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Palais Keller München: Der Brotkorb, der mehr erzählt als jede Speisekarte

Unter den historischen Gewölben des Bayerischen Hofs liegt ein Restaurant, das seit Jahrzehnten zu den festen Größen der Münchner Gastronomie gehört. Seine spannendste Geschichte steht jedoch auf keiner Speisekarte – sie beginnt mit einem Brotkorb.

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Das historische Gewölbe des Palais Kellers zählt zu den eindrucksvollsten Restaurant-Räumen Münchens. Massive Gewölbemauern sorgen selbst an warmen Sommertagen für angenehm kühle Temperaturen.

Ein Restaurant für die Münchner

Als Falk Volkhardt, Inhaber des Hotels Bayerischer Hof, 1969 das Palais Montgelas übernahm, entstand im Zuge der Neugestaltung auch der heutige Palais Keller. Für ihn war der Palais Keller jedoch weit mehr als ein Restaurant. Er wollte einen Ort schaffen, an dem sich Münchner zuhause fühlen. Seine Tochter Innegrit Volkhardt, die den Bayerischen Hof heute in vierter Generation führt, beschreibt diese Haltung mit einem Satz:

„Meinem Vater war immer wichtig, dass dieses Haus zuerst für die Münchner da ist und erst danach für die Reisenden.“

Der Brotkorb als Symbol

Während in vielen Restaurants Brot längst separat berechnet wird, hält der Palais Keller bis heute an einer besonderen Tradition fest. Der Brotkorb ist kostenlos. Nicht als Marketingidee. Sondern weil Falk Volkhardt überzeugt war, dass Gastfreundschaft mit kleinen Gesten beginnt.

Wie Innegrit Volkhardt erzählt, war es ihrem Vater wichtig, dass sich möglichst viele Menschen einen Besuch leisten konnten. Deshalb achtete er bewusst auf eine bodenständige Preisgestaltung. Der Brotkorb gehörte selbstverständlich dazu.

„Es war immer eine wilde Mischung aus Studenten und Bundespräsidenten. Genau das wollte mein Vater.“
Vielleicht erklärt gerade dieser Gedanke, warum der Palais Keller bis heute für viele Münchner mehr ist als ein Restaurant.

Palais Keller München
Der kostenlose Brotkorb gehört im Palais Keller bis heute ganz selbstverständlich dazu – eine Tradition, die auf die Philosophie von Falk Volkhardt zurückgeht.

Bayerische Küche mit zeitgemäßer Handschrift

Heute führt Küchenchef Michael Konietzny diese Philosophie auf seine Weise weiter. Seine Küche orientiert sich an bayerischen Klassikern, regionalen Produkten und handwerklicher Präzision. Vertraute Gerichte werden leichter interpretiert, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.
Das historische Gewölbe bildet dafür den passenden Rahmen. Die jahrhundertealten Mauern schaffen nicht nur eine besondere Atmosphäre, sondern machen den Palais Keller gerade im Sommer zu einem der angenehmsten Restaurants der Münchner Innenstadt.

Vielleicht ist genau das das Besondere an diesem Restaurant im Hotel Bayerischer Hof. Nicht der kostenlose Brotkorb an sich, sondern die Haltung dahinter. Gastfreundschaft soll nicht vom Geldbeutel abhängen, sondern vom Gefühl, willkommen zu sein. Mehr als fünf Jahrzehnte später gehört dieser Gedanke noch immer zum Selbstverständnis des Hauses.

Gut zu wissen: Wer den Palais Keller besuchen möchte, erreicht ihn entweder über den Bayerischen Hof oder über den separaten Eingang in der Kardinal-Faulhaber-Straße. Geöffnet ist das Restaurant von Dienstag bis Samstag jeweils von 17 bis 23 Uhr.

Kevin Rommes
Demnächst auf Exklusiv München: Kevin Romes, Küchenchef des Zwei-Sterne-Restaurants Atelier im Bayerischen Hof. Warum der 35-Jährige zu den spannendsten Köchen der Stadt zählt, erzählen wir in unserer nächsten Geschichte.

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