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ICONIC AWARDS 2026: Diese vier Münchner Projekte sollte man kennen

Die Gewinner der ICONIC AWARDS 2026 stehen fest. Rund 800 Projekte aus mehr als 45 Ländern wurden eingereicht – darunter auch bemerkenswerte Architektur- und Interior-Konzepte aus München. Wir haben vier ausgezeichnete Projekte ausgewählt, die uns besonders aufgefallen sind: vom italienischen Restaurant in einer ehemaligen Metzgerei über neue Hotelsuiten im historischen München bis zur Zukunft eines ganzen Stadtareals.

Restaurant Casele Glockenbach
Vom Metzgerei-Bestand zum „Best of Best“: Das Münchner Holzrausch Studio verwandelte die ehemaligen Räume in das CASELE – Cucina e Bar del Sud. Bei den ICONIC AWARDS 2026 erhielt das Interior die höchste Auszeichnung „Best of Best“. Foto: © Robert Rieger / Holzrausch

München verändert sich architektonisch nicht nur durch Neubauten. Gerade der Umgang mit bestehenden Gebäuden und ihrer Geschichte prägt einige der Projekte, die bei den ICONIC AWARDS 2026 ausgezeichnet wurden.

Die gerade bekannt gegebenen ICONIC AWARDS 2026 liefern dafür einige spannende Münchner Beispiele.

Der vom German Design Council vergebene internationale Architektur- und Designpreis verzeichnete in diesem Jahr rund 800 Einreichungen aus mehr als 45 Ländern. 45 Projekte erhielten die höchste Auszeichnung „Best of Best“. Die Gewinner stehen seit dem 24. August fest. Die Preisverleihung folgt am 6. Oktober 2026 in der BMW Welt in München.

Unter den ausgezeichneten Projekten haben wir vier Münchner Adressen ausgewählt, bei denen es sich lohnt, genauer hinzusehen.

CASELE: „Best of Best“ für eine ehemalige Münchner Metzgerei

Das vielleicht überraschendste Projekt unserer Auswahl liegt im Glockenbachviertel.

Wo früher eine traditionsreiche Metzgerei untergebracht war, befindet sich heute das CASELE – Cucina e Bar del Sud. Für das Interior zeichnet das Münchner Holzrausch Studio verantwortlich – und statt die Vergangenheit der Räume verschwinden zu lassen, wurde sie Teil des neuen Restaurants.

Einige der besten Details erkennt man vermutlich erst, wenn man ihre Geschichte kennt.

Aus der ehemaligen Fleischtheke wurde eine Weinbar, die am Abend auch als DJ-Pult genutzt werden kann. Die früheren Kühlräume dienen heute als Weinlager. Selbst das Separee bringt Münchner Geschichte mit: Grundlage dafür ist ein ehemaliges Vorstandszimmer der Münchener Rück.

Mahagoni-Schreinerarbeiten treffen dort auf moderne Kunst und historische Ölgemälde, hinzu kommen Möbel aus einer florentinischen Villa. Im übrigen Restaurant bestimmen unter anderem Holz, glasierte Fliesen, Kupfer, Naturstein und Edelstahl das Bild.

Das Ergebnis versucht gar nicht erst, mit den üblichen Bildern eines italienischen Restaurants zu arbeiten. Vielmehr entsteht die Atmosphäre aus dem Bestand und den Materialien.

Bei den ICONIC AWARDS 2026 wurde CASELE in der Disziplin Interior, Kategorie Hospitality, mit „Best of Best“ ausgezeichnet – der höchsten Awardstufe des Wettbewerbs.

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Platzl Hotel Suites: Münchner Geschichte ohne Folklore

Iconic Award Winner
Die neuen Platzl Hotel Suites in der Pfistermühle greifen mit Materialien und handwerklichen Details die Geschichte des Hauses auf. Blick in die Junior-Suite 22 – Gesellenkammer. Foto: Steve Herud / Dreimeta / Platzl Hotel

Nur wenige Minuten entfernt geht es ebenfalls um die Frage, wie sich Geschichte zeitgemäß übersetzen lässt.

Die Platzl Hotel Suites befinden sich in einem Umfeld, das stärker mit dem historischen München verbunden ist als viele andere Hoteladressen der Stadt. Für die Gestaltung arbeiteten Dreimeta und Jacob & Spreng Architekten zusammen.

Ausgangspunkt für das Interior ist die historische Pfistermühle und deren Vergangenheit als Backstätte.

