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Hauskauf in Pullach: Warum der Grundriss allein wenig verrät

Wo werden wir zusammen essen, ungestört arbeiten oder uns zurückziehen? Wer ein Haus plant, beschäftigt sich auch mit dem Leben, das darin stattfinden soll. Anne-Katrin und Thomas Heger vom Familienunternehmen ‚Heger – Die Häusermanufaktur‘ entwickeln Häuser für Menschen, die sie noch gar nicht kennen. Wie bleibt dabei Platz für persönliche Vorstellungen? Darüber haben wir mit Geschäftsführerin Anne-Katrin Heger gesprochen – am Beispiel zweier neuer Häuser in Pullach.

Architekturvisualisierung zweier freistehender Häuser in Pullach mit vertikaler Holzfassade, dunklen Satteldächern, großen Fenstern und begrünten Gärten.
Klare Formen, Holzfassaden und große Fensterflächen: In Pullach entwickelt Heger – Die Häusermanufaktur zwei freistehende Häuser mit Terrassen und Garten. Architekturvisualisierung.

Beim Einzug über eine provisorische Holzplatte durch den Matsch zur Haustür laufen? Für Anne Heger passt das nicht zu einem fertigen Haus. Eingang, Terrasse und eine erste Gartengestaltung gehören für sie seit jeher dazu – und werden deshalb von Anfang an mitgeplant.

Das Detail erzählt einiges über die Arbeitsweise der Häusermanufaktur. Anne-Katrin und Thomas Heger entwickeln Häuser vom Grundstück bis zur Beleuchtung und Badausstattung. Bei unserem Besuch eines früheren Projekts am Starnberger See haben wir Einblicke in ihre Arbeit bekommen. Im Gespräch wollten wir genauer wissen: Was legen die beiden selbst fest, wo können Käufer mitgestalten – und woran lässt sich Qualität erkennen?

Würden wir selbst hier wohnen wollen?

Bevor es um Architektur geht, stellen sich die Hegers eine persönliche Frage: Würden sie selbst an diesem Ort wohnen wollen?

Ein preiswertes Grundstück ist für Anne-Katrin Heger kein Kaufgrund. Die Lage muss zu ihren Vorstellungen vom Bauen und zu den Erwartungen ihrer Interessenten passen. Erst dann beginnt die Arbeit daran, welche Architektur dort möglich ist.

In Pullach entstehen derzeit zwei freistehende Häuser auf einem Grundstück, auf dem zuvor ein älteres Gebäude stand. Bis die Genehmigung für die jetzige Planung vorlag, dauerte es nach Anne Hegers Angaben knapp eineinhalb Jahre. Die Herausforderung bestand darin, zwei eigenständige Baukörper auf dem Grundstück zu verwirklichen.

Jeder Ort stellt andere Aufgaben. Bei dem früheren Projekt, das wir besichtigt haben, forderte vor allem die Hanglage die Planung. In Pullach ging es zunächst darum, den Raum für zwei Häuser zu schaffen.

Klare Architektur, persönliche Spielräume

„PUR. KLAR.SCHÖN.“ lautet das Motto der Münchner Häusermanufaktur. In Pullach übersetzen die Hegers das in schlichte Baukörper mit vollständiger Holzfassade. Gauben und Vor- oder Rücksprünge sind nicht vorgesehen. Im Inneren setzt sich die Gestaltung mit aufeinander abgestimmten Materialien, Farben und Oberflächen fort.

Wie viel die späteren Bewohner mitentscheiden können, hängt vom Auftrag und vom Zeitpunkt ab. Entwickelt die Häusermanufaktur als Bauträger ein Haus zum Verkauf, legen die Hegers zunächst selbst die Gestaltung fest. Bauen sie als Generalübernehmer für einen bereits feststehenden Auftraggeber, entsteht die Planung im engen Austausch mit ihm.

Auch Käufer eines zum Verkauf entwickelten Hauses können selbstverständlich eigene Wünsche einbringen. Wer früh dazukommt, hat in der Regel mehr Möglichkeiten als jemand, der ein weitgehend fertiggestelltes Gebäude übernimmt.

Ein Grundriss, der Veränderungen zulässt

Anne Heger spricht mit Interessenten zwischen etwa 30 und 85 Jahren. Entsprechend unterschiedlich sind die Wünsche: ein zusätzliches Kinderzimmer, ein Homeoffice, Platz für Sport oder eine Sauna.

Für die beiden Häuser in Pullach sind jeweils drei Zimmer im Obergeschoss vorgesehen. Wie sie genutzt werden, hängt von den Menschen ab, die einziehen. Welche Anpassungen möglich sind, klären die Hegers am jeweiligen Haus und am Stand der Planung.

