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Art Lunch bei WTS: Sonja Lechner bringt Münchens Kunst und Wirtschaft zusammen

Wenn Kunsthistorikerin Sonja Lechner zum „Ladies and Gentlemen Art Lunch“ lädt, treffen Münchens Museumsdirektoren auf Unternehmer, Politiker und Sportler. Diesmal kamen rund 90 Gäste bei WTS im Werksviertel zusammen: zum Champagnerempfang in Tanja Hirschfelds Ausstellung „Faces of Unity“, zum Lunch in der historischen Villa und zum Blick hinter die Kulissen einer Unternehmenskunstsammlung.

Fritz Esterer und Dr. Sonja Lechner stehen vor einem farbenfrohen, geometrisch gestalteten Frauenporträt von Tanja Hirschfeld bei WTS.
Fritz Esterer von WTS und Kunsthistorikerin Dr. Sonja Lechner vor einem Werk aus Tanja Hirschfelds Ausstellung „Faces of Unity“ beim Art Lunch im Münchner Werksviertel. Foto: Frank Rollitz/ABR Pictures

Das Steuerberatungsunternehmen WTS zeigt im Münchner Werksviertel neben der eigenen Unternehmenskunstsammlung auch wechselnde Sonderausstellungen. Aktuell ist im Neubau Tanja Hirschfelds „Faces of Unity“ zu sehen. Hier begann Sonja Lechners Art Lunch mit einem Champagnerempfang.

Marie Curie, Sophie Scholl, Mercedes Sosa und Malala: Die Künstlerin widmet ihre Serie Frauen, die geforscht, Widerstand geleistet oder sich für andere eingesetzt haben. Ihre Gesichter übersetzt sie in geometrische Formen und kräftige Farbflächen. Ergänzt werden die Gemälde durch Arbeiten, die in Kaschmir auf Leinen gestickt wurden und Titel wie „Caring“ und „Empathy“ tragen.

Anschließend wechselten die Gäste zum Lunch in die benachbarte, denkmalgeschützte WTS-Villa. Die Unternehmenskunstsammlung erstreckt sich über beide Gebäude – Kunst gehört hier quasi zum Arbeitsalltag.

Vom Ladies Art Lunch zum gemeinsamen Tisch

Als die Münchner Kunsthistorikerin Sonja Lechner 2014 zum ersten Ladies Art Lunch lud, wollte sie Frauen aus unterschiedlichen Berufen zusammenbringen. Ihre Überzeugung damals wie heute: Die Probleme unserer Zeit lassen sich nur gemeinsam über Fachgrenzen hinweg lösen. Später kam der Gentlemen Art Lunch hinzu. Zum zehnjährigen Jubiläum führte sie beide Formate erstmals zusammen. Heute lädt sie zum gemeinsamen „Ladies and Gentlemen Art Lunch“.

Die Liste der bisherigen Gastgeber liest sich wie ein Streifzug durch Münchens Museumslandschaft: Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst, Villa Stuck, Lenbachhaus, Glyptothek, Bayerisches Nationalmuseum und Kunsthalle München. Diesmal stellte Lechner eine Unternehmenssammlung vor, die sie mit ihrer Firma Kunstkonnex selbst mit aufbaut.

Fotocollage vom Art Lunch bei WTS: links Georg Eisenreich, Dr. Sonja Lechner und Josef Schmid vor einem Kunstwerk; rechts Andrea Schoeller, Petra Reinbold und Marianne Wille.
Begegnungen zwischen Kunst, Politik und Münchner Gastgeberinnen: Links Georg Eisenreich, Gastgeberin Dr. Sonja Lechner und Josef Schmid; rechts Andrea Schoeller, Petra Reinbold und Marianne Wille von Dallmayr beim Art Lunch bei WTS. Jeweils von links. Fotos: Frank Rollitz/ABR Pictures

Münchner Gäste aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Sport

Unter den rund 90 Gästen waren Achim Hochdörfer, Direktor des Museums Brandhorst, Roger Diederen, Direktor der Kunsthalle München, und Laura Schieferle, Leiterin des Kunstareals. Dazu kamen Silvia Amberger vom Bergson, Marianne Wille von Dallmayr, Unternehmer-Ehepaar Eva und Emil Schustermann, Verlegerin Petra Winter, PR-Lady Andrea Schoeller, u.v.m..

Auch die Politik war vertreten: mit dem früheren Bayerischen Justizminister Georg Eisenreich, seinem Nachfolger Josef Schmid, zuvor Zweiter Bürgermeister Münchens, sowie Gerswid Herrmann, Ehefrau des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann. Für die dänische Schmuckmarke Ole Lynggaard Copenhagen war Silke Scheele dabei. Aus dem Sport kamen die ehemalige Rennfahrerin Christina Surer und die Springreiterin Marie-Jeanette Ferch.

Die Kunst bot Gesprächsstoff, bevor es zum gesetzten Lunch ging. Sie war zugleich der Grund, weshalb Lechner diesmal zur WTS eingeladen hatte.

