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The Hofgarten Edit: Dieser Wiesn-Trend macht dem Dirndl Konkurrenz

Mieder statt klassischem Dirndl? Kurz vor dem Wiesn-Start zeichnet sich in München ein Trachtentrend ab, der nicht nur gut aussieht, sondern auch ein ganz praktisches Problem löst: Oberteil und Rock können unabhängig voneinander kombiniert werden. Beim Opening des neuen Pop-up-Stores „The Hofgarten Edit“ am Münchner Hofgarten zeigte sich, wie unterschiedlich der Look funktionieren kann.

Mieder statt Dirndl
Die Unternehmerinnen hinter „The Hofgarten Edit“ am Münchner Hofgarten (v. l.): Carolin Schuberth (Waschies), Leila Merz (Side Eye NYC), Nina Sieber (Weat), Kristina Giacomelli (Giacomelli Trachten), Jeannette Mang (Bellas) und Henrietta Frankenheim (Collo). Foto: Andreas Kusy

Nur noch wenige Tage bis zum Oktoberfest – und entsprechend groß ist derzeit die Auswahl an neuen Dirndl-Kollektionen in München. Doch 2026 bekommt das klassische Dirndl Konkurrenz: Mieder werden zunehmend separat zu Röcken getragen.

Damit zeichnet sich neben den aktuellen Farben auch beim Schnitt ein klarer Trend ab. Während in dieser Saison Blau, Ton-in-Ton-Kombinationen, helle Farben und Rosa eine Rolle spielen, bringt das separate Mieder mehr Flexibilität in den Wiesn-Look. Oberteil und Rock lassen sich unabhängig voneinander auswählen – auch in unterschiedlichen Größen.

Dass das Mieder 2026 stärker in den Fokus rückt, zeigt sich derzeit auch bei anderen Münchner Trachtenkollektionen. So spielt der Look ebenfalls bei der neuen STRENESSE × Angermaier Kollektion eine Rolle. Statt ausschließlich auf das klassische Dirndl zu setzen, wird das Mieder damit zunehmend zum eigenständigen Bestandteil des Oktoberfest-Outfits.

Annette Weber: „Das löst ein echtes Problem“

Fashionexpertin Annette Weber sieht darin mehr als einen kurzfristigen Wiesn-Trend. Vor allem die Möglichkeit, Oberteil und Rock getrennt voneinander zu kaufen, überzeugte sie beim Opening von „The Hofgarten Edit“.

„Was ich für Frauen absolut genial finde: Endlich gibt es das Dirndl getrennt – also Mieder und Rock separat. So viele Frauen haben oben und unten unterschiedliche Größen, und hier kann man endlich perfekt mixen. Das löst ein echtes Problem!“

Auch für ihren eigenen Wiesn-Look hat sie sich bereits entschieden: „Genau diesen Trend werde ich dieses Jahr auf der Wiesn auch tragen: ein stilvolles Mieder kombiniert mit einem separaten Rock. Ich bin überzeugt, dass sich dieses Konzept durchsetzen wird.“

Gleichzeitig plädiert Weber dafür, bei aller Lust auf neue Kombinationen die bayerische Tradition nicht aus den Augen zu verlieren. „Was mir ehrlicherweise ein bisschen auf den Wecker geht, sind die vielen selbsternannten Stil-Tipps von Menschen, die gar keinen Bezug zu München haben. Ich setze dieses Jahr auf den echten, traditionellen Wiesn-Look.“

Oktoberfest Mode 2026
Wiesn-Looks beim Opening von „The Hofgarten Edit“: links Fashionexpertin Annette Weber mit Moritz di Matteo, rechts Alexandra Fonsatti. Foto: Andreas Kusy

Neuer Pop-up direkt am Münchner Hofgarten

Anlass für die kleine Wiesn-Trendvorschau war die Eröffnung von „The Hofgarten Edit“ in der Galeriestraße 6a direkt am Hofgarten.

Hinter dem temporären Concept Store stehen mehrere Unternehmerinnen und Labels, die sich für die Wiesn-Zeit zusammengeschlossen haben. Den Trachtenpart übernimmt Giacomelli Trachten von Kristina Giacomelli. Ergänzt wird das Angebot unter anderem durch Taschen von Weat, Sonnenbrillen von Side Eye NYC, Schuhe von Bellas Schuhe, Accessoires von Collo und Beauty-Produkte von Waschies.

