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Theaterpremiere auf drei Etagen: ‚Der Tempelherr‘ im Gasteig HP8

‚Die Halle E ist längst viel mehr als nur eine ehemalige Industriehalle: Bibliothek, Foyer, Café, Tanzparkett, Galerie, Treffpunkt – und das manchmal gleichzeitig“, sagt Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner. Bei der Premiere von Der Tempelherr wird das Gebäude zugleich Theaterbühne, Kulisse und Zuschauerraum. Als Paul Brusa – künstlerischer Leiter vom Artemis Schauspielstudio – vom Gasteig eingeladen wurde, ein Stück in der Halle E zu inszenieren, war für ihn schnell klar, dass es sich um das Thema ‚Bauen‘ handeln sollte. Immerhin hatte die Schule den Bau des Gasteig HP8 aus nächster Nähe miterlebt. Das Bauen steht im Stück symbolisch für die Idee, Gesellschaft fundamental neu zu denken. Drei Termine im September (während des Oktoberfestes) wird es geben.

Das Ensemble des Stücks "Der Tempelherr" (von links nach rechts): Eike Brunhoeber, Vera Wichers, Richard Dormann, Tobias Mosecker, Ines Braun, Gerrit Milena Falker© Benedikt Feiten/Gasteig
Das Ensemble des Stücks ‚Der Tempelherr‘ bereits bei den Proben (von links nach rechts): Eike Brunhoeber, Vera Wichers, Richard Dormann, Tobias Mosecker, Ines Braun, Gerrit Milena Falker © Benedikt Feiten/Gasteig

‚Gesellschaft fundamental neu denken!‘

Als Paul Brusa, der künstlerische Leiter des Schauspielstudios, vom Gasteig eingeladen wurde, ein Stück in der Halle E zu inszenieren, war für ihn schnell klar, dass es sich um das Thema Bauen handeln sollte. Immerhin hatte die Schule den Bau des Gasteig HP8 aus nächster Nähe miterlebt, sind sie quasi Nachbarn.

Brusa entschied sich für „Der Tempelherr“, ein Stück des österreichischen Schriftstellers und Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Ferdinand Schmalz (38), welches erst 2019 im Deutschen Theater Berlin uraufgeführt wurde.

Schmalz selbst nennt es „ein Erbauungsstück“: Es erzählt die Geschichte von Heinar, der mit seiner schwangeren Frau aufs Land zieht, um dort ein Haus zu bauen. Dabei stößt er bei vielen Menschen auf harsche Kritik. Schließlich hört Heinar auf zu sprechen, das Eigenheim bleibt ein Gerüst, er baut jedoch besessen weiter. Im eigenen Garten errichtet er einen griechischen Tempel neben dem anderen und stellt durch sein Tun die Gepflogenheiten der ländlichen Idylle in Frage.

Theaterstück auf drei Etagen

„Die Thematik des Stückes trifft den Nerv der Zeit, gerade in einer Metropole wie München“, sagt Regisseur Paul Brusa. Und der Gasteig HP8 sei für diese Aufführung ideal: „Wir spielen das Stück hier an einem Ort, an dem sich Gesellschaft schon verändert hat. Die Isarphilharmonie wurde an die historische Halle E gebaut, durch den Gasteig begegnen sich Kultur und Handwerk, und das HP8 hat sich in ein völlig neues Areal verwandelt.“

Auf drei Etagen lässt Brusa sein Ensemble über die Galerien hinweg agieren, während das Publikum im Erdgeschoss sitzt. Für die sechs Darstellenden ist das eine echte Herausforderung. Zudem läuft der reguläre Bibliotheksbetrieb im Gasteig HP8 während der Aufführung weiter. Auch das ist Teil des Konzepts: Neugierige Bibliotheksfans werden zur Theater-Kulisse und sind als Zaungäste bereits mitgedacht.

Bibliothek-Besucher werden zur Kulisse

„Wer den öffentlichen Raum als Bühne nutzen möchte, muss Theater völlig neu denken“, sagt Regisseur Brusa, „deshalb ist Der Tempelherr für diesen Ort wie geschaffen.“ Das Bauen steht in dem Stück symbolisch für die Idee, Gesellschaft fundamental neu zu denken. Welche Macht haben Menschen, die einem solchen Neubau kritisch gegenüberstehen?

Nach der Premiere am 19. September ist „Der Tempelherr“ auch noch am 25. und 26. September in der Halle E des Gasteig HP8 zu sehen. Mehr zur Veranstaltung auf der Gasteig-Seite hier!

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