Donnerstag , Oktober 17 2019
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Galeriejubiläum mit AusstellungsOpening ‚Masters of fashion – Aurore de la Morinerie‘

Drei Anlässe gab es vor dem Wochenende in der Galerie Vogdt zu feiern: das 40-jährige Galeriejubiläum, der Umzug der Galerie nach 40 Jahren in die neue Räume in die Galeriestraße und die Eröffnung des Open Art Weekends mit der Ausstellung „Masters of fashion – Aurore de la Morinerie“!

Galeristin Felicitas Vogdt und Künstlerin Aurore de la Morinerie mit Kuratorin Dr. Sonja Lechner
Galeristin Felicitas Vogdt und Künstlerin Aurore de la Morinerie (Mitte) mit Kuratorin Dr. Sonja Lechner (re.). Fotocredit: Alexa von Arnim

Wer die Galerie Vogdt betritt, betritt keinen white cube, in welchem das Werk nur eines Künstlers präsentiert wird – in dieser Galerie wird dem Besucher vor Augen geführt, dass und wie sich die einzelnen Gattungen, wie sich Malerei, Skulptur, Design und Fotografie beeinflussen und ergänzen.

Die Kunsthistorikerin Dr. Sonja Lechner hielt die Laudatio. Sie würdigte Stefan Vogdt und seine Tochter Felicitas in ihrer Ansprache: „Ich fühle mich sehr geehrt, eng mit der Galerie Stefan Vogdt zusammenarbeiten zu dürfen, steht diese doch für ein Galeriekonzept, welches ein Gesamtkunstwerk umzusetzen intendiert.“

Was sie damit meinte, legte sie in ihrer Ausführung der Galeriegeschichte dar: „Der Galerist Stefan Vogdt hat wesentlich dazu beigetragen, das Kunstgewerbe, welches das Substantiv „Kunst“ ja bereits im Namen trägt, auch als solches aufgefasst zu sehen. Er begann mit Objekten des Jugendstils und nahm später das Art Deco und das Bauhaus auf in sein Portfolio. Mit wachsender Kennerschaft gelang es ihm, kunsthistorisch bedeutende Objekte aufzuspüren und einen kleinen Paradigmenwechsel in München zu begleiten: Kunst, die sich nützlich macht, indem sie benutzt wurde, indem sie den Alltag der Menschen nicht indirekt an der Wand hängend schmückte, sondern direkt, als Möbel, als Lampe, als Vase etc, zum Einzug in Museen zu verhelfen.

Viele Designobjekte, die noch heute Bestandteil der Neuen Sammlung in der Pinakothek der Moderne sind, hat Stefan Vogdt für den damaligen Direktor Hans Wichmann angekauft, darunter ein Sideboard aus Pinienholz von Edgard William Godwin aus dem Jahr 1867, Glaskunst von Rene Lalique, eine Bibliothek von Ruhlmann von 1928, Tapisserien von Fernand Leger, einen Schreibtisch von Jean Prouve aus der Nachkriegszeit und vieles mehr.‘

Modeschöpfer Adrian Runhof, Kunsthistorikerin Dr. Sonja Lechner auf der Terasse der Galerie in den Hofgartenarkaden
Modeschöpfer Adrian Runhof, Kunsthistorikerin Dr. Sonja Lechner auf der Terasse der Galerie in den Hofgartenarkaden. Fotocredit: Alexa von Arnim

Das Thema Mode zog illustre Persönlichkeiten aus diesem Bereich an: Modeschöpfer Adrian Runhof zeigte sich erfreut, dass die Kuratorin Dr. Sonja Lechner ein Kleid von Talbot Runhof gewählt hatte. „Dieses ist das erste Kleid, das ich mir von Talbot Runhof gekauft habe“, so die Kunsthistorikerin: „Ich war damals noch Studentin und konnte es mir eigentlich überhaupt nicht leisten, obwohl es im Sale war. Ich bin froh, dass ich es dennoch getan habe, denn ich liebe es nach all den Jahren immer noch“.

40 Jahre Galerie Vogdt

Die Jubiläumsfeier zu 40 Jahre Galerie Vogdt wurde mit der Eröffnung der aktuellen Ausstellung „Masters of fashion – Aurore de la Morinerie“ zum open art-Wochenende zelebriert. Aurore de la Morinerie gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Modekünstlern weltweit. Weit mehr als reine Illustrationen sind ihre Bilder eigenständige Kunstwerke in Tusche, Aquarell oder Monotypie. Mit ihrem Pinselstrich greift sie in den natürlichen Verlauf der Farbe ein: Aus einem Farbfleck entsteht eine Silhouette, eine Linie wird zu einer Geste. Sie nahm 2010 an den Ausstellungen für Modeillustrationen im London Design Museum und 2015 im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe teil. In den Jahren 2013 und 2015 beauftragte das Musée de la Mode de la Ville de Paris – Palais Galliera zwei Werkgruppen bei der Künstlerin.

Unter den Gästen: Auch Modeunternhemer Gerhard Wöhrl, Modeexpertin Jasmin Khezri, viele Sammler aus der Münchner Kunstszene, Buchautorin Dr. Isabelle Liegl, das Unternehmerpaar Silvia und Michael Amberger (Allguth Tankstellen), Kunstmäzen Prof. Dr. Christian Kaeser (Siemens, Head of Taxes und Ernst von Siemens Stiftung), Kriminologin Elisabeth Zum-Bruch, Interiordesignerin Karen Jensen, Schriftsteller Rüdiger von Naso uvm.

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