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Wiesn-Shopping abseits der Masse: Dieser Trachten-Pop-up kommt zu Radspieler

Drei verlängerte Wochenenden, ein Münchner Traditionshaus und Trachtenmode mit Fokus auf echtes Schneiderhandwerk: HEINZELSTÜCK zieht vor dem Oktoberfest mit einem Pop-up in den Eckladen von Radspieler. Neben der eigenen Kollektion lädt das Label wechselnde Gastmarken ein. Ein besonderes Highlight: Wolkenstrickerei aus Traunstein öffnet erstmals sein Archiv und verkauft ausgewählte Einzelstücke zu Sonderpreisen.

Julia Leyendecker
Schneiderhandwerk statt Wiesn-Massenware: Die Dirndl von HEINZELSTÜCK werden in kleinen Stückzahlen in Bayern gefertigt. Designerin Julia Leyendecker setzt dabei auf klare Schnitte und hochwertige Materialien. Fotocredit: Katjana Frisch
Spätestens Ende August beginnt in München die Suche nach einem neuen Wiesn-Outfit. Doch zwischen neuen Dirndl-Trends und Trachtenmode, die vor allem für ein paar Tage Oktoberfest gedacht ist, gibt es auch einen anderen Ansatz.
Vom 27. August bis 12. September 2026 zieht das bayerische Label HEINZELSTÜCK für drei verlängerte Wochenenden in den Eckladen von Radspieler in der Hackenstraße. Das traditionsreiche Münchner Haus bietet einen durchaus passenden Rahmen: Denn bei HEINZELSTÜCK geht es weniger um den nächsten kurzlebigen Wiesn-Trend als um Schneiderhandwerk, hochwertige Materialien und Tracht, die sich auch jenseits des Oktoberfests tragen lässt.

HEINZELSTÜCK: Vom Starnberger See nach München

Hinter der Marke steht Julia Leyendecker, Schneidermeisterin und Designerin. Ihre Verbindung zum Handwerk begann bereits bei ihrer Großmutter, die selbst Schneiderin war und mit ihr gemeinsam nähte.
Leyendecker absolvierte später ihre Ausbildung zur Schneiderin am Stadttheater Augsburg und die Münchner Meisterschule für Mode. Es folgten Stationen in Paris sowie Erfahrungen als Design-Assistentin und Modellmacherin beim Münchner High-Fashion-Label Talbot Runhof.
Nach ihrer Selbstständigkeit, in der sie unter anderem Brautkleider nach Maß und Kollektionen für verschiedene Modelabels entwickelte, gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Andreas HEINZELSTÜCK. Heute lebt und arbeitet sie mit ihrer Familie am Starnberger See. In Sankt Heinrich befindet sich auch der eigene Store des Labels.

Selbst der Markenname hat eine persönliche Geschichte: HEINZELSTÜCK setzt sich aus Leyendeckers Mädchennamen „Heinzel“ und dem Begriff „Einzelstück“ zusammen.

Heinzelstück
Tracht weitergedacht: HEINZELSTÜCK verbindet traditionelle Elemente mit Mode, die auch abseits der Wiesn funktioniert. Ende August zieht das Label für drei Wochenenden zu Radspieler in die Münchner Altstadt. Fotocredit: Sophia Lasson

Ein Dirndl nicht nur für die Wiesn

Die Kollektion ist von klassischer Tracht inspiriert, soll aber bewusst nicht auf das Oktoberfest beschränkt bleiben. Neben Leinendirndln, Schürzen und Dirndlblusen gibt es deshalb auch eine Casual-Linie mit Oversized-Walkjankern, Blusen, Hemden und Röcken.
Gefertigt wird nach Angaben des Labels „on demand“ und in kleinen Stückzahlen in mittelständischen Schneiderbetrieben in Bayern sowie kleinen Schneidereien in München. Für ihre Dirndl verwendet Leyendecker unter anderem schweres Leinen, das in Österreich gewebt wird.
Statt jedes Jahr neue Wiesn-Trends zu produzieren, setzt die Designerin auf reduzierte Schnitte, gedeckte Farben und Kombinierbarkeit. Ein Dirndl oder Janker soll möglichst länger als eine Saison funktionieren.