Dabei lohnt sich der Blick über den aktuellen Bedarf hinaus. Ein Zimmer kann heute Arbeitsplatz sein, später einem Kind gehören oder Gäste beherbergen. Ob das funktioniert, hängt auch davon ab, wo Türen und Fenster sitzen und welche Räume sich anschließen. Die Zimmerzahl allein sagt darüber wenig aus.

Heller Flur mit Holzfußboden, offenen Zimmertüren und Blick ins Grüne; links eine Buddha-Skulptur, rechts ein geschwungenes schwarzes Treppengeländer.
Mehr als eine Frage der Zimmerzahl: Offene Türen und große Fenster schaffen Blickachsen und verbinden die Räume mit dem Grün draußen. Ein Einblick in ein früheres Projekt der Häusermanufaktur.

„Für uns ist Größe kein Qualitätskriterium“

Anne Heger baut auch gern kleinere Häuser. Entscheidend ist für sie die räumliche Wirkung beim Betreten. Ihre Aufmerksamkeit gilt deshalb ebenso Bereichen, die bei einer Besichtigung schnell abgehakt werden: Das Gäste-WC soll sich genauso selbstverständlich in die Gestaltung einfügen wie Küche und Wohnraum.

Beim Schlafzimmer beschäftigt sie besonders das Licht. Warme Beleuchtung und indirekte Lichtquellen sollen einen Raum schaffen, in dem man lesen, sich anziehen und zur Ruhe kommen kann. Lichtplanung zählt für Anne Heger zu den unterschätzten Gewerken beim Bauen.

Die Häusermanufaktur arbeitet dafür mit dem Münchner Unternehmen Occhio zusammen. In einem früheren, inzwischen verkauften Haus kamen beispielsweise Leuchten der Serie Luna zum Einsatz.

Anregungen für Küchen und Bäder findet Anne Heger auf der Mailänder Möbelmesse. Die Münchner Messe BAU besucht sie auch wegen technischer Entwicklungen und neuer Fensterlösungen. Was davon in ein Projekt einfließt, entscheidet sich am jeweiligen Haus.

Blick von oben auf eine geschwungene Sichtbetontreppe mit schwarzem Metallgeländer; darunter Fischgrätparkett und ein violetter Sessel mit Hocker.
Sichtbeton, schwarzes Metall und Holz: Die geschwungene Treppe eines früheren Projekts zeigt, wie die Häusermanufaktur Materialien und Formen aufeinander abstimmt.

Qualität lässt sich anfassen

Im Bad beginnt die Planung bei den Hegers mit einem Farbkonzept. Waschbecken, WC, Armaturen und Drückerplatten sollen in ihren Oberflächen zusammenpassen. Die Entscheidung für ein Waschbecken in mattem Weiß beeinflusst deshalb auch die weitere Auswahl.

Ähnlich viel Aufmerksamkeit bekommen die Sichtbetontreppen. Sie werden nach Angaben des Unternehmens individuell gefertigt und anschließend nachbearbeitet, bis die Oberfläche die gewünschte Wirkung hat.

Woran können Käufer solche Unterschiede erkennen? Anne Hegers Empfehlung ist einfach: anfassen.

Eine Drückerplatte aus Kunststoff und eine aus Metall können auf einem Foto ähnlich aussehen. Beim Bedienen wird der Unterschied spürbar. Auch bei Armaturen zählen das Material, die Oberfläche und die Bewegung des Hebels. Gerade diese Beispiele machen deutlich, warum eine Besichtigung mehr vermittelt als ein Ausstattungskatalog.

Für alles, was sich dabei nicht unmittelbar prüfen lässt, verweist Anne Heger auf die Baubeschreibung. Sie soll ausführlich und verständlich erklären, welche Materialien, welche Ausstattung und welche Leistungen Käufer erhalten. Bei einem Haus, das noch entsteht, ist sie eine wichtige Grundlage.

Zum Zuhause gehört auch das Ankommen

Der Blick auf den Leistungsumfang lohnt sich ebenso draußen. Bei der Häusermanufaktur gehören Eingang, Terrasse und eine Grundgestaltung des Gartens zum Konzept. Was beim jeweiligen Haus enthalten ist, wird vertraglich festgelegt.

Rasen, Hecken und ausgewählte Pflanzen bilden den Anfang. Der Garten braucht anschließend Zeit, um zu wachsen. Der Zugang zum Haus soll beim Einzug jedoch bereits fertig sein – ohne provisorische Holzplatte und Matsch vor der Tür.

Das Zuhause beginnt bereits auf dem Weg zur Haustür.

Die Häuser in Pullach ansehen

Wie sehen die Grundrisse aus, welche Ausstattung ist vorgesehen und wo bleibt Spielraum für eigene Wünsche? Informationen zu den beiden Häusern und die Möglichkeit, einen Besichtigungstermin anzufragen, gibt es bei der Häusermanufaktur.

→ Die Häuser in Pullach von der Häusermanufaktur entdecken

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