Statt diese Geschichte über offensichtliche Dekoration zu erzählen, greifen die Suiten sie über regionale Materialien und handwerkliche Details auf. Die Vergangenheit wird damit nicht zur Kulisse, sondern liefert Ideen für die Gestaltung.

Das gefällt uns besonders, weil gerade bei Hotels mit bayerischem Bezug schnell die Gefahr besteht, Geschichte mit Folklore zu verwechseln. Hier funktioniert es subtiler.

Bei den ICONIC AWARDS 2026 wurden die Platzl Hotel Suites in der Disziplin Interior, Kategorie Hospitality, als Winner ausgezeichnet.

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LOVT Munich: Aus Industriegeschichte wird ein neues Stück Stadt

Iconic Awards
Vom Industrieareal zum neuen Stadtbaustein: LOVT Munich im Werksviertel verbindet bestehende Gebäudestrukturen mit neuen Elementen und unterschiedlichen Nutzungen. Das Konzept von GRAFT Architects und Snøhetta ist „Winner“ der ICONIC AWARDS 2026. Visualisierung: © LOVT Vision GmbH, Hines Immobilien GmbH

LOVT Munich entsteht auf einem ehemaligen Industrieareal im Münchner Werksviertel. Hinter dem Projekt stehen Hines und Union Investment, die Architektur stammt von GRAFT Architects und Snøhetta.

Ein großer Teil der bestehenden Gebäudestruktur soll erhalten bleiben. Damit wird nicht nur die Identität des früheren Industrieareals bewahrt, sondern auch sogenannte graue Energie – also jene Energie, die bereits für Herstellung, Transport und Bau der vorhandenen Materialien aufgewendet wurde.

Neue Gebäudeteile sollen in Holz-Hybridbauweise entstehen. Das technische Konzept ist auf einen nahezu CO₂-neutralen Betrieb ausgelegt; angestrebt beziehungsweise vorgesehen sind zudem hohe Nachhaltigkeits- und Digitalstandards.

LOVT soll künftig Büro, Kultur und Freizeit miteinander verbinden und aus einem früheren Industrieareal einen Mixed-Use-Campus machen.

Anders als CASELE oder die Platzl Hotel Suites ist LOVT noch kein abgeschlossenes Projekt. Genau deshalb wurde es bei den ICONIC AWARDS in der Disziplin Concept und der Kategorie Visionary and Uncompleted Architecture bewertet – und als Winner ausgezeichnet.

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Tucherpark: Wie zeigt man die Zukunft eines Ortes, bevor sie gebaut ist?

Winner Iconic Awards
Im Experience Center von Merz Innen.Architektur führt ein „blauer Fluss“ durch multimediale Stationen mit Licht, Klang und Projektionen. Bei den ICONIC AWARDS 2026 wurde das Projekt als „Winner“ ausgezeichnet. Foto: © Merz Innen.Architektur

Ausgezeichnet wurde nicht der gesamte Tucherpark, sondern ausdrücklich das Experience Center Tucherpark, gestaltet von Merz Innen.Architektur für Commerz Real und hausInvest.

Die Aufgabe dahinter ist ungewöhnlich: Wie vermittelt man Besuchern die Entwicklung eines Areals, wenn vieles davon noch Zukunft ist?

Merz Innen.Architektur hat dafür einen Raum entwickelt, der nicht nur mit Plänen und Modellen arbeitet. Durch das Experience Center zieht sich ein „blauer Fluss“, an dem verschiedene Stationen angeordnet sind.

Licht, Klang und Projektionen verbinden physische und digitale Elemente. Themen wie Innovation, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft sollen dadurch nicht lediglich erklärt, sondern räumlich erfahrbar werden.

Bei den ICONIC AWARDS 2026 wurde das Experience Center in der Disziplin Interior, Kategorie Special, als Winner ausgezeichnet.

Vier Projekte – vier sehr unterschiedliche Seiten von München

Restaurant, Hotelsuiten, Stadtentwicklung und Experience Center: Die vier Münchner Projekte zeigen, wie unterschiedlich die Aufgaben waren, mit denen sich die ausgezeichneten Architekten und Designer beschäftigt haben.

Die höchste Auszeichnung unserer Auswahl ging an CASELE. Das Projekt von Holzrausch Studio gehört zu den 45 internationalen Projekten, denen die Jury 2026 „Best of Best“ verliehen hat.

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