 

Eine Unternehmenskunstsammlung mit Platz für junge Talente

Vielfalt ist die Vorgabe für die WTS-Kunstsammlung. Das betrifft Herkunft, Geschlecht und Alter der Kunstschaffenden ebenso wie ihre Bekanntheit und die gewählten Medien. Malerei, Grafik, Fotografie und Skulpturen gehören dazu, aber auch Videokunst und Multimedia.

Was ein Unternehmen mit einem Ankauf bewirken kann, erzählte Lechner anhand einer Entdeckung an der Münchner Kunstakademie. Bei einer Diplompräsentation hatte sie einen als Bar gestalteten Raum gesehen. Leuchtobjekte stellten Fenster zur Außenwelt dar; geschnitzte Stühle und aufgestellte Drinks ergänzten die Inszenierung.

Lechner empfahl WTS den Kauf der Leuchtobjekte. Das Unternehmen stimmte zu und gab dem jungen Künstler damit einen Platz in seiner Sammlung. Im WTS-Sammlungskatalog werden die Arbeiten als Teil der Diplominstallation „GIFT“ von Joseph Maurus Wandinger vorgestellt.

Die Geschichte zeigt, wie Kunstförderung im Unternehmensalltag aussehen kann: Eine Kuratorin entdeckt eine Arbeit, überzeugt einen Käufer und verschafft einem Künstler Zugang zu einem neuen Publikum.

Auch Werke etablierter Namen gehören zur Sammlung. Der veröffentlichte WTS-Katalog dokumentiert beispielsweise Victor Vasarelys Mosaik „Zebras“. Bei den Führungen nach dem Lunch konnten die angemeldeten Gäste die Bandbreite der Sammlung näher kennenlernen.

Dr. Sonja Lechner steht vor Victor Vasarelys schwarz-weißem Mosaik „Zebras“ in der WTS-Kunstsammlung in München.
Kunsthistorikerin Dr. Sonja Lechner vor Victor Vasarelys Mosaik „Zebras“ aus der WTS-Kunstsammlung im Münchner Werksviertel. Foto: Frank Rollitz/ABR Pictures

Die WTS-Villa: vom früheren „Loft“ zum Kunstort

Der zweite Schauplatz des Tages hat eine wechselvolle Geschichte. Die heutige WTS-Villa entstand 1871 als Lagergebäude, gehörte zunächst zu einer Waggonfabrik und wurde später von einer Spedition genutzt. Vielen Münchnern dürfte sie aus ihrer Zeit als „Loft“ vertraut sein: Bis 2019 fanden hier Partys und Veranstaltungen statt.

Nach der Sanierung nutzt WTS die denkmalgeschützte Villa für Konferenzen, Kultur und Begegnungen. Kunst ist dabei Teil der Räume, in denen gearbeitet und getagt wird.

WTS-Vorstandsvorsitzender Fritz Esterer lenkte den Blick der Gäste auch auf die Namen der Konferenzräume. Sie würdigen Persönlichkeiten wie Marie Curie und Malala; ein Europa-Raum ergänzt das Konzept. Bei der Führung lohnte es sich deshalb, neben den Bildern auch die Räume selbst zu betrachten.

Kunst und Steuern: ein Leitfaden für 26 Länder

Esterer stellte außerdem ein umfangreiches Nachschlagewerk vor, das Kunst und das Arbeitsgebiet der WTS verbindet. Für 26 Länder beantwortet der internationale Leitfaden wesentliche Steuerfragen rund um Kunst – darunter Fragen zur Umsatzsteuer und zur persönlichen Einkommensteuer.

Für die Goodiebags war das Buch zu schwer, erklärte Esterer. Einige Exemplare lagen zur Ansicht aus. Wer eines erhalten wollte, konnte sich für die Zusendung eintragen. So bekam der Lunch neben dem Blick auf die Werke auch eine praktische Seite: Wer Kunst sammelt, kauft oder verkauft, begegnet irgendwann auch steuerlichen Fragen.

Warum persönliche Begegnungen zählen

Seit zwölf Jahren begleitet Premium Cars Rosenheim den Art Lunch, seit elf Jahren ist Perrier-Jouët dabei. Diese langjährigen Partnerschaften ermöglichen Lechner, ihr Format immer wieder an andere Kunstorte zu führen.

Brandhorst-Chef Achim Hochdörfer beschrieb, weshalb solche Treffen für die Kunst wichtig bleiben: „Die gezielte Förderung von Kunst und Kulturschaffenden lebt vom Dialog.“

Bei WTS wurde das anhand einer konkreten Geschichte nachvollziehbar: Eine bei einer Diplompräsentation entdeckte Arbeit findet ihren Weg in eine Unternehmenssammlung. Sonja Lechners Art Lunch bringt die Menschen zusammen, die solche Entwicklungen anstoßen und begleiten – und lässt seine Gäste dabei Münchens Kunstorte aus einer anderen Perspektive kennenlernen.

Service: Die WTS-Kunstsammlung besuchen

Die Unternehmenskunstsammlung befindet sich im WTS-Headquarter im Münchner Werksviertel, Friedenstraße 22. Besichtigungen sind nach Voranmeldung möglich. Informationen zu Terminen und Führungen unter  +49 89 286460

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