Sonntag , April 18 2021
Home / Kunst & Kultur / Temporäre Heimat für Kunstschaffende: Münchner Bauträger unterstützt Kreative

Temporäre Heimat für Kunstschaffende: Münchner Bauträger unterstützt Kreative

Die Residency „Peripheral Alliances” basiert auf der Idee, Themen wie das Verhältnis von Stadt und Land, Zentrum und Peripherie, Gemeinschaft und Individuum künstlerisch zu verhandeln. Die inhaltliche Ausrichtung und die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler hat der Kunstverein München übernommen. Ein Programm mit Veranstaltungen, Ausstellungen und anderen Präsentationsformaten sollen die außergewöhnliche Kooperation flankieren.

Bauträger München unterstützt seit Jahren nicht nur die Kunst, sondern auch Künstler
So wird es einmal ausschauen: Das modulare Gebäude von Muck Petzet Architekten soll als Baugemeinschaft realisiert und 2022 fertiggestellt werden. Visualisierung: PonnieImages

Hintergrund der Kooperation ist, dass Euroboden auf dem Billerberg einen Neubau mit rund 150 nutzungsoffenen Ateliers und Gemeinschaftsflächen plant, der sich als aktive Plattform für Kreativwirtschaft, Handwerk und Gewerbe in der Region und München etablieren soll.

Großzügige Zwischennutzung

Bis es soweit ist werden sich über eine einjährige Laufzeit hinweg mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler niederlassen. Sie sind aus den erweiterten Disziplinen der Malerei, Skulptur, Konzept- und Performancekunst sowie der Kunstgeschichte. Die Auswahl der KünstlerInnen lief gänzlich über das Netzwerk des Kunstverein München.

Euroboden unterstützt die Arbeit der rund 20 Kunstschaffenden mit über 26.000 Euro. Als Eigentümerin des Geländes am Billerberg hat das Unternehmen ein bestehendes Gebäude zu Wohnräumen und Ateliers umgebaut. Den Artists in Residence steht für ihre Arbeit außerdem das weitläufige Areal inklusive eines ehemaligen Pferdestalls zur freien Verfügung. Einige Münchner Künstlerinnen und Künstler haben zu diesem Anlass ihre Ateliers aus der Stadt bereits nach Inning verlegt. Darüber hinaus wird es weitere internationale Künstlerinnen- und Künstlergruppen geben, die dort für jeweils zwei Monate arbeiten.

Land und Stadt künstlerisch verknüpfen

Stefan Höglmaier, Gründer und Geschäftsführer von Euroboden: „Mit „Peripheral Alliances” möchten wir Künstlerinnen und Künstler finanziell und mit Raumangeboten unterstützen. Zugleich interessiert es uns, gemeinsam mit ihnen herauszufinden, wie Land und Stadt künstlerisch verknüpft sind oder verknüpft werden können. Parallel zu dem Aufbau unserer Baugemeinschaft aus Kunstschaffenden, Handwerk und Gewerbe, möchten wir diesen tollen Ort am Ammersee als Ort produktiver und kreativer Dichte in den Köpfen der Menschen verankern.“

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von BNKR München (@bnkr_space)

Damit erweitert Euroboden die 2014 von Stefan Höglmaier initiierte Kunstinitiative „BNKR – current reflections on art and architecture“, die mit festem Standort im Hochbunker Ungererstrasse in München Nord-Schwabing jährlich neue Kuratoren mit der Programmgestaltung beauftragt, um ein temporäres Artist Residency Programm im Umland der Stadt München zu fördern. Auf Social Media und auf der BNKR-Website wird regelmäßig über die künstlerischen Aktivitäten im Kontext von „Peripheral Alliances“ berichtet werden.

Bauträger München geht Kooperation mit Kunstverein München ein

Maurin Dietrich und Gina Merz, Direktorin und Assistenzkuratorin des Kunstverein München: „Die Künstler*innen-Residency „Peripheral Alliances” bildet ein Zentrum in der Peripherie Münchens und stellt den Resident*innen den Raum bereit, der in der Stadt fehlt, da er bereits belegt oder schlichtweg nicht bezahlbar ist. Fern, jedoch nicht losgelöst von der bestehenden Architektur des Kunstvereins inmitten der Stadt, öffnet die Residency am Ammersee den künstlerischen Dialog über die Stadtgrenzen Münchens hinaus. Wir begreifen den Kunstverein München folglich nicht ausschließlich als geographisch festgelegten Ausstellungsort, sondern auch als Akteur*in in der Stadt.”

LESETIPP

Europäische Patentamt mit hochkarätiger Kunstsammlung

Seit 40 Jahren sammelt das Europäische Patentamt (EPO/European Patent Office) Kunst an seinen Standorten in München, Den Haag, Berlin und Wien. Jetzt startet dazu ein weitreichendes digitales Programm zur Vorstellung dieser lang gehüteten Kunstsammlung. Welche Werke in München sind, wird u.a. gezeigt.