Preislich liegt HEINZELSTÜCK im hochwertigen Segment: Leinendirndl starten bei 719 Euro, Schürzen bei 219 Euro und Dirndlblusen bei 149 Euro. Oversized-Walkjanker gibt es ab 399 Euro, Röcke ab 289 Euro und Blusen ab 149 Euro.

Erstmals öffnet Wolkenstrickerei sein Archiv

Ein besonderes Highlight des Pop-ups dürfte für Trachtenfans der angekündigte Archivverkauf von Wolkenstrickerei sein.
Das Familienunternehmen aus Traunstein fertigt seit 1970 handgestrickte Wolljacken, die mit aufwendigen Blumenornamenten bestickt werden. Für den Pop-up bei Radspieler öffnet das Label erstmals sein Archiv und bietet ausgewählte Einzelstücke zu Sonderpreisen an.
Welche Stücke dort auftauchen werden, verrät die Ankündigung noch nicht. Gerade das macht den Archivverkauf allerdings interessant: Statt einer regulären Kollektion geht es um ausgewählte Einzelstücke aus vergangenen Jahren.

An jedem Wochenende neue Gäste

HEINZELSTÜCK bildet an allen drei Terminblöcken die Konstante des Pop-ups. Zusätzlich lädt Julia Leyendecker jeweils weitere Marken ein, die ebenfalls Wert auf bewusste Produktion und handwerkliche Qualität legen.
Angekündigt sind neben Wolkenstrickerei auch Manucurist, Aicus Shoes und Werkstatt A. Welche Gastmarke an welchem Wochenende vertreten sein wird, ist bislang nicht veröffentlicht.
Damit soll der Pop-up mehr sein als ein temporärer Dirndl-Shop. Besucherinnen können unterschiedliche Elemente für ihren Wiesn-Look entdecken – und gleichzeitig kleinere Marken kennenlernen, die nicht an jeder Ecke der Münchner Innenstadt zu finden sind.

Warum ausgerechnet Radspieler?

Auch der Ort ist Teil der Geschichte. Radspieler gehört zu den Münchner Traditionshäusern, und gerade dieser historische Rahmen war Julia Leyendecker für ihren Pop-up wichtig.
Hier trifft ein junges Label vom Starnberger See auf ein Haus, das seit Generationen für Einrichtung, Stoffe und handwerkliche Wohnkultur steht.
Die gemeinsame Klammer ist deshalb weniger „Wiesn 2026“ als zunächst gedacht: Es geht um die Frage, welchen Stellenwert Handwerk und Qualität in einer Zeit haben, in der auch Tracht längst zum schnelllebigen Modegeschäft geworden ist.
Und vielleicht liegt genau darin der Reiz dieses Pop-ups: Statt kurz vor dem Oktoberfest irgendein neues Dirndl zu kaufen, könnte man ein Stück finden, das auch nach dem letzten Wiesn-Sonntag noch gerne getragen wird.

Exklusiv München Service

HEINZELSTÜCK Pop-up im Eckladen bei Radspieler
Hackenstraße 7
80331 München
Termine 2026:
27. bis 29. August
2. bis 5. September
9. bis 12. September
Was gibt es?
HEINZELSTÜCK präsentiert an allen drei Terminen seine Trachten- und Casual-Kollektion. Ergänzt wird das Angebot durch wechselnde Gastlabels.
Angekündigte Labels:
Wolkenstrickerei, Manucurist, Aicus Shoes und Werkstatt A.
Besonderheit:
Wolkenstrickerei öffnet erstmals sein Archiv und bietet ausgewählte Einzelstücke zu Sonderpreisen an.

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