, fährt das Gesundheitssystem gegen die Wand.“

Viele Menschen beschäftigten sich erst intensiv mit ihrer Gesundheit, wenn bereits Beschwerden oder Erkrankungen aufträten. „Dann kostet es richtig Geld – und vor allem Lebensqualität.“

Als Beispiel nennt er Osteoporose. Knochengesundheit werde häufig erst in einem Alter zum Thema, in dem bereits viel Knochensubstanz verloren gegangen sein könne. Bei Messaktionen seines Unternehmens seien auch jüngere Menschen mit auffälligen Werten entdeckt worden. „Wir messen bereits 30-Jährige mit Osteopenie. Wenn sie das Ergebnis sehen, sind viele erst einmal wie paralysiert.“

Dass Osteoporose vor allem als Frauenthema wahrgenommen wird, hält er ebenfalls für problematisch. Auch Männer bewegten sich heute oft zu wenig und verrichteten kaum noch körperliche Arbeit. Der Zug der Muskulatur auf den Knochen sei jedoch ein wichtiger Reiz für deren Erhalt.

Konkrete Empfehlungen zu Untersuchungen oder Nahrungsergänzungsmitteln sollten dennoch immer individuell und medizinisch abgeklärt werden. Eine Knochendichtemessung ist nicht für jeden Menschen und in jedem Alter automatisch erforderlich.

Wie viel Biohacking braucht der Mensch?

Während Schmidbauer bei den Grundlagen auf kostenfreie Gewohnheiten setzt, nutzt er selbst zahlreiche technische Möglichkeiten. Sein privates Büro gleiche inzwischen beinahe einem Biohacking-Studio: Rotlicht am Schreibtisch, Magnetfeldanwendungen und weitere Geräte im Nebenraum.

Auch eine Kältekammer verwendet er regelmäßig. In Wien könne er sogar am späten Abend noch in einen BIOGENA Standort gehen, weil er Schlüssel und Zugangscode besitze. Hinzu kommen nach eigener Aussage vier bis fünf umfangreiche Blutuntersuchungen pro Jahr.

„Für mich ist das kein gewöhnlicher Beruf. Gesundheit ist meine Leidenschaft – ich lebe diese Dinge selbst.“

Bei neueren Trends bleibt er dennoch zurückhaltend. Peptide, die besonders in den USA als nächstes großes Longevity-Thema gelten, hält er zwar für ein interessantes Forschungsgebiet. Die bisherige Datenlage reicht ihm aber noch nicht aus: „Es braucht mehr Forschung, bevor wir wirklich Klarheit haben.“ In die eigenen Präparate würde BIOGENA sie auf dem derzeitigen Stand deshalb nicht aufnehmen.

„Rezepturen für Menschen, nicht für Maschinen“

Bei seinen Mikronährstoffprodukten beruft sich BIOGENA auf das sogenannte Reinsubstanzen-Prinzip. Auf Zusatzstoffe, die lediglich der Farbe, dem Glanz oder einem reibungsloseren Produktionsprozess dienen, werde weitgehend verzichtet.

Schmidbauer formuliert den Anspruch zugespitzt: „Wir machen Rezepturen für Menschen und nicht für Maschinen.“

Die Rezepturen würden von Fachleuten entwickelt und anschließend nicht von Marketing oder Produktion verändert, nur damit ein Produkt besser aussehe oder sich schneller verarbeiten lasse. Auch die externe Qualitätskontrolle stellt er als einen entscheidenden Teil des Konzepts heraus.

Diese Aussagen stammen vom Unternehmen selbst. Welche gesundheitlichen Vorteile einzelne Produkte oder Inhaltsstoffe tatsächlich bieten, hängt von der jeweiligen Zusammensetzung, dem individuellen Bedarf und der wissenschaftlichen Studienlage ab.

35 „Business-Nahtoderlebnisse“

Dass BIOGENA heute mit rund 500 Beschäftigten neue Standorte eröffnet und auch international expandiert, lässt die Anfangsjahre beinahe geradlinig erscheinen. Das seien sie keineswegs gewesen, sagt Schmidbauer.

„Mit meinen 35 Business-Nahtoderlebnissen kann ich heute andere Unternehmer ziemlich gut beraten“, erzählt er mit einem Lachen. Als er vor rund 23 Jahren startete, habe es die heutige Venture-Capital-Welt in dieser Form noch nicht gegeben. „Wir mussten mit dem vorwärtskommen, was wir selbst erwirtschaftet hatten.“

Seit rund 20 Jahren besteht BIOGENA in seiner heutigen Rechtsform. Das Unternehmen ist sogar in den USA aktiv und betreibt unter anderem einen Pop-up-Standort am Abbot Kinney Boulevard in Los Angeles. Der Aufbau dort erfolge bislang allerdings in einem vergleichsweise kleinen Rahmen.

Die Münchner Plaza steht nun für die nächste Entwicklungsstufe: weg vom reinen Anbieter von Mikronährstoffen, hin zu einem Gesundheitsunternehmen, das Diagnostik, Beratung, Produkte und Biohacking-Anwendungen zusammenführt.

Ob jede dieser Anwendungen tatsächlich zu einem längeren und gesünderen Leben führt, wird die Forschung weiterhin beantworten müssen. Schmidbauers wichtigster Rat funktioniert dagegen ganz ohne Kältekammer und Nahrungsergänzung: mehr Bewegung, ausreichend Schlaf, wenig Alkohol – und rechtzeitig anfangen.

BIOGENA Plaza München auf einen Blick

Adresse Maximiliansplatz 12, München, Mehr Informationen zu Öffnungszeiten & Co. hier!
Eröffnung 17. September 2026
Konzept Prävention, Diagnostik, Longevity und persönliche Beratung
Anwendungen Unter anderem Kryotherapie, Rotlicht, IHHT, hyperbare Sauerstofftherapie, Lymphdrainage und Knochendichtemessungen
Besonderheit Zweiter deutscher BIOGENA-Plaza-Standort nach Düsseldorf

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