Die Idee dahinter: Statt ausschließlich Dirndl anzubieten, sollen sich Besucherinnen an einem Ort einen kompletten Wiesn-Look zusammenstellen können. „Wir wollten einen Ort schaffen, der die traditionelle Wiesn-Vorfreude mit modernem, internationalem Zeitgeist verbindet“, erklärt Kristina Giacomelli.

Gerade die Mischung macht den Pop-up interessant: Münchner Tracht trifft hier auf Accessoires und Labels, die mit klassischer Wiesn-Mode zunächst wenig zu tun haben.

Hofgarten Edit
Zwei Looks beim Opening von „The Hofgarten Edit“: Schauspielerin Lena Meckel (links) und Sophia Schneiderhan, die eines der Mieder von Giacomelli Trachten präsentiert. Foto: Andreas Kusy

Sophia Schneiderhan setzt auf Mieder und Rosa

Wie der neue Look funktionieren kann, zeigte Sophia Schneiderhan gleich beim Opening. Das Model trug ein Mieder von Giacomelli – einem Label, mit dessen Gründerfamilie sie auch privat verbunden ist.

Für die Wiesn 2026 favorisiert sie vor allem helle Töne. „Ich liebe die hellen Farben und die Mieder, sehr schmeichelnd und mädchenhaft, deswegen trage ich das sehr gerne.“ Eine Farbe hat es ihr in diesem Jahr besonders angetan: Rosa. „Ich schwebe in diesem Jahr auf einer rosa Wolke“, erzählte sie.

Gelegenheiten für unterschiedliche Wiesn-Looks wird es genügend geben: Fünf Oktoberfest-Besuche hat Schneiderhan nach eigenen Angaben geplant. Auch gemeinsam mit ihrem Partner Michael Ballack will sie auf die Wiesn gehen.

Lena Meckel präsentiert ihre erste eigene Dirndlkollektion

Noch eine Neuigkeit gibt es im Pop-up: Schauspielerin Lena Meckel hat erstmals gemeinsam mit Giacomelli eine eigene Dirndlkollektion entworfen.

Die Zusammenarbeit kommt nicht ganz zufällig zustande. Meckel und Kristina Giacomelli sind seit Jahren befreundet; Giacomelli war auch ihre Trauzeugin. Für die gemeinsame Kollektion entstanden unter anderem ein Dreiteiler in Karo-Optik und ein schlichtes Uni-Dirndl. „Ich bin schon voll im Herbst angekommen und ab sofort heißt es einen Monat lang Dirndl tragen“, so Meckel.

Mieder statt Dirndl – wird das der Wiesn-Look 2026?

Ob das Mieder tatsächlich zu einem der prägenden Wiesn-Trends 2026 wird, dürfte sich spätestens an den ersten Oktoberfest-Wochenenden zeigen. Der Look hat jedenfalls einen entscheidenden Vorteil: Ein separates Mieder lässt sich mit unterschiedlichen Röcken kombinieren und kann damit auch außerhalb eines einzigen kompletten Dirndl-Looks getragen werden.

Und genau darin könnte seine Stärke liegen. Die Tracht wird nicht neu erfunden, aber individueller kombiniert. Für Annette Weber steht der Wiesn-Look jedenfalls bereits fest: Mieder plus Rock. Sophia Schneiderhan setzt zusätzlich auf helle Farben und Rosa.

Wer lieber beim klassischen Dirndl bleibt, findet 2026 ebenfalls neue Stilrichtungen: Blau und monochrome Looks gehören zu den weiteren Trends der Saison. Genau darauf setzen beispielsweise die aktuellen Wiesn-Looks von Talbot Runhof.

Text: Andrea Vordermayr / Redaktion Exklusiv München

The Hofgarten Edit: Adresse und Öffnungszeiten

Adresse: Galeriestraße 6a, München
Zeitraum: 10. bis 26. September 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10 bis 19 Uhr
Sortiment: Tracht, Taschen, Sonnenbrillen, Schuhe, Accessoires und Beauty

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