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Tollwood Winter Festival: Oansno Konzert-Tipp

Hätte es Pop-Musik im bairischen Mittelalter gegeben – genau so hätte sie wohl geklungen. Die vier Münchner Stadtmusikanten Menya, Michael, Philip und Franz hatten ihr Live-Debut beim Musikantenstammtisch im Hofbräuhaus 2014. Das Publikum rief am Ende „spuits no oans“ und „Oans no“ – und schon stand der Bandname fest. Oansno Konzert Mo, 2.12.19 um 19.30 Uhr im Hexenkessel auf dem Tollwood Festival!

Die Band mischt einen Club-tauglichen Sound und würzt mit viel Spaß die energiegeladenen Grooves mit bajuwarischer Prosa. Stilistische Grenzen? Mitnichten – der Mix aus Ska, Balkanbeats, Hip-Hop, Reggae und den sehr originellen Texten ist fetzig und geht in die Beine. Die Musik ist von der Vielfalt Münchens geprägt und bunt wie das Leben auf den Straßen.

Tollwood Winter Festival
Dies, fidelen Dreigesang und noch viel mehr gibt es bei OANSNO zu entdecken. Atmosphärisch dicht und gepaart mit Lockerheit, Lebenslust und Leichtigkeit pendelt die Musik zwischen verschiedenen Welten.

In ihrem Debutalbum „Oansno“ spannen die vier einen Bogen vom Hip-Hop-Schunkler „Isarkiesel“ über bayerische Balkan-Grooves („Dadian“) bis zum Thema Mietpreiswahnsinn und Gentrifizierung („Turmbau zu Schwabing“), das augenzwinkernd in Anlehnung an die alttestamentarische Geschichte vom Turmbau zu Babel behandelt wird. Jazzig und gechillt zeichnen OANSNO ein musikalisches Bild vom nächtlichen Stachus, um wenig später mit dem fröhlichen „500 Jahr“ das bayerische Reinheitsgebot zu besingen. 2016 war dies der offizielle Song zur Bayerischen Landesausstellung.

Oansno Debut-Album

Die aktuelle Single-Auskopplung mit Titel ‚Die Bruckn brennt‘ aus dem Oansno Debut-Album wirkt anarchisch und zugleich humorvoll. Ganz wie das Thema des Songs. Dabei wissen nur wenige, dass die bayerische Landeshauptstadt, heute eine der führenden ökonomischen und kulturellen Metropolen, ihre Existenz einem Akt der Randale zu verdanken hat: Heinrich der Löwe und einige weitere Bewohner der kleinen Marktgemeinde Munichen setzten vor knapp 900 Jahren die Brücke des Bischofs von Freising in Brand. Die für den Salzhandel so wichtige Isar-Überführung wurde dabei vollständig zerstört. Die Kaufleute waren in den Folgejahren auf die Nutzung der alternativen Brücke der Münchner angewiesen und die Einnahmen durch Zölle bescherten der Stadt Wachstum und Wohlstand. Mittlerweile wird der Song an mehreren Grundschulen in München und Oberbayern einstudiert – so macht Geschichte Spaß!

Bandmitglieder Oansno

An der Trompete: Menya! Er wusste schon mit 5 Jahren, dass er Trompeter wird. Während seines klassischen Trompetenstudiums in Budapest und München hat er in diversen Orchestern und Ensembles ausgeholfen, darunter den Münchner Symphonikern und der Bayerischen Staatsoper. Da es ihm wichtig war, seine Kreativität auszuleben und eigene musikalische Ideen umzusetzen, wechselte er von der Klassik in die neue Volksmusik und gründete gemeinsam mit den anderen Musikern OANSNO.

Michi, Leadsänger und Akkordeonist,  hat seine Wurzeln eigentlich in der griechischen Musik, spielte zuletzt in Punk- und Balkan-Formationen, darunter den „Balkanauten“. Dort startete er auch mit dem Gesang: Seine Bandkollegen drängten ihn dazu, weil er bei den meist unverstärkten Auftritten deutlich lauter gesungen hat als die meisten geschulten SängerInnen. Seine Gesangsausbildung folgte erst danach.

Schlagzeuger Philip hat seine musikalischen Wurzeln in afrikanischer und orientalischer Percussion. Da es für ihn nicht in Frage kam, als Drummer versteckt hinter der Band zu sitzen, konstruierte er das weltweit wohl erste Bierwagerlschlagzeug. Es wird im Stehen gespielt und ist immer an jedem Ort sofort spielbereit.

Franz an der Tuba ist der Exot bei OANSNO. Als einziger ist er in der bayerischen Volksmusik sozialisiert. Als Kind war er in diversen Blaskapellen auf Volksfesten und in Bierzelten aktiv. Traditionell spielt er auf dem Münchner Oktoberfest zwei Wochen lang die Tuba im Hofbräu Festzelt.

Kleiner phonetischer Tipp für Nicht-Bayern

Für all jene die Probleme haben, „OANSNO“ unfallfrei auszusprechen! Orientiert Euch am Wort „Ohr“. Damit startet man schon richtig ins „Oa…“

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